Kernfusion: Deutscher Reaktor erzeugt erstes Wasserstoffplasma

(Bild: IPP)

Die Experimental-Anlage Wendelstein 7-X hat in Greifswald das erste Wasserstoff-Plasma erzeugt. Angela Merkel selbst startete das Experiment.

Fusionsreaktor Wendelstein 7-X

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(Bild: Institut für Plasmaphysik, Matthias Otte)
Bild einer Flussdichten-Diagnose aus dem Innern des Reaktors.

Die Sonne auf Erden als Energiequelle der Zukunft. Dafür soll der deutsche Kernfusions-Reaktor Wendelstein 7-X den Weg ebnen. Am Mittwoch wurde in einem Experimental-Lauf das erste Wasserstoff-Plasma mit dem Versuchsreaktor erzeugt. Zu diesem historischen Experiment kam die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich in die Versuchseinrichtung und schaltete das Wasserstoff-Plasma ein.

Im Dezember letzten Jahres wurde die Anlage in Greifswald in Betrieb genommen. Dazu wurden zu aller erst Helium-Plasmen erzeugt. Das Edelgas Helium geht wesentlich leichter in den Zustand des Plasmas über, welches für die Kernfusion in dieser Art Anlagen von Nöten ist. Am gestrigen Mittwoch war es dann endlich soweit. Für gerade mal eine halbe Sekunde lang leuchtete das Plasma im Innern des Kernfusionsreaktors vom Typ Stellarator. Die dabei vorherrschende Temperatur belief sich auf mehrere Millionen Grad Celsius.

Das kurze Aufblitzen des Wasserstoff-Plasmas auf den Kontrollbildschirmen der Kernfusion-Versuchsanlage "Wendelstein 7-X" in Greifwald. Das Plasma hatte eine Brenndauer von gerade mal 400 Millisekunden (knapp eine halbe Sekunde). (Bild: Screenshot auf verlinktem Video)

Das kurze Aufblitzen des Wasserstoff-Plasmas auf den Kontrollbildschirmen der Kernfusion-Versuchsanlage „Wendelstein 7-X“ in Greifswald. Das Plasma hatte eine Brenndauer von gerade mal 400 Millisekunden (knapp eine halbe Sekunde).
(Bild: Screenshot aus verlinktem Video)

Bis 2020 sollen die erzeugten Plasmen eine Brenndauer von bis zu 30 Minuten besitzen. Die Schrittweise Erhöhung der Plasmabrennzeiten ist eine zwingend erforderliche Vorgehensweise in der Fusionsforschung. Bis an Kernfusion in einem Ernergie gewinnenden Betrieb überhaupt erst gedacht werden kann, müssen etliche Daten ausgewertet und Parameter angepasst werden, um die Stabilität der Anlage, sowie des Plasmas selbst gewährleisten zu können.

(Bild: IPP)

Tags :Quellen:heise

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