„Entsorgt in Indien“ – Apple will in Indien gebrauchte iPhones verkaufen

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Apple hat ein Problem: Indien. Denn obwohl Indien den aktuell am schnellsten wachsenden Smartphone-Markt der Welt besitzt, liegt Apples Anteil daran bei unter 2 Prozent. Der Grund ist schnell ausgemacht: 80 Prozent aller dort verkauften Geräte kosten unter 135 Euro. Um auch nur annähernd in solche Preisregionen zu kommen und damit die Inder auf dem Apfel zu bringen, will Apple den indischen Markt zukünftig mit Gebrauchtgeräten überschwemmen.

2015 war es schon einmal mit einem Antrag abgeblitzt, Gebrauchtgeräte nach Indien zu importieren. Daraufhin senkte Apple das iPhone 5S mehrfach im Preis, zuletzt auf 24.999 Rupien oder umgerechnet 340 Euro – wenig für Apple, aber immer noch viel für den durchschnittlichen Käufer in Indien. Mit Secondhand-Smartphones könnte Apple diesen Preis noch einmal unterbieten, ohne den Wert seiner Marke zu gefährden – und so den gigantischen Markt an sein Ökosystem heranführen.

Bei indischen Konkurrenten stößt dieses Manöver aber auf heftigen Widerstand. „Aus ‚Made in India‘ könnte so ‚Entsorgt in Indien‘ werden, sagt etwa Sudhir Hasija von Karbonn Mobiles, den Bloomberg zitiert. Er bezieht sich auf eine Vorschrift, dass ein Teil der Fertigung im Land selbst erfolgen muss.

Ein neu gegründetes Mobile and Communications Council wendet sich in einem offenen Brief an die Regierung: „Warum sollte man überhaupt darüber nachdenken, den Import gebrauchter Smartphones zuzulassen, wenn der Import anderer Gebrauchtgüter durch 300 Prozent Zollgebühr verhindert wird?“, heißt es dort etwa. Der Lobbygruppe gehören unter anderem Intex, Micromax und Samsung an.

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Vor allem malen sie die Bedrohung für die Kampagne „Made in India“ an die Wand, die etwa Foxconn zu mehr Produktion in Indien veranlasst hat – zugunsten von Kunden wie Xiaomi. Auch sei unklar, was mit dem bei der Aufbereitung von Gebrauchtgeräten anfallenden Elektroschrott passieren solle.

Dass es Apples Antrag als Bedrohung des eigenen Angebots sieht, verheimlich etwa Karbonn keineswegs. Sein Manager Hasija sagt: „Selbst wenn solche aufbereiteten Gebraucht-iPhones etwas mehr kosten als 10.000 Rupien [135 Euro], werden sie unserem Absatz schaden, weil die Inder sie wegen ihres Snob-Werts kaufen könnten.“

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Im Januar war bekannt geworden, dass Apple sich um Markenläden in Indien bemüht – sowie um eine Zulassung als Onlinehändler. Ob sein derzeit von Ministerien diskutierter Antrag auf Wohlwollen stößt, ist Berichten zufolge völlig offen. IDC glaubt, dass der indische Smartphone-Markt 2017 den amerikanischen nach Stückzahlen überholen könnte.

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