Apple erlaubt Schleichwerbung in Apple News

(Bild: Apple)

Apple News unter iOS ist eine Nachrichten-App von Apple, die bald auch Sponsored Content enthalten wird - oder anders gesagt Werbung, die sich als redaktionelle Beiträge mehr oder minder gut verbirgt.

In der Dokumentation für Werbeformate innerhalb von Apple News gibt es einen Eintrag zu Sponsored Stories, berichtet Business Insider. Sie tragen aber korrekterweise einen Hinweis, dass es einen Sponsor für diesen Beitrag gibt. Ansonsten sehen sie aber aus wie ein journalistischer Inhalt.

In der März-Aktualisierung (PDF) von Apples „Ad Specifications for iAd“ steht, das Werbeformat werde „direkt in den Content-Feeds erscheinen, in einer Reihe mit News-Artikeln“, und verweist auf einen Beitrag in der News-App. Die verwendete Schrifttype ist mit der anderer Beiträge identisch, lediglich der Hinweis auf den Sponsor kommt hinzu. Apple zufolge soll die Werbung „mit ihrer Umgebung verschmelzen“.

Der Sponsorenhinweis erfolgt in den Metadaten der Inhalte. Im Fall einer Nichtbeachtung droht Apple mit einer Sperre. Die FTC hatte im Dezember eine Vorschrift zu solchen Sponsorenhinweisen erlassen, während etwa der deutsche Pressekodex noch keine eindeutige Vorgabe liefert.

Das neue Format ist in den iPhone- und iPad-Versionen der News-App verfügbar, die in Deutschland bisher nicht angeboten werden. Dennoch ist Apples Entwicklung von großem Interesse, schließlich lässt Apple auf seiner Plattform schon Werbeblocker zu und richtet sich auch mit der Funktion Reader in Safari sowie eben Apple News just gegen Werbeformate, die es als aufdringlich und grell ansieht, die aber zumindest auf den ersten Blick leicht als solche zu identifizieren sind. Gerade in Europa könnte eine solche Bevorzugung bestimmter Werbeformate durch einen Plattformanbieter eine Kartelluntersuchung nach sich ziehen, sollte News hier auf iOS-Geräten vorinstalliert werden.
(Bild: Apple)
Außerdem bleibt die Reaktion von Anhängern der Apple-Plattform abzuwarten, die zu einem guten Teil auf dem Standpunkt stehen, eine so teure Mobilplattform müsse werbefrei bleiben, und die zudem vielfach Bezahldienste gegenüber Werbung vorziehen. Immerhin scheinen die Nachrichten der „Siri-Vorschläge“ auf Apples Suchbildschirm vorerst nicht betroffen, sondern nur die News-App, die immerhin in den USA zum von Kunden erworbenen Komplettpaket aus Hard- und Software aus dem Hause Apple gehört.

Im Januar hatte Reuters berichtet, Apple News stehe vor der Unterstützung von Bezahlinhalten, die im Rahmen eines kostenpflichtigen Abonnements angeboten werden. Im gleichen Monat informierte Apple, es habe sein iAd-Verkaufsteam aufgelöst. Die Anzeigenplattform soll künftig im Selbstbedienungsverfahren nutzbar sein.

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Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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