Mitfahrdienst: Sex-Falle Uber?

(Bild: Uber)

Beim Mitfahrdienst Uber sollen sich zahlreiche Fälle von versuchten sexuellen Übergriffen auf Fahrer und Mitfahrer ereignet haben. Uber versucht diesen Behauptungen entgegen zu treten und hat nun mitgeteilt, dass es zwischen Ende 2012 und Mitte 2015 weniger als 170 Fälle gab.

Buzzfeed hatte zuvor gemeldet, dass sich bei Uber zahlreiche Fälle sexueller Übergriffe ereignet haben und veröffentlichte Screenshots, die angeblich vom Kundensupport und der dort eingesetzten Plattform Zendesk stammen. Darauf sollen unter dem dem Stichwort „sexual assault“ (sexueller Übergriff) 6160 Treffer zu finden sein und zu „rape“ (Vergewaltigung) sogar 5827 Treffer. Uber behauptet, dass es zwischen Dezember 2012 und August 2015 „weniger als“ 170 Hinweise auf sexuelle Belästigungen und auf fünf Vergewaltigungen verzeichnet wurden.

Von Tausenden Meldungen mit dem Begriff „rape“ hätten sich bei einer eingehenden Prüfung nur die genannten fünf als Meldungen zu einer Uber-Fahrt im engeren Sinn erwiesen, sagt Uber. Die exakte Methodik hinter dieser Eingrenzung wollte es nicht erklären. Außerdem finde das System bei einer Suche nach „rape“ beispielsweise auch Kundenfeedback von Personen, deren Nachname „Rape“ oder „Draper“ laute, also die Zeichenfolge enthalte. 68 Fahrgäste und 12 Fahrer hießen entweder mit Vor- oder Zunahmen schlicht „Rape“. Dazu kämen Einträge, bei denen durch einen Tippfehler „rate“ („Gebühr“) zu „rape“ wurde.

Ähnlich sei die Angabe für „sexual assault“ irreführend. Das schließe nämlich Fälle ein, in denen Fahrer von sexuellen Übergriffen in anderen Transportmedien gesprochen hätten, Kundengespräche über Medienberichte, in denen von sexuellen Übergriffen die Rede war, und Berichte über Vorfälle in Autos, die nicht von Uber vermittelt wurden.

Uber äußerte sich zudem zu seinem Verfahren im Fall eines gemeldeten sexuellen Übergriffs. Der Fahrer werde für den Zeitraum der Überprüfung deaktiviert. „Unsere Technik ermöglicht uns, uns auf Sicherheit vor, während und nach der Fahrt zu fokussieren. Selbst ein solcher Vorfall ist einer zu viel.“

Fahrdienste von Uber sind derzeit in 375 Städten weltweit verfügbar. Kurz vor Jahresende 2015 teilte Uber mit, dass es seit dem Start 2009 eine Milliarde Fahrten vermittelt hat. Die Rekordfahrt fand am Heiligabend in London statt.

Die Verbreitung vor allem des Privatfahrdiensts UberPop stieg allerdings 2015 nicht so schnell an, wie sich Uber das wünscht: Viele Länder weltweit sehen einen Konflikt mit Vorschriften für Taxidienste, weshalb er etwa in Deutschland und Frankreich nicht mehr angeboten wird. In Großbritannien hingegen urteilte ein Gericht im Oktober, Uber sei gesetzeskonform.

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Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de
  1. Oder sind es überwiegend nur Sabotage- Spam Aktionen von Taxifahrer/inen,
    die um deren jämmerlichen Job fürchten?
    Taxifahrer werden in wenigen Jahren weltweit durch selbstfahrende Carsharing- Autos sowieso ersetzt und ausradiert!
    Über die Uber- Apps, die jeder Fahrer und Kunde mit sich führen, lassen sich Orte, Wegstrecken, Zeitbereiche und die Beteiligten schnell rekonstruieren…
    Da müssten die Täter schon sehr blöd sein…
    Uber könnte auch die Positions- Sensoren im Smartphones, für Alarm- Notruf mit GPS-Koordinaten verwenden, wenn Gerät „flachgelegt“ wird, und nicht zeitnahe einer Entwarnung via richtige PIN erfolgt. Wird nicht passende PIN eingegeben, erfolgt stiller Alarm.
    Zusätzlich könnte im Alarmfall Ton und Video aufgezeichnet (eventuell auch via GSM / LTE live gesendet) werden.

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