Malware kommt ins Museum

(Malware Museum)

Für alles gibt es ein Museum - also auch für Computerviren. Natürlich ist das kein Museum, in das man hinein laufen kann. Das Malware-Museum für historische Computerviren wurde vom Internet Archive ins Leben gerufen.

Das Malware-Museum für historische Computerviren zeigt vor allem Bösewichte aus den Achtziger- und Neunzigerjahren. Die interessantesten Ausstellungsstücke: Casino, der noch wirklich Daten auf der Festplatte des Users löschte, sie aber im RAM sicherte und den Nutzer die Chance bot, sie zu retten: Mit einer Partie auf einem Online-Spielautomaten.

Über den Browser-Emulator DOS Box können Besucher des Museums Casino und andere Malware so erleben, wie sie auf einem IBM-PC seinerzeit auftraten. Hypponen weist darauf hin, dass „destruktive Programmteile“ entfernt wurden, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. DOS Box war fürs MS-DOS-Spielearchiv des Internet Archive konzipiert worden.

Insgesamt werden 65 Exponate gezeigt, darunter die nach einer Figur im Roman „Der Herr der Ringe“ benannte Schadsoftware Frodo. Sie aktiviert sich am Geburtstag dieser Figur, dem 22. September. Auch Techno ist das Ausprobieren wert: Es piept, schreibt den Bildschirm mit dem Begriff Techno voll und fordert den Nutzer auf, keinesfalls die Tastatur anzurühren.

Zudem enthält das Museum ein Video einer Präsentation einer Demonstration von Hypponen bei der Konferenz Defcon 2011, wo er eine Floppy-Disk mit dem ersten PC-Virus Brain.A von 1986 präsentierte. Vor ihm gab es Hypponen zufolge allerdings schon einige Apple-Viren, die auf lange Sicht aber eine untergeordnete Rolle spielen sollten.

Zu den Besonderheiten von Brain.A zählt laut Hypponen, dass seine pakistanischen Autoren ihre Namen, Telefonnummern und Postadressen darin hinterlegten. Hypponen kontaktierte sie und erfuhr, der Virus sei nur als Beweis gedacht, dass DOS nicht so sicher wie Unix sei. Wie damals die meisten Viren verbreitete sich Brain.A von Disk zu Disk. Er jagte zahlreichen Anwendern weltweit einen gehörigen Schrecken ein.

Tags :Quellen:ZDnet.comVia:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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