Mehrere Krankenhäuser in NRW von Computerviren lahm gelegt

Krankenhaus (Bild: Shutterstock)

In Nordrhein-Westfalen waren in letzter Zeit mehrere Klinken Opfer von Computerviren. Das Lukas-Krankenhaus in Neuss wurde durch einen E-Mail-Anhang mit dem Virus infiziert. Folge war ein Herunterfahren des kompletten Klink-Netzwerkes.

RP Online hat berichtet, dass in Nordrhein-Westfalen mehrere Krankenhaus-Netzwerke von Viren infiziert wurden. Betroffen waren wohl Kliniken in Essen, Köln und Mönchengladbach. Der jüngste Fall betraf das Lukas-Krankenhaus in Neuss. Der Computervirus kam über einen unachtsam geöffneten E-Mail-Anhang ins System.

Als Folge der Virusinfektion musste das Lukas-Krankenhaus ihr Netzwerk vollständig herunterfahren, was großen Einfluss auf den laufenden Betrieb hat. Beispielsweise muss ein Teil der täglich rund 50 geplanten Operationen verschoben werden, weil benötigte Daten zu Vorerkrankungen oder -untersuchungen nicht abgerufen werden können.

„Durch das Virus sind wir auf den Stand von 2006 zurückgeworfen worden und können nicht auf gewohntem Niveau arbeiten. Hunderte Rechner sind vom Virus befallen“, sagte Tobias Heintges, ärztlicher Geschäftsführer des Lukaskrankenhauses in Neuss, gegenüber RP Online. Experten arbeiteten aber bereits an einer Lösung der Probleme.

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Besonders in Bereichen, die stark auf digitale Technik angewiesen sind, kommt es zu Beeinträchtigungen. Das gilt etwa für die Kardiologie, weshalb Herzinfarkt-Patienten aktuell an andere Kliniken verwiesen werden.

Wie Der Westen berichtet, hatte das Lukaskrankenhaus erst vor zwei Wochen die Initiative „Visite 2.0“ vorgestellt. In deren Rahmen können Ärzte direkt am Krankenbett eine digitale Krankenakte des Patienten mit Laborwerten und Behandlungsverlauf auf einem iPad Mini abrufen. Jetzt müssen sie vorübergehend wieder auf Papier umsteigen.

Bei der in das Kliniksystem eingeschleusten Schadsoftware handelt es sich um eine Ransomware. Sie verschlüsselt die auf Rechnern und im Netzwerk gespeicherten Daten und fordert ein Lösegeld, um sie wieder freizugeben. „Die Patientendaten sind nicht weg“, versicherte Kliniksprecher Andreas Kremer im Gespräch mit Der Westen. „Wir machen natürlich regelmäßig Sicherungen.“ Und die neuesten Daten würden derzeit von Experten des Sicherheitsanbieters Sophos entschlüsselt.

Laut RP Online wurde ein anderes Krankenhaus in NRW im Sommer ebenfalls von einer Ransomware befallen, nämlich einer Variante von Cryptowall. Sie gelangte offenbar durch den Aufruf eines Videoplayers auf einer Streaming-Website ins System. Anschließend verschlüsselte die Malware mehrere Terabyte Daten. Bei einem zweiten Angriff konnte sie dank einer „Opferdatei“, die vor unautorisiert veränderten Inhalten warnt, frühzeitig aufgehalten werden.

Via:Mit Material von Björn Greif, Zdnet.de
  1. Klingt ja fast nach Satire, wenn man liest, dass hunderte Krankenhaus-Rechner von einem Virus befallen sind. Nur lachen kann ich darüber nicht. „50 geplanten Operationen verschoben werden“.. Da kann einem schlecht werden! Hoffentlich können die Verantwortlichen ausfindig gemacht, zur Rechenschaft gezogen und Krankenhäuser so stabil wie möglich gesichert werden.

  2. Soetwas passiert vor allem dann, wenn man die eigenen Mitarbeiter nicht ausreichend schult. Im Umgang mit sensiblen Patientendaten ist das derart Fahrlässig, dass man den Krankenhäusern gleich noch eine Extra-Strafe aufbrummen sollte wegen unzureichendem Datenschutz.

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