Google will Roboterfirma Boston Dynamics verkaufen

(BILD: Boston Dynamics)

Nach einem Medienbericht plant Alphabet, die Holdinggesellschaft von Google, das Robotik-Unternehmen Boston Dynamics wieder abzustoßen. Das Unternehmen wurde 2013 von Google gekauft und stellt unter anderen unbewaffnete Militärroboter her.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf zwei unterschiedliche Quellen stützt, will Alphabet den Roboterhersteller Boston Dynamics verkaufen. Das Unternehmen wurde erst 2013 für geschätzt eine halbe Milliarde US-Dollar übernommen. Interessiert seien unter anderem Amazon und das Toyota Research Institute.

Der Geschäftsbereich werfe keinen Umsatz ab, so dass sich Alphabet entschlossen habe, die Sparte wieder zu verkaufen. Ein Produkt, dass Google verkaufen könnte, werde in den kommenden Jahren nicht erwartet. Boston Dynamics wurde wie die restliche Robotikentwicklung dem Forschungslabor X untergeordnet. Dem Bericht nach soll es Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit anderen Forschungsabteilungen gegeben haben.

Zudem gab es Bloombergs Quellen zufolge seit dem Weggang des ehemaligen Android-Chefs Andy Rubin im Oktober 2014, der für den Kauf von Boston Dynamics und anderer Robotikfirmen zuständig war und somit mehr als 300 Robotikexperten ins Unternehmen brachte, eine Führungskrise. So kam es in den folgenden Jahren innerhalb der Replicant genannten Initiative zu mehreren Führungswechseln und Streitigkeiten. Hauptursache dafür war angeblich der Widerwille der Boston-Dynamics-Führung, mit Googles anderen Roboterentwicklern in Kalifornien und Tokio zusammenarbeiten. Außerdem konnte die Abteilung kein Produkt vorlegen, dass kurzfristig marktreif gewesen wäre.

Aus diesen Gründen hat sich die Google-Mutter Alphabet jetzt offenbar zu einem Verkauf entschieden. Welchen Preis sie anstrebt, ist jedoch unklar.

In den vergangenen Jahren sorgte Boston Dynamics mehrfach mit viralen Videos, die beispielsweise futuristische Laufroboter zeigten. Für den tierähnlichen, vierbeinigen Roboter BigDog, der sich auch in unebenem Gelände fortbewegen kann, erhielt es Förderung durch das US-Militär. Neben der US-Army gehörten auch das US Marine Corps, die US Navy und die Defense Advance Research Projects Agency (DARPA), die für Forschungsprojekte zuständige Behörde des US-Verteidigungsministeriums, zu Boston Dynamics‘ Kunden.

Laut im Februar von IDC veröffentlichten Zahlen werden die Ausgaben für Roboterentwicklung bis 2019 voraussichtlich auf 135,4 Milliarden Dollar steigen. Das entspräche fast einer Verdopplung der 71 Milliarden Dollar aus dem vergangenen Jahr.

Tags :Quellen:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de

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