Apple verkauft deutlich weniger iPhones und iPads

(Bild: Andreas Donath)

Umsatzrückgang ist so ziemlich das letzte, was Apple-Aktionäre gerne hören. Dennoch ist es jetzt das erste Mal seit mehr als 10 Jahren passiert: Apple meldet einen Umsatzrückgang. Wie konnte das passieren?

Im 2. Geschäftsquartal 2016 wurde bei Apple das erste Mal seit 13 Jahren kein Umsatzwachstum mehr erzielt. Die Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent zurück und liegen jetzt auf immer noch sehr respektablen 50,56 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn sank um 23 Prozent auf 10,5 Milliarden US-Dollar.

Der Grund: Die große Abhängigkeit vom iPhone. Erstmals seit der Einführung des Smartphones konnte Apple seine Absatzzahlen nicht steigern. Zwischen Januar und März lieferte das Unternehmen 51,2 Millionen iPhones aus (PDF), rund 10 Millionen Einheiten oder 16 Prozent weniger als im zweiten Fiskalquartal 2015. Der iPhone-Umsatz schrumpfte um 18 Prozent auf 32,86 Milliarden Dollar. Auch der Umsatz pro iPhone sank um 3 Prozent auf 641,83 Dollar.

Damit verpasste Apple auch die Erwartungen von Analysten. Sie hatten einen Überschuss von 2 Dollar je Aktie bei Einnahmen von 51,97 Milliarden Dollar vorausgesagt. Als Folge gab der Kurs der Apple-Aktie nach Börsenschluss mit 7,91 Prozent deutlich nach. Sie kostet mit 96,10 Dollar 8,25 Dollar weniger als am Vortag. In den vergangenen 52 Wochen notierte das Papier zwischen 92 und 132,97 Dollar.

Den Rückgang der iPhone-Verkäufe erklärte CFO Luca Maestri unter anderem mit dem Rekordergebnis des Vorjahres. Nach der Einführung des iPhone 6 seien die Absatzzahlen im Märzquartal 2015 um 40 Prozent angestiegen. Zudem habe Apple im zweiten Fiskalquartal 2015 die Lagerbestände im Channel um eine Million Einheiten erhöht. „Dieses Jahr haben wir die Channel-Bestände um 450.000 Einheiten reduziert.“

Lies auch: Smartphone-Markt im 4. Quartal 2015: Samsung gewinnt, Apple verliert

Auch die iPad- und Mac-Verkäufe blieben unter dem Niveau des Vorjahres. Die iPad-Sparte steuerte 4,4 Milliarden Dollar zum Gesamtergebnis bei, 19 Prozent weniger als vor einem Jahr. 4 Millionen verkaufte Macs (minus 12 Prozent) brachten Apple 5,1 Milliarden Dollar (minus 9 Prozent) ein. Die Geschäftsbereiche Services und andere Produkte legten indes um 20 beziehungsweise 30 Prozent zu. Ersterer umfasst neben den Internetdiensten wie iCloud und App Store auch den Bezahldienst Apple Pay. Letzterer beinhaltet die Apple Watch, zu der das Unternehmen erneut keine Verkaufszahlen genannt hat. Mit nur 2,2 Milliarden Dollar beträgt dieser Geschäftsbereich weniger als 5 Prozent des Konzernumsatzes.

Zudem zeigt die Bilanz, dass die Absatzschwäche vor allem den Großraum China betrifft. Hier schrumpften die Einnahmen um 26 Prozent. In Nord- und Südamerika gab der Umsatz um 10 Prozent nach, in Europa nur um 5 Prozent. Japan erzielte hingegen ein Plus von 24 Prozent.

Im laufenden dritten Geschäftsquartal soll der Umsatz 41 bis 43 Milliarden erreichen. Die Prognose der Wall Street liegt bei 47,32 Milliarden Dollar. Zwischen April und Juni 2015 hatte Apple 49,6 Milliarden Dollar eingenommen.

Tipp: Wie gut kennst Du Apple? Überprüfe Dein Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising