Apple widersetzt sich trotz Urteil iPhone für FBI zu knacken

(Bild: Apple)

Apple CEO Tim Cook informiert in einem offenen Brief seine Kunden, was es mit dem Urteil auf sich habe und widersetzt sich gleichzeitig dem Urteil das iPhone zu hacken.

Apple widersetzt sich trotz richterlicher Anordnung ein iPhone für die Ermittlungen bezüglich des San Bernadino-Terror-Anschlags zu entschlüsseln. CEO Tim Cook informiert in einer Nachricht an Apple-Kunden darüber. Die US-Regierung bedrohe mit ihrer Entscheidung die Sicherheit der Apple-Kunden,  so Cook in dem offenen Brief. Apple will darüber informieren, worum es tatsächlich in dem Verfahren gehe und welche Haltung es zu dem Urteil habe.

Das Smartphone gehört einem der Täter, welche Ende 2015 einen Anschlag im südkalifornischen San Bernadino verübt haben. Dabei wurden 14 Menschen getötet und 21 verletzt. Innerhalb von fünf Tagen soll Apple dem FBI ein Tool zur Verfügung stellen, das die eigene Sicherheitsfunktion aushebelt, welche dazu führt, dass nach zehn falschen Passworteingaben alle Inhalte auf dem Gerät automatisch gelöscht werden. Danach wäre es dem FBI möglich das Passwort mit Hilfe einer Brute-Force-Methode  zu ermitteln.

Cook erklärt, Apple habe „keine Sympathie für Terroristen“ und also auch im Fall des Anschlags von San Bernardino mit der Polizei zusammengearbeitet. So gab es die ihm zur Verfügung stehenden Daten heraus und leistete Hilfestellungen zu den verfügbaren Optionen fürs weitere Vorgehen der Ermittler. „Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht und zugleich gesetzeskonform ist. Jetzt aber fordert die US-Regierung etwas von uns, was wir einfach nicht haben und was wir für zu gefährlich halten, um es zu schaffen. Sie möchte, dass wir eine Hintertür zum iPhone erstellen.“

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Das sei vielleicht nicht die Wortwahl des FBI, erklärt Cook, aber es handle sich um nichts anderes als eine Hintertür: eine bisher nicht existierende Software, die Zugang zu den Daten auf einem iPhone gewährt. Die vom FBI versprochene enge Kontrolle eines solchen Werkzeugs lasse sich aber nicht garantieren.

Cook schreibt weiter: „Einmal erstellt, könnte eine solche Technik wieder und wieder genutzt werden, für beliebig viele Geräte. In der realen Welt wäre das Äquivalent ein Generalschlüssel, der hunderte Millionen Schlösser öffnet – von Restaurants und Banken bis zu Geschäften und Eigenheimen. Kein vernünftiger Mensch fände das akzeptabel.“

Apple glaube, dass die Polizei gute Absichten habe. Es fürchte aber einen gefährlichen Präzedenzfall. Jeder solle doch bitte noch einmal einen Schritt zurück machen und die Folgen durchspielen, schlägt Cook vor. „Wenn wir uns dieser Anordnung widersetzen, dann nehmen wir diese Entscheidung nicht leicht. Wir glauben, die Stimme erheben zu müssen, da die US-Regierung unserer Überzeugung nach ihre Rechte überschreitet. Wir hinterfragen die Forderungen des FBI mit dem tiefsten Respekt für die amerikanische Demokratie und in Liebe zu unserem Land.“

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Apple verschlüsselt seit der Einführung von iOS 8 alle iPhones und iPads, die mit einem Passcode geschützt sind. Als Folge können Ermittler in den meisten Fällen auf Apple-Geräte mit iOS 8 oder iOS 9 nicht zugreifen – und beide OS-Version zusammen sind inzwischen für rund 94 Prozent der Zugriffe auf Apples App Store verantwortlich. Zudem erlaubt iOS 9 die Eingabe sechsstelliger Passcodes, was Brute-Force-Angriffe zusätzlich erschwert. Nach zehn falschen Passworteingaben würden alle Inhalte automatisch gelöscht.

Bisher ist unklar, ob Apple überhaupt über die technischen Möglichkeiten verfügt, der Anordnung zu entsprechen. Während Cook sich auf eine solche Diskussion offenbar nicht einlassen will, hat der „Trail of Bits Blog“ diese Frage umfassend geprüft. Das Ergebnis: Da es sich um ein iPhone 5C noch ohne den mit Touch ID einhergehenden Hochsicherheitsbereich „Secure Enclave“ handle, könnte Apple per Device Firmware Upgrade (DFU) die Passwortabfrage aushebeln. Die dafür angepasste Firmware müsse es auch nicht unbedingt dem FBI übergeben, sondern könnte das Entsperren bei sich vornehmen, um Missbrauch vorzubeugen.

(Bild: Apple)

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDnet.de

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