Dell XPS 12 Test – 4K 2-in-1 Tablet mit Schwächen

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Das Dell XPS 12 war eines der ersten 2-in-1 Tablets, die mit dem neuen Intel Skylake Core m Prozessor vorgestellt wurden. Jetzt ist endlich das 12,5 Zoll Convertible verfügbar und wir haben es ausführlich getestet.

Dell XPS 12 im Übergizmo Test

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Dell XPS 12 Test Ubergizmo 30

Vor allem durch sein Display konnte das Dell XPS 12 bei der Vorstellung glänzen: 12,5 Zoll, 4K Auflösung und dank Sharp IGZO Technologie sehr kontrastreich. Doch auch sonst wirkte das Konzept für produktive Nutzer durchdacht, man bot zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse, eine Speichererweiterung sowie genug Leistung, um die meisten Aufgaben schnell zu erledigen. Jetzt, ein halbes Jahr später, hat auch die Konkurrenz ihre Produkte auf den Markt gebracht und so muss sich das Dell XPS 12 auch an Geräten wie dem Samsung TabPro S oder einem Surface Pro 4 messen.

Dell XPS 12 im Übergizmo Video-Test

Design & Verarbeitung: Schlicht und elegant

8mm dünn ist das Dell XPS 12, was zur Vorstellung ein marktführender Wert war. Mittlerweile haben sowohl Samsung mit dem TabPro S als auch Huawei mit dem MateBook gezeigt, dass es deutlich schlanker geht. Selbst das Microsoft Surface Pro 4 ist kaum dicker und bietet sogar einen vollwertigen USB-Anschluss. Die 8mm wären nicht wirklich schlimm, wenn dadurch ein großer Akku verbaut worden wäre. Doch Dell verschenkt leider auch diese Chance, wie wir später sehen werden.

8mm sind dünn, aber nicht ganz so dünn wie das Samsung TabPro S (Bild: Übergizmo)

8mm sind dünn, aber nicht ganz so dünn wie das Samsung TabPro S (Bild: Übergizmo)

Wie immer beeindruckend ist das Edge-to-Edge Display, das die Front dominiert. Zwar sind diese im Vergleich zum XPS13 Notebook nur an den Seiten besonders schlank, dennoch bleibt der Effekt erhalten: Mehr Display, weniger Gerät. Trotz des 12,5 Zoll großen Display sind die Abmaße somit kleiner als beim 12 Zoll großen Samsung Galaxy TabPro S.

Das Design des Tablets fällt minimalistisch und elegant aus. Das schwarze Gehäuse besteht aus einer Magnesium-Legierung, die sich durch die verwendete Soft Touch Beschichtung aber eher nach Kunststoff anfühlt. Zwei große Vorteile der matten Soft Touch Oberfläche: Sie ist widerstandsfähig gegenüber Fingerabdrücken und das Tablet rutscht selbst bei schwitzigen Händen nicht aus der Hand. Insgesamt ist das Dell XPS 12 recht stabil und rigide, wenn auch nicht sehr verwindungssteif; Bei stärkerem Druck lässt es sich etwas in den Händen durchdrücken, was aber insgesamt in einem gesunden Rahmen bleibt. Was eher stört sind die kleinen und etwas zu tief eingelassenen Tasten für Lautstärke sowie den Standby-Modus. Druckpunkte sind zu schwammig und tief, die Tasten sind schwer vom Gehäuse zu unterscheiden.

Das Dell XPS im Premier Magnetic Folio (Bild: Übergizmo)

Das Dell XPS im Premier Magnetic Folio (Bild: Übergizmo)

Die beste Tastatur in einem 2-in-1 Tablet

Das Dell XPS 12 kommt standardmäßig mit einer mitgelieferten Tastatur – welche es ist, könnt ihr euch bei der Bestellung aussuchen. Die erste und kompaktere Möglichkeit ist das Dell XPS 12 Slim Keyboard. Der Name ist hier Programm, sodass ihr eine dünne Tastatur im Surface Type Cover Stil bekommt. Dabei ist der Aufbau besonders interessant: Ähnlich wie beim Surface gibt es einen Standfuß auf der Rückseite, womit ihr den Aufstellwinkel in einem Bereich von 150 Grad verstellen könnt. Doch im Gegensatz zum Surface ist der sogenannte Kickstand nicht im Tablet integriert, sondern in der Hülle der Tastatur. Leider konnten wir dieses Modell nicht testen.

Das Premier Keyboard ist die beste Tastatur in einem 2-in-1 Tablet (Bild: Übergizmo)

Das Premier Keyboard ist die beste Tastatur in einem 2-in-1 Tablet (Bild: Übergizmo)

Die zweite Tastatur, die Dell zum XPS 12 anbietet, heißt Premier Keyboard und beinhaltet zusätzlich noch ein Premier Magnetic Folio. Zunächst zum Premier Keyboard, das seinen Namen wirklich verdient hat. Mit einem großen Hub von 1,9 Millimetern und der Chiclet-Anordnung fühlt man sich sofort wohl und möchte kaum aufhören zu tippen. Nach diversen getippten Testberichten muss ich sagen, dass das Premier Keyboard die beste Tastatur ist, die es bisher bei einem 2-in-1 Tablet gab. Ehrlich. Mindestens genau so gut ist das große Glas-Trackpad direkt darunter, das mit einer angenehmen matten Oberfläche versehen wurde. Die Finger gleiten wunderbar darauf, Multitouch-Gesten sind ein Kinderspiel und auch die beiden integrierten Tasten bieten ein sattes, knackiges Feedback.

Ein großartiges Trackpad ist ebenfalls verbaut (Bild: Übergizmo)

Ein großartiges Trackpad ist ebenfalls verbaut (Bild: Übergizmo)

Es gibt allerdings zwei Nachteile am Premier Keyboard. Erstens, faltet man die Tastatur und das Tablet zusammen, dann wird diese Kombination ganz schön dick. Das liegt zum einen daran, dass die Tastatur am oberen Ende etwas angehoben ist. Zum anderen ist es einfach die sehr stabile Konstruktion aus Magnesium, sodass es sogar möglich ist, das XPS 12 wie ein Notebook an der Tastatur aufzuheben und zu tragen. Kommen wir zum zweiten Nachteil: Es gibt nur einen Aufstellwinkel für das Tablet. Dank des guten, blickwinkelunabhängigen Displays ist es nur halb so schlimm, Fakt ist aber, dass der Winkel natürlich nicht immer perfekt passt.

Zum Premier Keyboard wird übrigens auch noch ein Magnetic Folio mitgeliefert, eine magnetische Schutzhülle, die zwei Aufstellmöglichkeiten für das Tablet bietet. Man kann es aber auch um das Keyboard samt Tablet anbringen – ich grüble allerdings seit zwei Wochen darüber nach, was der Sinn dessen sein soll. Vielleicht habt ihr eine Idee?

Beide Tastaturen werden über einen magnetischen Anschluss auf der Unterseite des Tablets fixiert und verbunden. Die entsprechenden Pogo-Pins befinden sich dabei in den Tastaturen selbst. Das Geräusch beim Einstecken oder Zusammenklappen der einzelnen Teile hört sich nicht ganz angenehm an, die Langlebigkeit wird sich daher noch beweisen müssen. Wir gehen aber davon aus, dass es hier nur um einen akkustischen und nicht technischen Makel handelt.

Der einzige Winkel des Premier Keyboards (Bild: Übergizmo)

Der einzige Winkel des Premier Keyboards (Bild: Übergizmo)

4K Display – schärfer geht’s zur Zeit nicht

Laut Dell ist das XPS 12 das erste und einzige 2-in-1 Tablet, das über ein 4K Display verfügt. Mit einer Auflösung von 3840*2160 hat das XPS 12 somit vier mal so viele Pixel wie ein Full High Definition Tablet. Bei 12,5 Zoll Bildschirmdiagonale kommen wir somit auf eine Pixeldichte von 352 Pixel pro Zoll. Kein Wunder also, dass Schriften und Bilder selbst dann extrem scharf aussehen, wenn man mit der Nasenspitze den Bildschirm berührt. Dazu hat sich Dell entschieden ein hochwertiges Sharp IGZO Panel zu verwenden, das durch hohe Kontraste, natürliche Farben und hohe Blickwinkel überzeugen kann. Die Displayhelligkeit ist mit 400nit gut, kommt aber nicht an das beeindruckend helle Super AMOLED Display des Samsung Galaxy TabPro S heran. Zusammen mit den starken Reflexionen des Gorilla Glas gestalten sich Arbeiten außerhalb geschlossener Räume eher schwierig.

Gestochen scharf und kontrastreich: Das 4K Display (Bild: Übergizmo)

Gestochen scharf und kontrastreich: Das 4K Display (Bild: Übergizmo)

Gewöhnungsbedürftig finde ich das von Dell gewählte 16:9 Format der Anzeige. Was für Filme und Serien super geeignet ist, ist zum Arbeiten mit Dokumenten und Webseiten weniger praktisch. Weil der Bildschirm dadurch recht breit ist, werden Dokumente deutlich früher unten „abgeschnitten“ als beispielsweise bei einem 3:2 Display, das bei einem Surface oder TabPro S zum Einsatz kommt.

Optional gibt es auch einen aktiven Stift, den Dell Active Stylus, mit dem man bequem auf dem Touchscreen schreiben kann.

Im Vergleich zum TabPro S ist das Display nicht ganz so hell (Bild: Übergizmo)

Im Vergleich zum TabPro S ist das Display nicht ganz so hell (Bild: Übergizmo)

Aktuelle Hardware

Das Dell XPS 12 gibt es in drei unterschiedlichen Konfigurationen zu kaufen. Die günstigste Ausführung beginnt bei 1249 Euro und beinhaltet ein FullHD Display, einen Intel Core m3 Prozessor, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 128 Gbyte große SSD. Die mittlere Ausführung, die wir getestet haben, beinhaltet das scharfe 4K Display, einen Intel Core m5 Dual Core Prozessor mit einer Taktrate von 1,1 Gigahertz (maximal 2,8 Gigahertz mit TurboBoost), 8 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie eine 256GB große SSD. Mit einem Preis von 1599 Euro ist das Dell XPS 12 damit nicht günstig, etwa 150€ Unterschied sind es beispielsweise zu einem ähnlich ausgestatteten Surface Pro 4, allerdings mit einem stärkeren Core i5 Prozessor.

Zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse sind verbaut - vorbildlich (Bild: Übergizmo)

Zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse sind verbaut – vorbildlich (Bild: Übergizmo)

Insgesamt ist die Performance für so ein schlankes Gerät gut. Vor allem beim Multitasking machen sich die 8GByte RAM positiv bemerkbar, mehrere Tabs und offene Programme sind somit kein Problem mehr. Alle Anwendungen laufen soweit flüssig und auch Videoschnitt und Rendering ist dank Intel Quicksync angenehm schnell. Bereits im Samsung TabPro S Test war ich von der Performance des Intel Core m3 begeistert – das gleiche gilt natürlich auch beim hier verbauten core m5, der theoretisch noch etwas performanter sein sollte. Im Geekbench 3 Benchmark zeigt sich aber, dass im Multicore Score das XPS 12 sogar minimal hinterherhinkt – im Alltag merkt man davon aber nichts.

Was sehr gut gefällt, das sind die beiden Thunderbolt 3 Anschlüsse im Typ-C Format auf der linken Seite. Zwei sind generell besser als einer, vor allem, weil man somit einen Port als Anschluss und den anderen zum Laden nutzen kann. Aber USB Typ-C ist immer noch nicht verbreitet, aus diesem Grund liefert Dell einen Typ-C auf Typ-A Adapter gleich mit. Ebenfalls super: Das Dell XPS 12 besitzt einen microSD Karteneinschub, was vor allem für die kreative Nutzung wichtig ist.

Das Display im 16:9 Format macht bei Videos mehr Sinn als beim Surfen (Bild: Übergizmo)

Das Display im 16:9 Format macht bei Videos mehr Sinn als beim Surfen (Bild: Übergizmo)

Die Akkulaufzeit enttäuscht

Die Akkulaufzeit des Dell XPS 12 ist enttäuschend. Das Tablet hat trotz seiner Dicke von 8 Millimetern einen nur 30 Wattstunden Akku eingebaut. Überraschend wenig im Vergleich zur Konkurrenz: Das Samsung Galaxy TabPro S kommt trotz nur 6,3 Millimeter(!) dünnem Gehäuse auf 39,5 Wattstunden, das Huawei Matebook (6,7mm) liegt bei 33,7Wattstunden. Doch wir erinnern uns, das Dell XPS 12 hat auch noch das bei weitem am schärfsten auflösende 4K Display – ein Feature, das den Akku noch weiter strapaziert. Bereits bei einfacher Webbenutzung mit einigen Apps zur Kommunikation und Musik im Hintergrund ist der Akku nach drei bis vier Stunden leer. Wohlgemerkt bei 50% Displayhelligkeit, schraubt ihr diese nach oben, dann könnt ihr der Akkuanzeige auf ihrer Talfahrt nach unten zusehen. Bei aufwendigen Aufgaben wie Videoschnitt oder schweren Kalkulationen verringert sich die Laufzeit noch weiter.

Ich kann mir vorstellen, dass der 30 Wattstunden Akku im Modell mit Full High Definition Display funktioniert, in unserer 4K Variante ist die Laufleistung allerdings kaum hinnehmbar und schränkt die Nutzung dieses „mobilen Rechners“ extrem ein.

Dell XPS 12: Fazit

Mit dem XPS 12 macht Dell vieles richtig. Das Display ist hervorragend scharf und brillant, die Verarbeitung ist gut, es gibt überdurchschnittlich viele Anschlüsse und die Premier Tastatur ist ein Traum zum Tippen. Doch genau in einem Punkt macht Dell all diese Punkte zunichte – bei der Akkulaufzeit. Drei bis vier Stunden Web-Nutzung sind einfach zu wenig, um mobil produktiv zu sein. Um ehrlich zu sein hat das Dell XPS 12 die schlechteste Akkulaufzeit, die ich je in einem Tablet gesehen habe. Ein kompaktes, mobiles Gerät mit einem sparsamen Prozessor ist dafür da, um mobil möglichst gut und lange arbeiten zu können und genau bei diesem Nutzungsszenario fällt das Dell XPS 12 durch. Vermutlich ist die Akkulaufzeit des Full HD Modells besser, dieses gibt es aber nur mit 4GByte RAM und einer 128GByte SSD, was für einige Produktivnutzer zu wenig ist.

Ich kann mir vorstellen, dass das 4K Display für Bildbearbeitung oder für Design-Aufgaben in Verbindung mit dem Active Stylus super geeignet ist, solange man keine lange Akkulaufzeit benötigt. Die Empfehlung, die wir für das Dell XPS 12 aussprechen können, ist daher stark auf diese Nutzer eingeschränkt. Der hohe Preis unseres Testmodells von 1599 Euro macht die Empfehlung nicht einfacher.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Sehr gute Tastatur und großes, präzises Trackpad

(Bild: Übergizmo)Sehr scharfes, kontrastreiches Display

(Bild: Übergizmo)Zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse, USB Typ-A Adapter mitgeliefert

(Bild: Übergizmo)(Bild: Übergizmo)Enttäuschende Akkulaufzeit

(Bild: Übergizmo)Teuer

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