Informatiker und DLR arbeiten an einem Routenplaner für den Mars

Mars (Bild: Shutterstock)

Roboter und Drohnen sollen den Mars nach Leben absuchen. Dazu müssen sie aber ihren eigenen Standort genau kennen und präzise navigieren. Was einfach klingt ist in Wahrheit ziemlich kompliziert. Daher starten die DLR und Informatiker der Uni Würzburg ein Projekt, um nach einer Lösung zu suchen.

Im Fokus der Erkundungstour liegen die Valles Marineris. Die auf deutsch Mariner-Täler sind rund 4.000 Kilometer lang, bis zu 600 Kilometer breit und stellenweise sieben Kilometer tief. Entdeckt wurden sie von der Mariner 9 -Sonde der Nasa. In den Mariner-Tälern könnte früher Wasser geflossen und somit Leben möglich gewesen sein.

Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR sucht nach  Möglichkeiten, die Valles Marineris auf dem Mars zu erkunden. Zum Einsatz sollen Drohnen, Rover und Laufrobotern kommen. Informatiker der Universität Würzburg, unter anderem Professor Sergio Montenegro, Inhaber des Lehrstuhls für Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt, sollen ein lokales Ortungs- und Landesystem zu entwickeln.

Die eingesetzten Erkundungsobjekte sollten ganz genau wissen wo und ihre Begleiter befinden. „Wenn beispielsweise eine fliegende Drohne aus der Luft eine interessante Struktur entdeckt hat, bei der es sich lohnen könnte, eine Bodenprobe zu entnehmen, muss sie dem entsprechenden Roboter den exakten Ort mitteilen können“, erklärt Sergio Montenegro.

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Auch die Energieversorgung soll durch den Routenplaner überwacht werden. So dass Drohnen mit leerem Akku sich zum sogenannten Lander bewegen, um dort wieder Energie auftanken kann. Auf der Erde können wir dank Satelliten jeder Zeit mit dem Smartphone unseren Standort bestimmen. Auf dem Mars stehen diese allerdings nicht zur Verfügung und erschweren daher die Routenplanung.

Als Satellitenersatz soll der Lander bei seinem Anflug auf die Valles Marineris viele sogenannte Funkbojen abwerfen, die sich über die Oberfläche verteilen. Diese sollen per Funksignal ihre jeweilige Position bezogen auf den Standort des Landers ermitteln. Die von den Würzburger Informatiker zu entwickelnde Software soll auch eine Kommunikation unter den Objekten ermöglichen.

Kleinste Fehler der Messungen zum Beispiel durch die Umgebung erzeugt können hier fatale Folgen haben. Gut möglich, dass  deshalb in ein paar Jahren Drohen durch einen Steinbruch fliegen und dort eine Landung auf dem Mars simulieren.

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