Künstliche Organe: Forscher erzeugt Blutgefäße mit Zuckerwattemaschine

(Bild: Bellan Lab / Vanderbilt)

Die Biomedizinische Forschung ist auf den Geschmack gekommen. Mit verklebten Fäden aus einer Zuckerwattemaschine lassen sich nicht nur Süßigkeiten herstellen.

Eine klebrige Zucker-Wolke am Stiel bringt aus gesundheitlicher Sicht eher fragwürdige Effekte auf unseren Körper mit sich. Mit Hilfe von Zucker, einer einfachen Zuckerwattemaschine und Gelatine züchtet Leon Bellan von der Vanderbilt University ganze 3D-Gefäß-Netzwerke, die in künstlichen Organen Anwendung finden könnte.

So einfach wie mit dieser Methode ist es Wissenschaftlern noch nie gelungen komplexe Gefäßstrukturen zu erzeugen. Ein solches synthetisches Gefäß-Netzwerk könnte damit die Grundlage für die Produktion von künstlichen Organen werden. Niere, Leber oder auch die Lunge bestehen zum Großteil aus komplizierten dreidimensionalen Gefäßstrukturen.

Die haarfeinen Blutgefäße (Blutkapillare) unter dem Mikroskop (Bild: Bellan Lab / Vanderbilt)

Die haarfeinen Blutgefäße (Blutkapillare) unter dem Mikroskop
(Bild: Bellan Lab / Vanderbilt)

Mit einem Zehntel des Durchmessers eines menschlichen Haares zieht Leon Bellan bereits seit seiner Promotion Fäden mit einer Zuckerwattemaschine. Mittlerweile Nutzt er ein Polymer namens PNIPAM (Poly (N-isopropylacrylamid)) um die Gefäße zu bilden.

Später übergießt er die Struktur mit einem körperwarmen Gemisch aus Gelatine und menschlichen Zellen. Nach dem erstarren der Gelatine und den Zellen (Gelieren) kühlt er das Exemplar auf Raumtemperatur ab. Dabei löst sich das Polymer auf und übrig bleibt die Struktur auf Zellen-Basis.

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Netwerk an Blutgefäßen in einem Gelatine-Würfel. (BIld: Bellan Lab / Vanderbilt)

Netwerk von Blutgefäßen in einem Gelatine-Würfel.
(BIld: Bellan Lab / Vanderbilt)

(Bilder: Bellan Lab / Vanderbilt)

Tags :Quellen:Heise/Makevanderbilt.edu

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