Jedes dritte Opfer von Erpressersoftware in Deutschland bezahlt das Lösegeld

Erpresser (Bild: Shutterstock)

Bei Erpressersoftware zahlen wir Deutschen lieber, als auf unsere Daten zu verzichten. Laut einer Umfrage von Bitdefender blecht jeder Dritte und im Durchschnitt ist es den Opfern sogar 211 Euro wert. Bitdefender rät jedoch von Lösegeldzahlungen ab.

Bitdefender hat eine Umfrage zum Thema Erpressersoftware durchgeführt. 33 Prozent der Betroffenen gaben an die Lösegeldforderung erfüllt zu haben, um wieder auf ihre verschlüsselten Daten zuzugreifen. Auch die Opfer von Ransomware sind zu 36 Prozent bereit den Erpressern Geld zu zahlen. Von Ransomware waren laut Bitdefender 2015 3,1 Millionen deutsche Nutzer betroffen.

„Das Phänomen Ransomware betraf in den letzten Jahren viele Internet-Nutzer und ist für Cyber-Kriminelle weiterhin ein lohnendes Geschäft“, wird Catalin Cosoi, Chief Security Strategist bei Bitdefender, in einer Pressemitteilung zitiert. Bitdefender empfiehlt Betroffenen jedoch, kein Lösegeld zu bezahlen, da dies nur die Entwickler von Ransomware unterstütze.

Der Bitdefender-Studie zufolge waren in Deutschland im vergangenen Jahr 3,8 Prozent der Bevölkerung oder 3,1 Millionen Nutzer Opfer einer Ransomware. Hierzulande würden Betroffene in erster Linie für die Rettung ihrer persönlichen Dokumente zahlen. Eine hohe Priorität hätten auch persönliche Fotos und berufliche Dokumente. Während deutsche Nutzer im Schnitt nur 211 Euro zahlen würden, sind Anwendern in Großbritannien ihre Daten 527 Euro wert.

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Für Cyberkriminelle ist Ransomware eine zuverlässige Einnahmequelle. Den monatlichen Schaden durch Cryptowall und andere aktuelle Varianten der wichtigsten Ransomware-Familien beziffert die Studie auf mehr als eine Million Dollar. Der Preis für das Cryptolocker/Cryptowall-Ransomware-Kit inklusive Handbuch, Quellcode und kostenlosem Support soll bei einmalig 3.000 Dollar liegen.

Bitdefender Ransomware (Bild: Bitdefender)

In diesem Jahr rechnet Bitdefender damit, dass neue Varianten zu einer weiten Verbreitung von Ransomware führen werden. Er warnt auch vor einem möglichen neuen Geschäftsmodell der Erpresser: Statt die Daten zu verschlüsseln, könnten sie auch „entführt“ werden. Nutzer müssten dann Lösegelder zahlen, um eine Veröffentlichung im Internet zu verhindern.

Beispiele aus der Praxis zeigen, dass manche Betroffene gar keine andere Wahl haben, als auf die Lösegeldforderungen von Cyberkriminellen einzugehen. Wie Der Spiegel berichtet, zahlte die unterfränkische Gemeinde Dettelbach kürzlich 490 Euro, nachdem eine Variante der Ransomware Tesla-Crypt mehrere Server der Stadtverwaltung lahmgelegt hatte. Die Polizei weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass eine Lösegeldzahlung keine Garantie dafür ist, dass die Daten auch tatsächlich entschlüsselt werden. Im Fall von Dettelbach kam es trotzdem zu einem „weitreichenden Ausfall des EDV-Systems mit Datenverlusten“.

Tags :Via:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDnet.de
  1. Da kann man sich den Mund auch fuselig reden, es ändert nichts. Eine einfache Datensicherung hätte den meisten Menschen geholfen. Dass aber sogar eine Stadt diesbezüglich unterversorgt ist, ist schon beunruhigend.

  2. nie im leben zahl ich solchen erpressern geld alle mir wichtigen daten sind auf externen medien und im internet gesichert bis auf windows da hab ich im moment einfach keinen speicherplatz für beziehungsweise der upload würde mir zu lange dauern

  3. Ja so ist´s halt im „Neuland“…… wurde die Umfrage bei Personen ab 50+ gemacht?
    Das würde dann auch erklären warum es in der Studie 33% gibt die den Verbrechern das Lösegeld zur entsperrung zahlen würden^^…..
    Wer dennoch keine Sicherungskopien anlegt, Dateianhänge an Email´s einfach öffnet, sein System lahmgelegt hat und dann noch Verbrecher bezahlt…….. der hat es in meinen Augen auch nicht anders verdient……

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