Samsung und Huawei: Smartphone-Fingerabdrucksensor durch leitfähige Tinte ausgetrickst

(Screenshot: Übergizmo.de)

Die meisten Smartphones sind heutzutage zum größten Teil ziemlich sicher, wenn es darum geht, den physischen Zugriff von nicht autorisierten Nutzern zu verhindern. Dank Fingerabdrucksensoren, die inzwischen von vielen Herstellern sogar auch schon im Mittelklasse-Segment eingesetzt werden, hat sich die Sicherheit im Vergleich zu Passwörtern augenscheinlich nochmals erhöht. Der individuelle Fingerabdruck ist schließlich unmöglich zu "erraten". Allerdings gibt es auch bei diesem biometrischen Sicherheitsverfahren immer wieder Methoden, mit denen man es offenbar ohne zu großen Aufwand überlisten kann, wie nun erneut Forscher der Michigan State University gezeigt haben.

Wie die Webseite  Cult of Mac berichtet, lassen sich die Fingerabdruckscanner von bestimmten Smartphones mithilfe einer mit leitfähiger Tinte ausgedruckten Kopie eines Fingerabdrucks austricksen. Dazu wird lediglich ein Tintenstrahldrucker benötigt. Anschließend lässt sich das Smartphone mit dem nachgemachten Fingerabdruck ohne Probleme durch Auflegen des Fingers entsperren. Die Forscher demonstrieren dies in einem Video.

Die Mitarbeiter der Michigan State University haben für ihr Verfahren die leitfähige Tinte der Firma AgIC verwendet. Sie nahmen den Abdruck des linken Zeigefingers einer der Autoren, druckten diesen auf ein glänzendes Papier in originaler Größe aus und konnten damit die Fingerabdrucksensoren von Samsung- und Huawei-Geräten überlisten. Getestet wurde dies bei einem Samsung Galaxy S6 und Huawei Honor 7. Letzteres war allerdings etwas schwerer zu überlisten.

Welche weiteren Smartphones mit dieser Methode entsperrt werden können, ist nicht bekannt. Nun stellt sich die Frage, sollte man besorgt sein? Vielleicht. Allerdings ist anzumerken, dass mögliche Hacker einen hochauflösenden Scan eures Fingerabdrucks benötigen, um eine funktionierende Kopie dessen anzufertigen. Dies dürfte wohl nicht jedem dahergelaufenen Dieb gelingen.

Lies auch: IPHONE: FINGERABDRUCK SOLL PANIKALARM AUSLÖSEN

Dennoch sollten OEMs ihre Sensoren gegen solche Methoden schleunigst absichern. Denn an solche hochauflösenden Scans von Fingerabdrücken heranzukommen, ist nicht unmöglich, wie es schon im letzten Jahr gezeigt wurde. Zwei Forscher des Sicherheitsanbieters FireEye hatten verschiedene Verfahren entwickelt, um digitalisierte Fingerabdrücke von mit biometrischen Scannern ausgestatteten Android-Smartphones zu stehlen. Eine dieser Methoden, erlaubte es sogar, Fingerabdrücke aus der Ferne in großem Umfang einzusammeln.

Eine Verbesserung der Sicherheit könnte Qualcomms neue Fingerabdruckscanner-Technologie Sense ID bringen, die von dem neuen Prozessor Snapdragon 820 unterstützt wird. Sie verwendet Ultraschall, um den Fingerabdruck in 3D zu erkennen. Ob diese dann nicht auch überlistet werden kann, bleibt aber noch abzuwarten.

Tags :Quellen:Michigan State UniversityVia:Ubergizmo.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising