Hoaxmap zeigt Falschmeldungen über Asylsuchende

Hoaxmap Screenshot

Flüchtlinge wildern Schwäne und schänden Gräber - solche oder ähnliche Negativmeldungen über Flüchtlinge gibt es vor allen auf Facebook zuhauf. Wie viele davon frei erfundene Falschmeldungen sind, zeigt nun das Projekt Hoaxmap.

In München werden Bordell-Gutscheine für Geflüchtete vom Sozialamt des Freistaates Bayern verteilt. In Gießen wird ein sechs Jahre altes Mädchen beim Ausstieg aus dem Stadtbus von zwei Flüchtlingen angegriffen. In Cottbus gibt es keine freien Kita-Plätze mehr, weil dort Flüchtlingskinder untergebracht werden. Flüchtlinge urinieren in Regale eines Bautzeners Supermarktes.

Was haben all diese Meldungen gemein? Sie hetzen gegen Asylbewerber und es sind nachgewiesenermaßen Falschmeldungen, wie in den Verlinkungen ersichtlich. Europaweit finden sich hunderte hetzerische Falschmeldungen gegen Flüchtlinge, die keinen anderen Zweck verfolgen, als Wut zu schüren und Vorurteile zu bestätigen.

Hoaxmap zeigt Falschmeldungen

Einen Überblick darüber zu bekommen, welche Meldungen echt und welche erfunden sind, ist schier unmöglich. Bisher zumindest. Denn nun sammelt das Projekt Hoaxmap widerlegte Gerüchte rund um Asylbewerber und bettet sie in Google Maps ein. Hoaxmap wurde vor etwa zwei Wochen ins Leben gerufen. Dennoch wurden bisher für Deutschland und Österreich bereits 187 widerlegte Falschmeldungen eingetragen.

Hoaxmap selbst schreibt: „Die Hoaxmap ist aus dem Wunsch entstanden, eine Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte zu bringen und die Dekonstruktion selbiger zu erleichtern. Sämtliche „Auflösungen“ sind etablierten Medien entnommen und verlinkt. Sofern kein Datum für den jeweiligen Vorfall aufgeführt ist, wurde das Datum des Artikels übernommen. In den wenigen Fällen, in denen kein konkreter Ort angegeben war, wurde die Hauptstadt des Landkreises bzw. Bundeslandes übernommen.“

Und weiter: „In der Sammlung tauchen auch einige Gerüchte auf, die sich nicht direkt auf Asylsuchende beziehen, sondern auf angebliche Straftaten oder Repressionsmaßnahmen gegen TeilnehmerInnen rassistischer Demonstrationen. Diese wurden mit aufgenommen, weil sie ebenfalls das Narrativ der Meinungsunterdrückung und das Weltbild der GerüchteerzählerInnen bestärken.“

Laut der Süddeutschen Zeitung wurde Hoaxmap von der Deutschen Karolin ins Leben gerufen, die gerne anonym bleiben will. Zusammen mit einer Freundin sammelt sie Meldungen und überprüft ihren Wahrheitsgehalt. Seit Hoaxmap auch mediale Beachtung findet, trudeln immer mehr Falschmeldungen ein.

„Es gibt uralte Vorurteile und Stereotype, die das Fremde als Bedrohung betrachten“, sagt Lena Frischlich, Medien- und Sozialpsychologin an der Uni Köln. „Solche Falschmeldungen sind eine Bestätigung dieser Vorurteile. Es passt in das vorgefertigte Bild. Man wurde immer wieder vor „dem Wolf“ gewarnt, und plötzlich ist er da.“
Kölner Stadt-Anzeiger

Tags :Quellen:HoaxmapVia:Süddeutsche Zeitung
    1. Es sind keine Falschmeldungen, wenn es tatsächlich passiert. Das „deutsche Volk“ hat bereits jede Menge Mist gebaut, weit mehr als jeder Flüchtling es könnte.

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