Test: Google Nexus 6P – Groß, schick und pures Android

Nexus 6P (Bild: Übergizmo)

Das Nexus 6P von Google ist ein 5,7-Zoll-Smartphone, das mit einem unveränderten Android 6.0 Marshmallow läuft. Es glänzt mit hochwertigem Design, einer guten Kamera und seinem Fingerabdrucksensor. Ob sich der Kauf des ab 650 Euro erhältlichen Nexus 6P lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Nexus 6P aus allen Perspektiven

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Nexus 6P (Bild: Übergizmo)

Das Google Nexus 6P ist wohl eines der meist erwarteten Android-Smartphones und ab sofort in Deutschland erhältlich. Als Herstellungspartner holt Google diesmal das chinesische Unternehmen Huawei mit ins Boot. Huawei hat in den letzten Jahren bewiesen, dass es auch hochwertige Smartphones fertigen kann. Es reiht sich nun neben HTC, Samsung, LG und Asus ein, die auch alle schon Nexus-Geräte für Google produziert haben.

Im ausführlichen Test schauen wir uns genau an, was Google und Huawei geleistet haben – Wie sich das Nexus 6P in der Hand anfühlt, wie es sich im Alltag schlägt und vor allem, ob sich die Investition in das neue Google-Handy lohnt.

Design und Verarbeitung

178 Gramm bringt das Nexus 6P auf die Waage. Mit seinem CNC-gefrästen Aluminium-Gehäuse liegt es solide in der Hand und fühlt sich dabei ziemlich edel an. Unterstützt wird das Premium-Gefühl noch von der Ganzglas-Front des Google-Phones. Kaum zu vergleichen mit dem Nexus 5X, das aus Kunststoff besteht. In Sachen Haptik übertrumpft das Nexus 6P all seine Vorgänger-Modelle.

Allerdings ist das Gerät ziemlich groß. Es misst 159,3 Millimeter in der Länge, womit es sogar noch länger ist als das 6 Zoll große Huawei Mate 8. Eine Bedienung mit einer Hand ist hier also kaum noch möglich. Das Gehäuse des Smartphones ist mit 7 Millimetern aber äußerst dünn.

Nexus 6P (Bild: Übergizmo)

Auf der Rückseite befinden sich, oben unter dunklem Gorilla Glass 4 verborgen, die Kamera und die Antennen. Gorilla Glass 4 ist etwas anfälliger für Kratzer als der Vorgänger, dafür aber umso bruchsicherer. Eine elegante Lösung, vor allem für die Antennen, da diese nicht im Aluminium-Gehäuse verbaut werden können, denn das Metall blockiert bekanntlich den Empfang. Der Glaskasten hebt sich leicht vom flachen Design des Nexus 6P ab, ist dabei aber keineswegs unangenehm auffällig.

Unter dem Glas finden wir den kreisrunden Fingerabdrucksensor. Aufwecken und Entsperren des Smartphones geht nach meinem persönlichen Empfinden bei Android 6.0 Geräten schneller als noch bei Android Lollipop.

Ein weiterer schöner Aspekt ist der auf der rechten Seite gelegene geriffelte Powerbutton. Wie auch beim HTC One A9 lässt er sich zum Beispiel auch problemlos in der Hosentasche ertasten. Darüber sitzt die Lautstärkewippe.

Klassisch verbaut Huawei den Kopfhörer-Eingang an der Oberseite und den USB-Anschluss an der Unterseite des Nexus 6P. Das neue Google-Phone ist in den Farben Schwarz, Silber und Weiß erhältlich. Auf dem schwarzen Modell schmiegt sich das Nexus-Logo etwas dezenter an den Rücken des Smartphones an, als bei der weißen Variante.

Nexus 6P (Bild: Übergizmo)

Insgesamt finden wir das Design und die Verarbeitung des Nexus 6P sehr hochwertig und ansprechend. In diesem Punkt reiht es sich dank Aluminium, Gorilla Glass 4 und seiner nahtlosen Verarbeitung ganz klar in der Oberklasse ein.

Display

Das 5,7-Zoll große Display löst in QHD mit 2.560 × 1.440 Pixeln auf. Das entspricht einer Pixeldichte von 515 Bildpunkten pro Zoll. Die Farben sind satt und das Display ist hell und farbenfroh. Dank AMOLED-Panel bietet das Nexus 6P exzellente Schwarzwerte und Kontraste. Im direkten Vergleich mit dem Samsung Galaxy S6 Edge+ zeigt das Nexus 6P keine Schwäche. Nur die abgerundeten Kanten des Galaxy S6 Edge+ lassen das Display eine bisschen besser wirken als beim Google-Gerät.

Nexus 6P (Bild: Übergizmo)

Geschützt wird das Display auch hier mit Gorilla Glass 4. Da Gorilla Glass 4 nicht so kratzfest wie Gorilla Glass 3 ist, kann es sicherlich nicht schaden, eine zusätzliche Schutzfolie auf das Display zu kleben. Dafür ist Gorilla Glas 4 bruchsicherer, womit man sich beim versehentlichen Fallenlassen des Nexus 6P weniger Sorgen machen muss. Ein Case oder ein Bumper ist aber immer noch das beste, um Schäden zu vermeiden. Alles in allem punktet das Nexus 6P auch beim Display.

Leistung

Als Prozessor verbauen Google und Huawei im Nexus 6P einen Snapdragon 810 von Qualcomm. Der Arbeitsspeicher ist 3 GByte, der interne Speicher wahlweise 32, 64 oder 128 GByte groß. Derzeit ist der Snapdragon 810 noch einer der schnellsten Prozessoren auf dem Markt. Sein Nachfolger, der Snapdragon 820, steht aber schon in den Startlöchern und wird in den Geräten verbaut sein, die auf dem MWC Ende Februar vorgestellt werden. Dennoch hat das Nexus 6P jede Menge Power, wie die Benchmark-Tests Basemark OS 2, GFXBench und Geekbench 3 zeigen.

Lies auch: SNAPDRAGON 820 – SO SCHNELL IST DIE NEUE QUALCOMM-CPU IM BENCHMARK

Der Basemark-Test spiegelt die allgemeine Leistung und Geschwindigkeit des Gerätes wieder. Der GFX-Benchmark misst die Grafikleistung, die für 3D-Spiele & Co. wichtig ist. Der letzte Test – Geekbench 3 – repräsentiert die Leistung der CPU. Im Basemark liegt das Nexus 6P vor dem Galaxy S6 an der Spitze, ist aber nicht das schnellste am Markt. Das neue Huawei Mate 8 ist beispielsweise nochmals ein gutes Stück leistungsfähiger. Bei der Grafikleistung liegt sind beispielsweise Apples iPhones noch schneller. Im Geekbench 3 ziehen das HTC One M9 und die Samsung-Geräte vorbei.

Nexus &P Basemark (BIld: Übergizmo)

Nexus 6P GFX Benchmark (Bild: Übergizmo)

Nexus 6P Geekbench 3 (Bild: Übergizmo)

Natürlich spiegeln die Benchmarks kein 100 prozentiges Bild von der Leistung der Geräte wieder, sind aber ein gutes Indiz dafür. Im Alltag läuft das Nexus 6P dementsprechend schnell und flüssig, allerdings wird Snapdragon 810 relativ schnell warm und bremst so die Leistung des Gerätes etwas aus. Nichtsdestotrotz kann sich die Leistung des Nexus 6P sehen lassen und auch hier ordnet es sich in die Riege der Flaggschiff-Modelle ein.

Kamera

Die Frontkamera kommt mit einer Auflösung von 8 Megapixel und verfügt über eine f/2.4-Blende. Die Kamera auf der Rückseite besitzt einen größeren Sensor mit 1.55-µm-Pixel und einer Auflösung von 12,3 Megapixel sowie eine lichtstärkere f/2.0-Blende. Videos können in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Leider fehlt dem Nexus 6P ein optischer Bildstabilisator.

Laut dem DXO Benchmark-Test soll das Nexus 6P die zweitbeste Kamera hinter der des Samsung Galaxy S6 Egde+ haben. Die Kamera macht bei guten Lichtverhältnissen auch exzellente Fotos. In Sachen Schärfe und Details ist das Nexus 6P überragend und lässt auch höher auflösende Konkurrenten hinter sich. Allerdings sind Aufnahmen meist etwas dunkler als bei der Konkurrenz.

(Foto: Ubergizmo.com)

Aber erst bei Fotos bei wenig Licht zeigt sich, welche Kameras die Nase vorn haben. Alle Kameras der Flaggschiff-Modelle schießen bei gutem Licht im Grunde klasse Fotos. Objektiv, Sensor und die Kamera-Software kommen erst bei schlechten Lichtbedingungen an ihre Grenzen. Hier macht das Nexus 6P trotz des größeren Sensor allerdings nicht so gute Fotos wie beispielsweise das Samsung-Gerät, wie nachfolgender Vergleich zeigt.

Nexus 6P und Galaxy S6 Egde+ (Bild: Übergizmo)

Was aber nicht bedeutet, dass das Nexus 6P eine schlechte Kamera besitzt. Ganz im Gegenteil: Die Bildqualität kann auf jeden Fall mit anderen Top-Geräten mithalten und wird die meisten Anwender zufrieden stellen. Im Vergleich zu früheren Nexus-Smartphones hat sie sich stark verbessert.

Software

Als Betriebssystem kommt natürlich das neue Android 6.0 Marshmallow zum Einsatz. Die jüngste Android-Version ist pur und unverändert vorinstalliert. Mit sich bringt sie zahlreiche Features wie unter anderem Google Now on Tap. Auch Verbesserungen für die Akkulaufzeit bietet Android Marshmallow gegenüber dem Vorgänger. Liegt das Smartphone ungenutzt auf dem Tisch, fährt das neue Feature Doze Anwendungen, die im Hintergrund laufen herunter. Auch die Sprachsteuerung wurde verbessert. Und eine Neuerung ist die Integration von Fingerabdrucksensoren in das OS, die ein schnelleres und sichereres Entsperren des Smartphones ermöglichen.

Nexus 6P (Bild: Übergizmo)

Mein persönlicher Favorit unter den neuen Features von Android Marshmallow ist die Möglichkeit, einzelnen Apps bestimmte Berechtigungen zu entziehen. So kann eine bei Google Play heruntergeladene App nicht auf die Galerie, die Anrufliste oder sonstiges zugreifen, wenn man das nicht möchte.  Allerdings führt dies auch teilweise zum kompletten Ausfall einer App. Dennoch ist es eine sehr gute Möglichkeit zu sehen, welche Apps auf was zugreifen können – und man muss nicht durch „Akzeptieren und Herunterladen“ jeglicher Nutzung zustimmen.

Akkulaufzeit

Der Akku verfügt beim Nexus 6P über einen Kapazität von 3450 mAh. Damit besitzt es zwar nicht die größte Akkukapazität auf dem Markt, aber immerhin eine sehr hohe für seinen Formfaktor. Wie lange der Akku dann bei dauerhafter Nutzung hält, ist natürlich wie immer von der Art der Nutzung, der Display-Helligkeit, Apps & Co. abhängig.

Im PCMark Work-Performance-Bench, der die Laufzeit anhand mehrerer alltäglicher Aufgaben wie Webbrowsing, Videowiedergabe und Fotobearbeitung ermittelt, erreichte das Nexus 6P einen Wert von 6,83 Stunden. Damit liegt es beispielsweise vor dem Huawei Mate S (6,2 Stunden), relativ gleich auf mit einem LG G4, aber deutlich hinter einem Huawei Mate 8, dass auf über 10 Stunden kommt. Auch das Google Nexus 5X hat eine etwas längere Akkulaufzeit, da es mit einem etwas sparsameren LCD und einer geringeren Auflösung kommt. Der festverbaute Akku des Nexus 6P sorgt insgesamt aber für eine gute Akkulaufzeit.

Geladen werden kann das Nexus 6P dank Schnelllade-Funktion von 0 auf 100 Prozent in rund 2,4 Stunden. Drahtlos geladen werden kann das Gerät aber leider nicht.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Das Google Nexus 6P ist insgesamt ein gelungenes Smartphone. Beim Design und der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern. Das Aluminium-Gehäuse ist hochwertig, die Größe aber natürlich Geschmackssache. Display und Kamera machen ebenfalls einen guten Eindruck. Zwar kann die Kamera nicht mit der des Samsung Galaxy S6 Edge+ mithalten und hat keinen OIS , sie schießt dennoch ansehnliche Fotos. Dank des Snapdragon-810-Prozessors hat das Nexus 6P auch jede Menge Leistung und lässt Android 6.0 Marshmallow flüssig und schnell laufen. Ein Pluspunkt ist natürlich, dass die Nexus-Geräte in aller Regel als erstes neue Software-Updates erhalten. Auch die Akkulaufzeit ist gut. Einzig der Preis des Nexus 6P kann abschrecken. Er beginnt bei knapp 650 Euro für die Variante mit 32 GByte Speicher. Das Top-Modell mit 128 GByte kostet bei Google satte 799 Euro, womit es aber noch 100 Euro günstiger ist als das S6 Edge+ mit gleicher Speicherausstattung.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)

Android 6.0 Marshmallow

gute Kamera(Bild: Übergizmo)

guter Akku(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo) hochwertiges Design

(Bild: Übergizmo) groß

(Bild: Übergizmo) teuer

(Bild: Übergizmo) kein OIS

Tags :Via:ubergizmo.com
  1. Pro / Con: -kein OIS?

    Sollte wohl IOS heissen?

    Aber bei einem Test von einem Android Smartphone ein etwas lächerlicher Minuspunkt!

    Oder wird beim nächsten Apfel Test als Minuspunkt stehen:

    -kein Android

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  2. Ich habe mich auch für ein Nexus entschieden das 6 P sollte es sein doch dann die Menge an negativen Bewertung bezüglich des splitterns der Kameraabdeckung.
    Was passiert jetzt da Google schweigt Huawei schweigt ist mal wieder wie immer keiner bekennt sich schuldig vielmehr keiner versucht etwas für uns Endverbraucher zu ändern.
    Schafe.

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