Creative Sound BlasterX G5 Test – 7.1 Klang für Kopfhörer

Creative Sound BlasterX Ubergizmo Ranked

Die portable Soundkarte Creative Sound Blaster X G5 wurde speziell für Gamer entwickelt und verspricht hochwertigen 7.1 Surround Sound über Kopfhörer. Wir haben uns das Gadget angeschaut und waren von dem Effekt in der Tat überrascht.

Creative Sound BlasterX G5 Test - Alle Bilder & Screenshots

Bild 1 von 13

Creative Sound BlasterX Ubergizmo Test 6

Dass der Klang bei Computer-Spielen extrem wichtig ist, das stellt wohl kein Gamer ernsthaft in Frage. So ist es vor allem bei Shootern und Abenteuerspielen von großem Vorteil bereits vor dem Hinsehen den Gegner aus einer bestimmten Richtung zu hören und rechtzeitig auf seine Geräusche zu reagieren. Vor allem die großen Spieletitel kommen daher in der Regel nicht nur in Stereo, sondern werden auch in 5.1 oder 7.1 Kanälen gemischt. Doch entsprechende Soundkarten, Verstärker, Lautsprecher-Sets oder Kopfhörer sind teuer, groß oder nicht mit allen Geräten kompatibel – genau hier setzt Creative an.

Design & Verarbeitung

Der Creative Sound BlasterX G5 kommt in einer kompakten, schwarzen Schachtel, die mit unzähligen Schlüsselwörtern übersät ist: 120dB, 24bit, 600Ohm, Scout Mode und und und – damit setzen wir uns später auseinander. Der Blick in die Verpackung offenbart den Inhalt, neben der Soundkarte liegen noch ein microUSB Kabel sowie ein Toslink Kabel bei; beide Kabel sind einen Meter lang und hochwertig verarbeitet. Dazu gibt es noch eine gefaltete Bedienungsanleitungen in diversen Sprachen und um ehrlich zu sein braucht man sie wirklich, denn die Bedienung ist für Einsteiger nicht ganz so intuitiv wie ich es mir anfangs dachte. Auch dazu später mehr.

Der Lieferumfang des Creative Sound BlasterX G5 (Bild: Übergizmo)

Der Lieferumfang des Creative Sound BlasterX G5 (Bild: Übergizmo)

Der Sound BlasterX selbst ist recht kompakt geraten, wenn man bedenkt, dass dort ein kompletter 8-Kanal Verstärker samt Digital-Analog-Converter steckt. Er misst elf Zentimeter in der Höhe, sieben Zentimeter in der Breite und knapp zweieinhalb Zentimeter in der Dicke und passt somit sogar in die Hosentasche. Damit wirbt Creative auch recht offensiv, was zumindest in Hinsicht auf die Verwendung mit einem Smartphone fraglich bleibt, denn der Verstärker besitzt keinen eingebauten Akku und benötigt somit eine externe Stromquelle. Für Musikgenuss mit dem Smartphone muss also zusätzlich eine Powerbank mitgeschleppt werden. (Für dieses Szenario bietet Creative aber den Sound Blaster E5 mit integrierter Batterie an)

Das Design des G5 ist funktional, aber dennoch schick geworden. Der matte, schwarze Kunststoff auf der Oberfläche ist größtenteils resistent gegen Fingerabdrücke, nur die fein angeschliffene Fläche in der Mitte sowie die zwei hochglanzpolierten Stellen sind dafür anfällig. Sehr gut gefällt die gummierte Unterseite, die das Verrutschen auf dem Tisch verhindert. Die Verarbeitungsqualität des G5 ist insgesamt sehr hochwertig und lässt keine Wünsche offen. Alle Tasten sowie der Drehregler haben knackige Druckpunkte und auch die Anschlüsse sind alle sauber gearbeitet und passen genau ins Gehäuse.

Die roten LEDs machen einiges her! (Bild: Übergizmo)

Die roten LEDs machen einiges her! (Bild: Übergizmo)

Das Design des G5 bleibt recht unauffällig, solange man ihn nicht einschaltet. Dann leuchten die LEDs nämlich rot auf und verraten, dass die kleine Kiste einiges an Dampf unter der Haube haben muss. Prominent ist nicht nur das rote X auf der Oberseite, sondern auch der rote Ring rund um den stufenlosen Lautstärkeregler. Dieser ändert seine Intensität je nachdem wie laut ihr den Klang aufdreht. Beleuchtet sind ebenfalls der entsprechende Modus, den ihr gerade gewählt habt sowie welche Voreinstellung gerade gewählt ist – das alles findet ihr auf der rechten Seite.

Was mir ganz klar fehlt? Ein Ein/Aus-Schalter, mit dem ich nicht nur das Geräte, sondern auch das Lichtspektakel nachts ausschalten kann. Der Sound Blaster hängt bei mir nämlich an einem aktiven USB-Hub an einer sichtbaren Stelle und leuchtet somit auch nachts weiter, wenn ich nicht den USB-Stecker ziehe.

Der beleuchtete Ring um das Lautstärke-Rad (Bild: Übergizmo)

Der beleuchtete Ring um das Lautstärke-Rad (Bild: Übergizmo)

Einrichtung mit Nachteilen für XBOX One

Die Einrichtung des Sound Blaster ist recht einfach. Auf der Rückseite findet man zwei mögliche Eingänge: USB, um einen Computer oder eine Playstation anzuschließen und einen kombinierten Line/ optischen Eingang, um eine XBOX One, ein Smartphone oder den Fernseher anzuschließen. Hier finden sich noch zwei weitere Anschlüsse: Ein normalgroßer USB Port, der einfach nur einen Hub darstellt sowie ein kombinierter Line/ optischer Ausgang für den Verstärker oder Boxen. Auf der Fron befinden sich die Ausgänge. Links schließt man sein Headset an (vierpolige Headsets werden unterstützt), rechts ein mögliches Mikrofon, falls die Kabel des Headsets gesplittet sind oder man ein dediziertes Mikrofon nutzen möchte.

Die Anschlüsse auf der Rückseite (Bild: Übergizmo)

Die Anschlüsse auf der Rückseite (Bild: Übergizmo)

Hier kommt jedoch gleich ein Nachteil: Wer wie ich eine XBOX One am Sound Blaster angeschlossen hat, kann kein Mikrofon (oder ein Headset mit Mikrofon) benutzen, weil das optische Toslink Kabel Audiosignale nur in eine Richtung überträgt. Mich persönlich hat es nicht gestört, weil ich fast nie im Multiplayer mitspiele, für einige könnte es aber ein wahrer „Deal-Breaker“ sein. Am PC oder an der Playstation gibt es damit keine Probleme.

Funktionen DAC und Verstärker in einem

Der Sound Blaster hat im Grunde zwei Funktionen: Zum einen ist er ein digital-to-analog Converter, also ein DAC, mit eingebautem Verstärker. Zum anderen kann der Verstärker auch virtuellen  7.1 Surround Sound auf Stereo wiedergeben, was vor allem für Gamer und Filmfans interessant ist.

Fangen wir mit dem verbauten Cirrus Logic CS4398 DAC an. Dieser bietet eine recht hohe 24-bit Auflösung  und arbeitet mit einer Abtastrate von maximal 192 Kilohertz – vier mal so viel wie die Abtastrate auf einer Audio-CD. Hoch ist auch der Rauschabstand von 120 Dezibel und gibt somit an, dass der Quantisierungsfehler im Vergleich zum Signal recht gering ist.

Die rechte Seite mit den Modi-Einstellungen (Bild: Übergizmo)

Die rechte Seite mit den Modi-Einstellungen (Bild: Übergizmo)

Doch auch der Verstärker hat etwas zu bieten: Vor allem für audiophile Nutzer interessant ist die Möglichkeit auch Kopfhörer mit großer Impedanz von bis zu 600 Ohm anzusteuern. Dafür hat man auf der rechten Seite einen Wahlschalter, der zwischen einer geringen Verstärkung von 5 Dezibel für Kopfhörer mit geringer Impedanz von 32-150 Ohm und einer Verstärkung von 15 Dezibel für Kopfhörer mit 150-600 Ohm geschaltet werden kann.

Im Vergleich zum eingebauten DAC im MacBook Air klingt Musik etwas höher aufgelöst und hat mehr Druck. Vor allem wer gerne etwas lauter aufdreht, wird den Verstärker hören. Wer jedoch einfach nur einen DAC sucht, der wird günstigere Lösungen finden.

Klang

Am interessantesten sind aber natürlich die unterschiedlichen Surround Profile und ihr Klangeindruck in Verbindung mit Gaming. Auf der rechten Seite finden sich dafür zwei Tasten, die linke ist für den Scout Mode, die rechte wechselt zwischen drei unterschiedlichen SBX Surround-Profilen, was anhand von drei LEDs angezeigt wird.

Die Front des Sound BlasterX G5 (Bild: Übergizmo)

Die Front des Sound BlasterX G5 (Bild: Übergizmo)

Angeschlossen an eine XBOX One fand ich die drei voreingestellten SBX Profile ziemlich gut und passend. Das erste Profil gefiel mir vor allem bei Abenteuer-Titeln wie Assassin’s Creed Syndicate oder Rise of the Tomb Raider sehr gut, weil es ein breites, klares Klangfeld hat und nicht zu viele Informationen schluckt. Die (großartige) Hintergrund-Musik in Assassin’s Creed war immer klar und präsent genauso wie die Stimmen, die von den Passanten und anderen Charakteren kamen. Das zweite Profil ist da schon deutlich basslastiger und für Rennspiele wie Forza Horizon 2 besser geeignet. Der Sound des eigenen Autos wird dadurch deutlich tiefer und natürlicher, genau was ich brauche. Das dritte Profil hat mir weniger gefallen, es war zu dumpf und hat zu viele Informationen geschluckt – deswegen habe ich es einfach ausgewechselt. Mehr dazu unter Software.

Die große Überraschung kam aber, als ich abwechselnd zwischen meinem riesigen Harman/Kardon Stereo-Verstärker und dem Sound BlasterX wechselte – der Gewinn an Klangqualität und Ortungsinformationen war immens hoch. Um ehrlich zu sein war ich etwas skeptisch, was den Surround-Effekt angeht – schließlich besitzt ein Stereo-Kopfhörer immer noch nur zwei Kanäle. Nicht nur die Klarheit und Auflösung des Tons waren deutlich besser und vielschichtiger, man konnte auch viel genauer erhören, wo sich der Gegner oder der aktuelle Spielpartner befindet. Vorbeifahrende Droschken in Assassin’s Creed konnte ich so blind mit dem Ohr nachverfolgen, ohne genau hinzusehen. Insgesamt erhält man einen immersiven Kinoeffekt, der einen noch mehr in den Bann des Spiels zieht.

Die getestete Kombination aus Sound BlasterX und Jabra Vega (Bild: Übergizmo)

Die getestete Kombination aus Sound BlasterX und Jabra Vega (Bild: Übergizmo)

Der 7.1 Effekt funktioniert definitiv und hebt Spiele auf ein anderes Niveau. Einige Rezensenten des Sound Blasters berichten aufgrund der deutlich besseren Ortung von Gegnern sogar von deutlich besseren Ergebnissen bei Shooter-Spielen. Hierbei soll insbesondere der Scout Mode hilfreich sein, der Höhen und die Räumlichkeit etwas mehr betont und somit schon leichtes Rascheln des Gegners verrät. Mir persönlich war der Klang dadurch etwas zu unnatürlich, aber das ist sicher Geschmackssache.

Software

Wem all das nicht reicht, der kann an den Profilen auch noch selbst Hand anlegen. Dafür gibt es für Windows die BlasterX Acoustic Engine Pro Software, Mac Nutzer fragen am besten ihre Windows Freunde. Im Programm selbst kann man drei Audioprofile wählen, um mit der SBX Taste später hin- und her zu schalten. 17 Profile sind bereits zur Auswahl verfügbar, darunter auch ein Paar Spiele-spezifische Profile für Counter Strike, Call of Duty oder The Witcher. Jedes Profil kann man aber auch speziell in der Acoustic Engine an seine Bedürfnisse anpassen. Für Musik-Nutzer gibt es einen umfangreichen manuellen Equalizer. Wer den Sound BlasterX G5 im Multiplayer nutzt, wird VoiceFX witzig finden – dort kann man in Echtzeit die eigene Stimmcharakteristik verändern und somit eine andere Stimme beim Sprechen annehmen.

Fazit

Nach anfänglicher Skepsis konnte der Creative Sound BlasterX G5 im Test nicht nur überraschen, sondern auch überzeugen. Die Klangqualität in Spielen ist hervorragend und gibt Soundtracks und Umweltgeräuschen eine neue Dimension. Auch der virtuelle 7.1 Effekt ist sehr präsent und lässt sich bei Bedarf an den Nutzer und an das Spiel anpassen. Umso besser, dass drei frei belegbare Profile gleich am Gerät ausgewählt werden können. Die Gesamtkombination aus 7.1 Kopfhörerverstärker, DAC und smarter Soundkarte überzeugt im Test, auch wenn der Preis mit 149,99 Euro nicht gerade klein ist.

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Gute Verarbeitung, schickes Design

(Bild: Übergizmo)Hohe Klangqualität

(Bild: Übergizmo)7.1 Surround-Effekt überzeugt

(Bild: Übergizmo)Kein Ein/Aus-Schalter

(Bild: Übergizmo)Keine Software für Mac OS X

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising