Samsung Galaxy TabPro S Test: Dünnes 2-in-1 Tablet mit Tastatur

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Das Samsung Galaxy TabPro S läutet eine neue Ära der 2-in-1 Geräte ein, die bisher kaum so möglich waren. Viel Performance, lange Akkulaufzeiten und ein schlankes Design -wird der Traum eines jeden mobilen Nutzers wahr?

Samsung Galaxy TabPro S im Übergizmo Test

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Samsung TabPro S Ubergizmo Test 17

Samsung Galaxy TabPro S im Übergizmo Video-Test


Samsung war der erste große Hersteller, der ein 12 Zoll Tablet vorgestellt hat. Vor etwa 2 Jahren erschuf man damals mit dem Samsung Galaxy Note Pro 12.2 den Markt der großen Android Tablets, mit denen auch produktiv gearbeitet werden sollte. Pünktlich zur diesjährigen Consumer Electronics Show kehrt der südkoreanische Hersteller mit dem Galaxy TabPro S wieder in diese Größenkategorie zurück, allerdings mit einem Windows Tablet, das gleich mit einer vollwertigen Tastatur ausgeliefert wird und somit die mobile Produktivität auf ein neues Level heben soll.

Das Tablet ohne Tastatur (Bild: Übergizmo)

Das Tablet ohne Tastatur (Bild: Übergizmo)

Design & Verarbeitung

Vergessen sind die Zeiten, als Samsung noch Plastikbomber gebaut hat: Das Samsung TabPro S setzt passend zur neuen Designsprache auf Metall, Glas und…  ja, in der Tat auch auf Kunststoff. Doch das Ergebnis lässt sich sehr gut sehen und das ist schließlich das was zählt. Das Design ist nicht komplett neu. Wer Samsungs Kreationen der letzten Jahre verfolgt hat, wird ganz klar eine Anlehnung an das Samsung Galaxy S6 erkennen. Der matte Metallrahmen, der das Tablet umgibt, besitzt beispielsweise die gleiche weiche Kante in der Mitte, die Stöße etwas dämpfen soll. Wo wir uns gerade auf der Seite befinden: Habt ihr schon gesehen, wie schlank das Samsung TabPro S ist? Nein? Schaut mal hin, das sind nämlich rekordverdächtige 6,3 Millimeter in der Dicke! Ein 6,3 Millimeter dünnes Tablet, das die Leistung eines Ultrabooks von vor 2 Jahren hat – das Samsung Galaxy TabPro S ist eine Meisterleistung der südkoreanischen Ingenieure und wie wir später sehen werden, bezieht sich das bei weitem nicht nur auf die Dicke.

Beim Design hat man leider auch den Kamera-Buckel auf der Rückseite übernommen, sodass die Kamera etwa 1mm weit vom restlichen Gehäuse absteht. In Verbindung mit der mitgelieferten Tastaturhülle, die von hinten befestigt wird, ist es aber nur halb so schlimm, denn diese kaschiert den Buckel gekonnt.

Samsung beweist, dass ein dünnes Tablet auch solide und verwindungsfest sein kann. Selbst bei stärkerem Druck hält der Metallrahmen alles fest an seinem Platz und sorgt für die nötige Stabilität. Das haben wir beim ebenfalls sehr schlanken Huawei MateBook (6,9 Millimeter), das auch aus Metall besteht, leider anders erlebt; zugegeben, es handelte sich dort um ein Vorseriengerät. Die Rückseite des Samsung TabPro S besteht aus einem matten Kunststoff, auf dem Fingerabdrücke nur schwer zu sehen sind. Dazu bleibt er auch mit leicht feuchten Händen sehr griffig, das gefällt. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität vorbildlich: Spaltmaße sind minimal und gleichmäßig, Scharfe Kanten gibt es nicht und auch die Knöpfe haben einen knackigen Druckpunkt.

Die Rückseite besteht aus einem matten Kunststoff (Bild: Übergizmo)

Die Rückseite besteht aus einem matten Kunststoff (Bild: Übergizmo)

Ein leichtes und kompaktes Produktivitätsbündel

Beeindruckend ist aber nicht nur die flache Bauart, sondern auch das Gewicht. Gerade einmal 689 Gramm bringt das Samsung Galaxy TabPro S auf die Waage. Das sind zwar rund 50 Gramm mehr als das Huawei Matebook, dennoch ist der Wert beeindruckend und schlägt sich im Komfort positiv nieder. Zusammen mit der mitgelieferten Tastatur (386 Gramm), kommt man somit auf insgesamt 1075 Gramm für einen kompletten Rechner, der von der Performance mit einem MacBook Air aus 2013 mithält. Beeindruckend.

Leicht und schlank: Die Kombination aus Cover und Tablet (Bild: Übergizmo)

Leicht und schlank: Die Kombination aus Cover und Tablet (Bild: Übergizmo)

Dieses Gesamtpaket aus Tablet und Tastaturhülle ist Samsung übrigens besonders wichtig, deswegen wird die Tastatur gleich mitgeliefert. Mit Hilfe von Magneten saugt sich der dreigeteilte flexible Teil auf der Rückseite des Tablets fest und schützt somit gleichzeitig die Rückseite vor Kratzern. Auch wenn die lederne Tastaturhülle auf den ersten Blick eher einen zarten und fragilen Eindruck erweckt, so lässt es sich erstaunlich gut und lange auf ihr tippen. Der Hub der Tasten könnte zwar etwas tiefer sein und auch eine Tastenbeleuchtung wäre nicht schlecht, aber insgesamt ist das Feedback für diese schmale Bauform sehr gut. Genau darum geht es bei einem kleinen, mobilen Rechner – man sollte gut tippen können und das geht mit der Tastatur des TabPro S bequem und leise. Überraschend präzise funktioniert auch das etwas schmal geratene Trackpad, womit ich den kompletten Testbericht zum Huawei MediaPad M2 geschnitten habe.

Durch ihr Falt-Design ermöglicht die Hülle zwei erstaunlich stabile Aufstellmöglichkeiten für den Bildschirm. Durch die flache Basis bleibt das TabPro S selbst auf dem Schoß somit stabil, stabiler und bequemer als ein Surface Pro, wenn auch die stufenlose Neigungsverstellung fehlt. Das AMOLED Display mit seinen sehr weiten Blickwinkeln macht diesen Nachteil zumindest ein Bisschen wett.

Display: Heller Wahnsinn!

Auch sonst weiß der 12 Zoll große Bildschirm zu überzeugen. Mit einer Auflösung von 2160*1440 bietet es eine hervorragende Schärfe bei Text und Bildern, sodass eine Vergrößerung der Bildschirminhalte gleich voreingestellt ist (und die braucht ihr in der Regel wirklich, es sei denn ihr seid Häuptling Adlerauge). Das sich daraus ergebende Seitenverhältnis von 3:2 wie beim Surface Pro oder dem Surface Book ist vor allem beim Arbeiten im Web oder an Dokumenten eine wahre Wohltat, weil man mehr auf ein Mal erkennt und sich somit das Scrollen spart. Bei Filmen und Videos bekommt man dafür schwarze horizontale Balken, aber es handelt sich ja schließlich um ein Pro-Tablet mit Fokus auf professionelle Nutzung und nicht Entertainment.

AMOLED typisch sind die sehr starken Farben und der extrem tiefe Schwarzwert, die zusammen ein sehr brillantes Bild ergeben. Wem die gesättigten Farben nicht gefallen, kann zu einem natürlicheren Foto-Modus wechseln. Wahrhaft imposant ist vor allen Dingen die Helligkeit. Selbst bei Sonneneinstrahlung kann man noch alles auf dem Tablet erkennen, wie wir im Video anschaulich demonstrieren. Wahnsinn!

Tiefes Schwarz und kontrastreiche Farben (Bild: Übergizmo)

Tiefes Schwarz und kontrastreiche Farben (Bild: Übergizmo)

Schnelle Hardware, aber zu wenig Speicher

Das Samsung Galaxy TabPro S ist mit einem Intel Core m3 Prozessor der Skylake-Produktgeneration ausgestattet, dazu gibt es 4Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 128 internen SSD-Speicher, der sich nicht mit microSD-Karten erweitern. Der m3 ist Intels schwächste Core CPU, was aber nicht bedeutet, dass das TabPro S langsam arbeitet – ganz im Gegenteil. Der verwendete Prozessor ist von der Leistung in etwa mit einem Core i5 der Haswell Generationaus dem Jahr 2013 vergleichbar, bei gleichzeitig deutlich niedrigerer Leistungsaufnahme und Wärmeabfuhr. Sowohl leichte Office und Web-Arbeiten als auch aufwendigerer Videoschnitt sind somit mit dem „Kleinen“ möglich. Das komplette Video zum Huawei MediaPad M2 wurde mit Cyberlink Powerdirector auf dem TabPro S geschnitten und in mehr als doppelter Geschwindigkeit gerendert – was wiedereinmal bestätigt, dass Samsungs (und Intels) Konzept aufgeht.

Der einzige USB-Anschluss ist ein Typ-C Anschluss und benötigt einen optionalen Adapter (Bild: Übergizmo)

Der einzige USB-Anschluss ist ein Typ-C Anschluss und benötigt einen optionalen Adapter (Bild: Übergizmo)

Der Flaschenhals ist eher der mit 4GByte knapp bemessene Arbeitsspeicher. Vor allem bei einigen offenen Apps wie Skype, Twitter, Spotify und diversen Ordnern kann es schon vorkommen, dass Chrome Tabs beim Öffnen neu geladen werden müssen. Eine Option für 8GByte RAM wäre daher sinnvoll gewesen. Auch der Festspeicher arbeitet leider nicht ganz so schnell wie der im Surface Pro 4 (wenn man die passenden Treiber dafür installiert). Wirklich schade ist, dass Samsung dem Ruf von Apples MacBook folgt und dem Galaxy TabPro S nur einen einzigen USB 3.1 Typ-C Anschluss spendiert. Eine gleichzeitige Nutzung der Ladefunktion und weiterer Peripherie ist somit ohne teuren Adapter nicht möglich. Selbst ein einfacher Adapter von Typ-C auf den gängigen Typ-A Anschluss liegt dem Lieferumfang nicht bei. Schade, das machen Dell und Huawei besser.

Auf der Tastatur kann man sehr gut tippen (Bild: Übergizmo)

Auf der Tastatur kann man sehr gut tippen (Bild: Übergizmo)

Software

Eigentlich ist die Galaxy-Marke Android-Geräten vorbehalten, das Samsung Galaxy TabPro S ist daher das erste Galaxy Gerät, das mit Windows läuft. Zur Wahl stehen Windows 10 Home oder Pro, wobei beide Versionen weitestgehend original ausgeliefert werden und Samsung nur wenige Apps für beispielsweise die Display-Einstellungen mitliefert. Eine App, die besonders interessant gewesen wäre, hat zum Testzeitpunkt leider nicht funktioniert: Samsung Flow. Mit Flow ist es möglich sein Galaxy Smartphone per Bluetooth mit dem TabPro S zu koppeln und den Fingerabdrucksensor des Smartphones zum Anmelden via Windows Hello zu benutzen. Des weiteren werden Benachrichtigungen, SMS und Anrufe an das Tablet weitergeleitet und können gleich dort beantwortet werden.

Auch wenn das Cover leicht nachgibt, bleibt das Tablet an seinem Platz (Bild: Übergizmo)

Auch wenn das Cover leicht nachgibt, bleibt das Tablet an seinem Platz (Bild: Übergizmo)

Gute Akkulaufzeit

Der Akku hat eine Kapazität von 39,5 Wattstunden und soll laut Samsung für bis zu 10,5 Stunden Videowiedergabe reichen. In unserem durchschnittlichen Office-Testlauf mit einigen offenen Programmen wie Spotify, Skype und diversen Chrome Tabs konnten wir bei 50% Helligkeit etwa sieben bis acht Stunden erreichen, wenn ihr Videos schneidet und rendert, dann landet ihr ganz schnell bei einem Bruchteil dessen. Insgesamt also ein guter, durschnittlicher Wert, der nicht überrascht.

Leicht, schlank, gut verarbeitet - das TabPro S überzeugt (Bild: Übergizmo)

Leicht, schlank, gut verarbeitet – das TabPro S überzeugt (Bild: Übergizmo)

Samsung Galaxy TabPro S: Fazit

Das Samsung Galaxy TabPro S kostet in der Windows Home Version ohne LTE 999 Euro, für Windows Pro und LTE zahlt man jeweils 100 Euro Aufpreis. Damit reiht sich Samsung preislich ziemlich genau neben das Surface Pro 4 ein, wenn man das optionale Type Cover mit einrechnet. Dennoch ist das TabPro S kein Surface Pro 4 Killer, weil es einfach ein anderes Gerät ist. Das Surface ist eine Powermaschine mit mehr Anschlüssen und möglichen schnelleren Konfigurationen – das TabPro S ist hingegen ein eleganter, mobiler Rechner, der vor allem auf einen extrem kompakten Formfaktor Wert legt.

Besonders gut hat mir das helle und brillante Display gefallen, dicht gefolgt vom Design und der bequemen Tastatur im Vollformat. Die Performance geht für die meisten Aufgaben zu Hause mehr als in Ordnung und auch aufwendige Aufgaben sind für das Tablet kein Problem. Verbesserungswürdig ist vor allem der knappe Arbeitsspeicher, 8GByte sind zumindest optional heutzutage ein Muss für ein Tablet, das für Produktivität ausgelegt ist. Auch das Tastaturcase könnte ruhig stabiler gebaut sein und mehr Einstellungsmöglichkeiten bieten.

Alles in allem ist das TabPro S aber ein überzeugendes Produkt, wenn man nach einem schnellen und extrem kompakten Begleiter sucht. Ach, und habe ich schon dieses Wahnsinns-Display erwähnt?

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Sehr dünn, dennoch stabil und hochwertig

(Bild: Übergizmo)Gute Tastatur und präzises Trackpad

(Bild: Übergizmo)Sehr helles, brillantes Display

(Bild: Übergizmo)Solide Performance

(Bild: Übergizmo)Tastaturcover mit nur 2 Aufstellmöglichkeiten

(Bild: Übergizmo)Nur ein einziger USB-Anschluss

(Bild: Übergizmo)Zu wenig Arbeitsspeicher

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  1. Der Vergleich mit dem Huawei Matebook mit akt. Prozessorgeneration finde ich ziemlich gewagt. Alte Technik, gut verpackt zum Mond-Preis, klever gemacht, unwissende Menschen gibt es immer. Muss man halt nötig haben.

    1. Sowohl das MateBook als auch das TabPro S setzen auf die Skylake Core M Generation, sehe also das Problem beim Vergleich nicht.

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