Apple unter Druck: iPhone Entsperrung bekommt drei Tage mehr Zeit

(Bild: Apple)

Am 26. Februar muss Apple den US-Behörden ein Entschlüsselungs-Tool für das iPhone liefern. So zwei anonyme Informanten.

Bloomberg erfuhr von zwei anonymen Informanten, dass Apple eine Fristverlängerung von drei Tagen bekommt um den US-Ermittlungsbehörden ein Tool bereit zu stellen, dass es ermöglichen soll ein iPhone zu Entschlüsseln. Die Ursprüngliche Frist von fünf Tagen wäre am 23. Februar abgelaufen.

Apple hat auf die richterliche Anordnung deutlich reagiert. In einem öffentlichen Brief an die Kunden bezieht Tim Cook Stellung vor den Kunden. Dafür bekam er die geschlossene Unterstützung der IT-Branche. „Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht und zugleich gesetzeskonform ist. Jetzt aber fordert die US-Regierung etwas von uns, was wir einfach nicht haben und was wir für zu gefährlich halten, um es zu schaffen. Sie möchte, dass wir eine Hintertür zum iPhone erstellen.“ So Cook in der Bekanntmachung.

Das sei vielleicht nicht die Wortwahl des FBI, erklärt Cook, aber es handle sich um nichts anderes als eine Hintertür: eine bisher nicht existierende Software, die Zugang zu den Daten auf einem iPhone gewährt. Die vom FBI versprochene enge Kontrolle eines solchen Werkzeugs lasse sich aber nicht garantieren. Das fragliche Smartphone gehört einem der Täter, die im Dezember 2015 im südkalifornischen San Bernardino bei einem Anschlag 14 Menschen getötet und 21 weitere verletzt haben.

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Die New York Times berichtet parallel, Apple habe das FBI im Zug der Ermittlungen zu dem Anschlag in San Bernardino gebeten, Zugang zu den auf dem iPhone gespeicherten Daten unter dem Siegel der Vertraulichkeit zu beantragen. Das FBI habe dies aber abgeschlagen und die richterliche Aufforderung an Apple öffentlich gemacht. Nur deshalb habe sich CEO Tim Cook gezwungen gefühlt, gleichermaßen öffentlich die Zusammenarbeit zu verweigern und also einen riskanten Konfrontationskurs einzuschlagen.

Dass Apple das Gerät des Terroristen Syed Farook überhaupt entschlüsseln könnte, bejaht der „Trail of Bits Blog“ in einer Analyse. Da es sich um ein iPhone 5C noch ohne den mit Touch ID einhergehenden Hochsicherheitsbereich „Secure Enclave“ handle, könnte Apple per Device Firmware Upgrade (DFU) die Passwortabfrage aushebeln. Die dafür angepasste Firmware müsse es auch nicht unbedingt dem FBI übergeben, sondern könnte das Entsperren bei sich vornehmen, um Missbrauch vorzubeugen.

Richter Sheri Pym beruft sich in seiner an Apple gerichteten Anordnung auf ein Gesetz von 1789, den All Writs Act. Nicht nur Tim Cook glaubt, dass so ein „gefährlicher Präzedenzfall“ geschaffen wird und dass Apple gezwungen werden soll, seine eigenen Kunden zu hacken. Auch Google-Chef Sundar Pichai, WhatsApp und Facebook, die sich mit Apple solidarisch erklärt haben, fürchten einen unwiderruflichen Vertrauensverlust, der ihr Geschäftsmodell bedrohen würde. Facebook hat sich gerade verpflichtet, künftig gegen eventuelle ähnliche Anordnungen „aggressiv vorzugehen“, und Twitter-CEO Jack Dorsey dankte seinem Apple-Kollegen Cook, dass er in dieser Sache eine Führungsrolle übernommen habe. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass sowohl Strafverfolger als auch IT-Firmen in dieser Angelegenheit eine klärende Konfrontation ansteuern.

(Bild: Apple)

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  1. Die Sicherheit des iPhones war seit dem iPhone 2 der Grund, dass ich die Geraete von Apple kaufte. Ich wusste, niemand konnte meine Daten einsehen. Nun soll das ein Ende haben?
    Da kann ich doch gleich jedes Handy fuer 100€ kaufen.

    1. Träume weiter…
      Jede USA Firma ist durch USA Gesetze gezwungen, in ihre Produkte Backdoors und Schadsoftware u.a. für NSA-Ausspähungen einzubauen.
      USA Gesetze zwingen mit Androhung von harten Strafen, auch USA-Firmen, darüber Nichts bekannt zu geben. (Maulkorb- Paragraf in „Demokratie“)
      U.a. in Betriebssysteme von Apple, Microsoft, Googels- Android, usw. Aber auch in Hardware, wie iPhone, Motorola, Dlink und viele hunderte weitere.
      USA kann auch mit weiteren Methoden Firmen zum Schnüffeln / Backdoors erpressen, z.B. mit teure Steuerprüfungen, Staatsaufträgen, Schikanen, usw. Und mit TTIP wäre es noch viel schlimmer!

      Deutschland + Europa + Welt sollte sich von USA unabhängiger machen, statt sich immer mehr durch USA abhängig und ausspionierbar, und dadurch erpressbar zu machen!
      Europa müsste für Unabhängigkeit ggf. durch Subventionen, die Entwicklung von eigenen Betriebssystemen, Software und auch Hardware fördern.
      Das es geht zeigt erfolgreich Airbus, und das trotz NSA Wirtschaftsspionage für Boeing & Co)… Ohne NSA- Wirtschaftsspionage ginge es noch viel besser.
      Genau betrachtet, müssten alle Produkte von durch USA kontrollierten Firmen, in den IT- und Kommunikations- Bereichen, in EU verboten werden.

  2. Wenn das Ganze keine Show ist, um die naiven Apple Kunden weltweit in falschen Sicherheit zu wiegen.
    U.a. bei Skype- Verschlüsselung war es ähnlich…
    Alle USA Firmen haben gelogen, und behauptet nicht zu spionieren, wohl auch aus Angst, dass die Kunden weglaufen, und das zu Recht!
    Bis es durch den Helden Snowden enthüllt wurde.
    Siehe hier PRISM- Liste der bisher bekannten Schnüffler Starts: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Prism_slide_5.jpg

    1. Natürlich ist das Show.
      Apple hätte ja die Daten raugegeben, wenn das FBI nicht an die Öffentlichkeit gegangen wäre. Aber jetzt da es publik ist, muss Apple sich medienwirksam wehren, um nach außen das Gesicht zu wahren.
      Sobald eine Hintertür existiert wird sie sowohl von Überwachungsorgangen wie auch von Kriminellen genutzt. Der Fingerabdrucksensor („wie futuristisch“) z.B. ist ein reines Plazebo.

      P.s. Sell schön mal wieder was von dir zu lesen. Gehe deiner Meinung in 95% der Fälle konform.

      1. @Thilo
        Schaue nur selten hier rein.
        Die Diskussionskultur und und die rare sachliche Thema-bezogene Resonanz ist nahezu Null.
        Gegen Steine oder Mauer zu kommentieren ohne Feedback der auch einem etwas zurückgibt, ist Zeitverschwendung…
        Schade um die Zeit.

        1. @Sell
          Da muss ich dir leider recht geben. Diskussionskultur ist hier leider ein Rares gut. Das merkt man auch daran, dass es generell an Kommentaren mangelt.
          Dabei sind es doch gerade die unterschiedlichen Sichtweisen der Zielgruppen, welche einem Blog die Würze verleihen.

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