NSA scheitert an gesperrten iPhones

(Bild: Wikipedia)

Die Strafverfolgungsbehörden und die Geheimdienste scheitern an verschlüsselten iPhones, bestätigte jetzt FBI-Direktor James Comey bei einer Anhörung vor dem US-Kongress.

Ohne einen Gerichtsbeschluss, der Apple zur Mithilfe zwingt, seien die Polizeien, Geheimdienste und Dienstleister nicht in der Lage, gesperrte iPhone zu knacken. Das beziehe sich ausdrücklich auch auf die NSA.

Mit Apples Unterstützung ist das FBI aber laut Comey in der Lage, die Display-Sperre zu überwinden. „Wir können mit unserer Rechenleistung dieses Telefon freischalten, wenn Apple die automatische Löschung und die Verzögerungen zwischen den Eingabeversuchen entfernt.“

Der Republikanische Abgeordnete Jason Chaffetz kritisierte in dem Zusammenhang Forderungen des FBI nach zusätzlichen Werkzeugen und mehr rechtlichen Befugnissen. Schon jetzt sei der Kongress nicht mehr in der Lage zu verfolgen, „was Sie tun“. Das FBI weigere sich stets den Einsatz von Technologien offenzulegen, wie die Mobilfunküberwachung mittels IMSI-Catchern oder auch Zero-Day-Lücken. Ein Missbrauch von Befugnissen sei also nicht ausgeschlossen.

Der Demokratische Senator Ron Wyden, Mitglied des Geheimdienstausschusses des US-Senats, wies auf mögliche internationale Folgen einer iPhone-Hintertür hin. „Warum sollte unsere Regierung repressiven Regimen in Russland und China eine Vorlage liefern, um amerikanische Firmen zu zwingen, eine Hintertür zu schaffen. Apple-Anwalt Bruce Sewell erklärte indes, kein anderer Staat habe bisher eine Hintertür zu Apple-Produkten oder Kundendaten eingefordert. „Diese Diskussion haben wir nur in unserem eigenen Land.“

Comey räumte zudem einen Fehler beim ersten Versuch ein, das iPhone eines Attentäters von San Bernardino freizuschalten. Das FBI hatte das Passwort des iCloud-Kontos des mutmaßlichen Terroristen unmittelbar nach der Beschlagnahmung seines Telefons zurücksetzen lassen. Als Folge können der Clouddienst und das iPhone nicht mehr kommunizieren. Andernfalls hätte das fragliche iPhone ein neues Backup auf iCloud erstellt – das Apple auch ohne Hintertür dem FBI zur Verfügung stellen kann. Das FBI hatte im Februar dazu erklärt, ein direkter Zugriff auf ein iPhone liefere in der Regel mehr Informationen als ein iCloud-Backup.

Der Republikanische Abgeordnete Jon Conyers regte eine Diskussion über ein mögliches Gesetz zur Entsperrung mobiler Geräte an, selbst wenn sie nicht zu den von den Strafverfolgern gewünschten Ergebnissen führe. Sein Parteikollege Jim Sensenbrenner, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beim Entwurf des Patriot Act half, ergänzte: „Ich kann Ihnen sagen, dass Sie das, was aus dem Kongress kommt, nicht mögen werden.“ Damit deutete er an, dass das Justizministerium, wie schon beim All Writs Act, auch ein neues Gesetz zu seinen Gunsten auslegen kann. Ein anderer Republikaner argumentierte, dass auch eine gesetzliche Hintertür keine Lösung sei. Kriminelle könnten weiterhin eigene Verschlüsselungslösungen einsetzen.

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Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDnet.de
  1. Meiner Ansicht nach ist es nur Show, die NSA & Co und USA- Firmen nutzt!
    > Und die Schnüfflerdienste wie NSA, täuschen den naiven Nutzer falsche Sicherheit vor.
    > Apple und andere USA- Firmen können das schwindende Vertrauen in Hardware und Software von USA- Firmen steigern. Wenn erneut aktuell bekannt wird, das Apple- Geräte ausspioniert werden, dann laufen viele Kunden weg, und kostet viel Profit.

    Genau betrachtet, müssten schon seit vielen Jahren alle Produkte von durch USA kontrollierten Firmen, in den IT- und Kommunikations- Bereichen, in EU verboten werden.
    Den jede USA Firma ist durch USA Gesetze gezwungen, in ihre Produkte Backdoors und Schadsoftware u.a. für NSA-Ausspähungen einzubauen.
    USA Gesetze zwingen auch USA-Firmen mit Androhung von harten Strafen, darüber Nichts bekannt zu geben. (Maulkorb- Paragraf in „Demokratie“)
    U.a. in Betriebssysteme von Apple, Microsoft, Googels- Android, usw. Aber auch in Hardware, wie iPhone, Motorola, Dlink und viele hunderte weitere.
    Siehe hier PRISM- Liste der bisher bekannten NSA- Schnüffler Starts: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Prism_slide_5.jpg

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