Krank durch 3D-Drucker?

(Bild: XYZPrinting)

Einer Studie zur Folge sind 3D-Drucker beziehungsweise ihre Emissionen gar nicht so unproblematisch. Das Problem sind die erhitzten Kunststoffe.

Nach einer Studie des Illinois Institute of Technology sorgen eine Reihe von Emissionen beim 3D-Druck dafür, dass nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass diese gesundheitsschädlich sind. Ultrafeine Partikel und flüchtige organischen Verbindungen werden mehr oder minder ungefiltert an die Umwelt abgegeben.

Wieviel, hängt demnach ab vom Druckermodell und dabei insbesondere davon ab, ob es einen offenen oder geschlossenen Bauraum besitzt, dem Filament, dem Extruder, der Temperatur der Heizplatte sowie der Dauer der Druckvorgangs ab. Den Messungen zufolge ist die Emissionsrate beim Druck mit ABS am höchsten und beim Druck mit PLA am geringsten. Bei den flüchtigen organischen Verbindungen fiel bei ABS mengenmäßig vor allem Styrol an, bei PLA war es vor allem Lactid. Während Lactid als ungefährlich gilt, steht Styrol in dem Verdacht, krebserregend zu sein.

Damit hat PLA, das insbesondere im Bereich der privaten Anwender das gängigste und beliebteste Filament ist, noch einmal Pluspunkte gesammelt. Es wird meist in Geräten verwendet, die nach dem FDM-Verfahren arbeiten, wie sie etwa von den Anbietern Makerbot, RepRap und Ultimaker vermarktet werden. Zu seiner Beliebtheit hat nicht nur beigetragen, dass es PLA in eigentlich allen Farben gibt, sondern auch, dass es schwer entflammbar ist, eine hohe UV-Beständigkeit aufweist, und ein geringes Gewicht hat.

Nicht zuletzt hat es seinen guten Ruf zu verdanken, dass es aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke hergestellt werden kann und auch bei der Entsorgung weitgehend unproblematisch ist. Einen Nachteil hat PLA allerdings: Der Schmelzpunkt ist relativ niedrig und die Festigkeit der gedruckten Objekte deutlich geringer als bei ABS, das im Test in Hinblick auf Emissionen am schlechtesten abgeschnitten hat.
(Bild: Illinois Institute of Technology)
Bereits früher hatten 3D-Druck-Enthusiasten darauf hingewiesen, dass sich Emissionen zumindest reduzieren lassen, indem Drucktemperatur und Temperatur des Druckbetts so gering wie möglich gehalten werden. Eine Einhausung des Bauraums hilft ebenfalls. Ist sie nicht vorhanden, kann sie unter Umständen leicht selbst fabriziert werden. Außerdem empfiehlt sich, einen Abzug über dem Drucker zu installieren und auf die Herkunft des Verbrauchsmaterials zu achten. Denn auch hier gilt wie eigentlich immer: Besonders günstige Offerten bergen das Risiko, dass sie aus weniger sorgfältig kontrollierter Produktion stammen und daher die Inhaltsstoffe weniger streng überprüft wurden.

Tags :Quellen:Mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de

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