FBI Entschlüsselung funktioniert nicht auf allen iPhones

(Bild: FBI)

Das FBI hatte es mit Hilfe unbekannter Dritter geschafft ein gesperrtes iPhone 5C einens damals noch mutmaßlichen Terroristen zu entschlüsseln. Die dafür ausgenutzte Schwachstelle im Apple-System soll allerdings beim iPhone 6S und dem iPhone 5SE nicht verhanden sein. Welche iPhone Typen sonst noch entschlüsselbar sind, verrät das FBI jedoch nicht.

Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus - Die besten Bilder

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APPLE iPhone 6S und 6S Plus (Bild: Übergizmo)

Das FBI hatte eine Schwachstelle im iPhone 5C entdeckt, mit dem Daten des San-Bernardino-Attentäters Syed Farook trotz der Sperre ausgelesen werden konnten. Der FBI-Direktor James Comey hat während einer Rede am Kenyon College erklärt, dass diese Entsperrmethode jedoch nicht bei neueren iPhone-Modellen funktioniert. „Das funktioniert nicht mit dem iPhone 6S. Es funktioniert nicht mit einem iPhone 5S“, sagte er.

Doch die vom FBI entdeckte Hintertür scheint auch nicht nur auf das iPhone 5C beschränkt zu sein. „Wir haben ein Werkzeug, das mit einem kleinen Teil der Geräte funktioniert“, ergänzte er. Welche Apple-Smartphones seine Behörde knacken kann, ließ er jedoch offen.

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Auch auf Details der Schwachstelle wollte der FBI-Chef nicht eingehen. Möglicherweise spielt jedoch der mit dem iPhone 5S eingeführte Fingerabdruckscanner eine wichtige Rolle – der dem iPhone 5C fehlt. Um den Scanner vor Manipulationen zu schützen, hatte Apple eine Secure Enclave genannte Technik eingeführt. „Bei Geräten mit einem A7-Prozessor oder neuer nutzt der ‚Secure Enclave‘-Coprozessor ebenfalls einen sicheren Startvorgang, um zu überprüfen, ob seine Software von Apple überprüft und signiert wurde“, heißt es dazu im iOS Security Guide (PDF).

(Bild: Apple)

Das iPhone 5C wird jedoch, ebenso wie das iPhone 5, von einem Apple-A6-Prozessor angetrieben. Der Beschreibung von Secure Enclave zufolge sollte das FBI also in der Lage sein, auch die Gerätesperre von iPhone 4S, iPhone 4 und allen früheren Generation zu umgehen. Einer aktuellen Analyse von Localytics zufolge wären damit rund 11 Prozent aller noch im Umlauf befindlichen iPhones nicht vor Zugriffen von Behörden geschützt. Für die Studie wurden mehr als 100 Millionen iPhones erfasst.

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Anfang der Woche erklärte die US-Bundespolizei ihre grundsätzliche Bereitschaft, lokale Behörden beim entsperren von iPhones zu unterstützen. Darüber hinaus informierte das FBI einige US-Senatoren über die iPhone-Hintertür, darunter Dianne Feinstein, Vice Chairman des Senate Select Committee on Intelligence. Feinstein unterstützt einen Gesetzentwurf, der sicherstellen soll, dass die US-Regierung jederzeit auf verschlüsselte Daten zugreifen kann.

(Bild: Apple)

Die Auseinandersetzung um den Zugriff von Ermittlungsbehörden auf verschlüsselte Daten steht wahrscheinlich noch am Anfang. Apple hatte sich zuletzt vehement gegen einen Gerichtsbeschluss gewehrt, mit dem das Unternehmen gezwungen werden sollte, dem FBI zu helfen, Farooks iPhone 5C zu entsperren. Zu einer gerichtlichen Entscheidung kam es allerdings nicht mehr. Nachdem es dem FBI gelungen war, das fragliche Apple-Smartphone zu knacken, zog das US-Justizministerium seinen Antrag zurück. Laut American Civil Liberties Union gibt es allerdings noch zahlreiche andere Fälle, in denen Behörden nicht nur Apple, sondern auch Google zur Zusammenarbeit gezwungen haben oder zwingen wollen.

Tags :Via:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDnet.de

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