USB-C-Kabel können Notebooks grillen

(Bild: James Martin/CNET)

Wer billig kauft, kauft zweimal oder im Fall von USB-C-Kabels ein neues Notebook. Ein Google-Ingenieur hat diese bittere Erfahrung machen müssen und prüft nun systematisch Kabel für USB-C auf Standardkonformität.

Benson Leung von Google hatte sich mit einem billigen USB-C-Kabel eines chinesischen Herstellers nicht nur sein Notebook Pixel C sondern auch noch zwei Messgeräte zerstört.

Nach einem Neustart ging das Notebook anschließend nur noch in einen Wiederherstellungsmodus, da es den Embedded Controller im System nicht mehr verifizieren konnte. Eine genauere Untersuchung des Pixel C zeigte die ernsthafte Beschädigung von Komponenten, die mit der Verwaltung der USB-C-Anschlüsse und ihren Lade-Fähigkeiten in Verbindung standen. Dem getesteten Kabel attestierte er eine völlig falsche Verdrahtung und warnte: „Es muss eigentlich kaum noch gesagt werden, dieses Kabel ist grundsätzlich gefährlich. Kaufen Sie es unter keinen Umständen.“

Eine ähnliche Erfahrung machte The-Verge-Autor Dieter Bohn. Er setzte ein bei Amazon erworbenes Kabel sein, das ihm ermöglichen sollte, sein Smartphone Nexus 6P mit USB-C-Anschluss durch die USB-A-Buchsen seines Macbook Air zu laden. Als das Kabel dabei zu viel Strom anforderte, griffen sogar noch Apples Schutzmaßnahmen und schotteten die USB-Ports ab. Es reichte aber nicht aus, um eine Beschädigung zu verhindern – die Anschlüsse funktionierten anschließend nur noch sporadisch.

Für den Fehler verantwortlich sieht Bohn allein das Kabel, das mit richtig dimensionierten Widerständen und korrekter Verdrahtung beide Seiten vor einer Überlastung schützen sollte. Er warnt davor, dass USB-C-Kabel „russisches Roulette mit ihrem Notebook“ spielen: „Wenn Sie einfach zu Amazon gehen und dort und ein beliebiges USB-C-Kabel kaufen, könnten Sie eines erwischen, das blitzschnell Ihr Notebook zerstört.“ Dazu verweist er auf ein Tabellenblatt mit Leungs Testergebnissen.

Benson Leung bemängelt eine allgemein schlechte Verlötung der untersuchten Kabel und darüber hinaus, dass viele Hersteller falsche Versprechungen machen. Sie sichern beispielsweise Übertragungsgeschwindigkeiten des Standards USB 3.1 zu und sind mit dem SuperSpeed-Logo versehen – dabei weisen ihre Kabel aber gar nicht die dafür erforderlichen zusätzlichen Drähte auf. Lernwillige Hersteller macht er auf ein Video von Texas Instruments aufmerksam, das in das richtige Design von USB-C-Kabeln einführt.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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