Tim Cook wendet sich in Verschlüsselungsaffäre an Mitarbeiter

(Bild: James Martin / CNET.com

Tim Cook hat sich in einer E-Mail an die Mitarbeiter von Apple gewandt, um ihnen Apples Haltung zu einem Gerichtsbeschluss zu erläutern, der Apple zum Hacken eines iPhones zwingen soll. Es gehe hier um Grundsatzfragen und nicht um ein spezielles iPhone oder ein einzelnes Verfahren betonte Cook.

Apple gehe es laut Cook um die Privatsphäre Hunderter Millionen unbescholtener Menschen und ihre Freiheitsrechte. Apple bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung der Mitarbeiter in dieser Frage. Die Mitarbeiter-E-Mail wurde TechCrunch zugespielt. Die Website veröffentlichte sie daraufhin.

Cook sagt aber auch klar, wie sich Apple das weitere Prozedere in den Fall vorstellt. „Unser Land war immer am stärksten, wenn wir uns versammelt haben. Unserer Meinung nach wäre es das beste, wenn die Regierung ihre Anforderung nach dem All Writs Act zurückzöge und, wie manche Kongressmitglieder bereits vorgeschlagen haben, eine Kommission oder ein anderes Gremium aus Experten für Geheimdienste, Technik und Bürgerrechte bilden würde, um die Folgen für Gesetzesvollstreckung, nationale Sicherheit, Privatsphäre und persönliche Freiheiten zu diskutieren. Apple wäre gern bereit, an einem solchen Versuch teilzunehmen.“

Abschließend bedankt sich Cook speziell bei jenen Apple-Mitarbeitern, die an Sicherheitsmaßnahmen arbeiten, die dem Schutz der Kundendaten dienen. Er verlinkt aber auch auf eine weitere Informationsseite Apples, die für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Dort steht unter anderem, es sei eine Illusion, Apple könne das benötigte Werkzeug – nach seiner Darstellung eine alternative OS-Version – schaffen und anschließend wieder löschen. In der digitalen Welt gehe nichts verloren. Und allein die Existenz eines solchen Werkzeugs würde zu „unablässigen Cyberangriffen“ auf Apple führen.

Erstmals heißt es in der FAQ auch ausdrücklich, Apple habe in der Vergangenheit noch nie ein iPhone für Ermittlungsbehörden „entsperrt“. Es gebe der Polizei aber Tipps und Richtlinien und habe schon einmal auf richterliche Anordnung hin einem Gerät Daten „extrahiert“.

Am Sonntag hatte FBI-Direktor James Comey in einer Erklärung versucht, die Angelegenheit als „ganz einfach“ darzustellen – und zugleich zu emotionalisieren. „Vielleicht enthält das Telefon einen Hinweis auf weitere Terroristen. Vielleicht auch nicht. Aber wir können den Überlebenden nicht ins Auge sehen, oder uns im Spiegel, wenn wir dieser Spur nicht nachgehen.“ Dabei stelle die Behörde doch keineswegs überzogene Forderungen: „Wir wollen einfach die Chance, mit richterlicher Ermächtigung, den Passcode des Terroristen zu erraten, ohne dass sich das Telefon quasi selbst zerstört und ohne dass wir ein Jahrzehnt brauchen, um auf den richtigen Code zu kommen. Wir wollen niemandes Verschlüsselung knacken oder einen Universalschlüssel freisetzen.“

Ebenfalls am Wochenende gestand das FBI ein, übereilt das iCloud-Passwort des Terroristen Syed Farook zurückgesetzt zu haben. Damit versperrte es sich selbst einen einfachen Weg, an die Daten zu kommen. In einer Stellungnahme heißt es, das Zurücksetzen des Passworts habe sich nicht auf Apples Kooperationsmöglichkeiten ausgewirkt, und die Erfahrung zeige, dass das Gerät selbst oft weit mehr Spuren enthalte als ein einfaches Backup.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de
  1. Nun, wer das FBI auch nur ein wenig kennt, weiß, was er von den Beteuerungen des FBI-Chefs zu halten hat. der frühere Chef hat es uns doch vor Augen geführt. Apple hat völlig zu Recht eine „Mitarbeit“ mit dem FBI abgelehnt.

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