Erst iPhone jetzt WhatsApp: US-Regierung will Entschlüsselung fordern

WhatsApp_900_450_90_s_c1_smart_scale

Seit Tagen wird über die Forderung der US-Regierung ein iPhone zu entsperren berichtet. Laut der New York Times geht es noch weiter, denn die Regierung scheint auch die WhatsApp-Verschlüsselung umgehen zu wollen. Ob es auch hier zum Rechtsstreit kommen wird, ist bisher noch unklar.

Die New York Times hat berichtet, dass die US-Regierung wohl eine Klage für den Zugriff auf verschlüsselte WhatsApp-Nachrichten überprüft. Das Problem sei, dass die Genehmigung eines Richters für die Überwachung der Kommunikation eines Verdächtigen nicht ausreicht. Denn durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp bliebe der Zugriff weiterhin verwehrt.

Die Quellen der Zeitung, die über den als geheim eingestuften Fall nicht reden dürfen, erklärten, es handele sich nicht um Ermittlungen wegen Terrorismus. Es sei auch nicht das erste Mal, dass ein Abhörbeschluss eines Gerichts an verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten gescheitert sei.

Uneinigkeit herrscht offenbar bei Vertretern der Strafverfolgungsbehörden und bei Sicherheitsexperten darüber, ob eine Klage gegen einen Anbieter verschlüsselter Kommunikationsdienste unausweichlich ist. „Das FBI und das Justizministerium suchen nach einem Fall, der am besten geeignet ist, den Kampf aufzunehmen“, wird Peter Eckersley, Chief Computer Scientist der Electronic Frontier Foundation, in dem Bericht zitiert. „Sie suchen nach einem Fall, der die Forderung begründet erscheinen lässt.“ Ein leitender Vertreter der Ermittlungsbehörden wies diesen Verdacht jedoch zurück.

(Bild: Apple)

(Bild: Apple)

Einige Ermittler sähen das Problem verschlüsselter WhatsApp-Nachrichten als wichtiger an als den Streit über verschlüsselte iPhones, heißt es weiter in dem Bericht. Sie befürworteten rechtliche Schritte des Justizministeriums, um WhatsApp zur Zusammenarbeit mit der Regierung zu zwingen. Andere warnten indes vor einer Eskalation des Streits, vor allem, da der Senat ein Gesetz vorbereite, das der Regierung Zugriff auf Daten in einem für sie lesbaren Format verschaffe.

Lies auch: PER WHATSAPP KÖNNT IHR NUN AUCH PDF-DOKUMENTE AN EURE KONTAKTE SENDEN

WhatsApp bietet seit Ende 2014 eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, bei der Daten vom Sender verschlüsselt und erst vom Empfänger wieder entschlüsselt werden. Als Folge kann WhatsApp die über seine Server laufende Kommunikation zwar abfangen, aber nicht entschlüsseln. Gerichtsbeschlüssen zur Herausgabe von Nutzerdaten kann das Unternehmen damit nicht Folge leisten.

„WhatsApp kann keine Informationen liefern, die es nicht hat“, kommentierte das Unternehmen Anfang des Monats die Verhaftung eines leitenden Managers des Mutterunternehmens Facebook in Brasilien. Die Behörden des Landes hatten zu dieser Maßnahme gegriffen, um von WhatsApp für eine Drogenermittlung benötigte Informationen zu erhalten. Bereits im Dezember 2015 hatte ein brasilianisches Gericht in einem anderen Fall eine 48-stündige Sperre gegen WhatsApp verhängt.

(Bild: Facebook)

WhatsApp ist nicht der einzige Anbieter verschlüsselter Kommunikation, aber der wohl größte. Weltweit zählte die Facebook-Tochter im Februar 2016 nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer. Täglich werden 42 Milliarden Nachrichten, 250 Millionen Videos und 1,6 Milliarden Fotos verschickt.

Tags :Via:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDnet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising