NVIDIA SHIELD Android TV Test: Gaming und Multimedia in einer Konsole

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NVIDIA ist bekannt für seine schnellen Grafikkarten. Nach dem SHIELD Portable und dem SHIELD Tablet hat der kalifornische Hersteller Ende letzten Jahres eine eigene Konsole herausgebracht. Wir haben nach einigen Neuerungen und Updates den Controller in die Hand genommen und checken aus, wie sich die kleine schwarze Kiste schlägt.

NVIDIA SHIELD Android TV im Test

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NVIDIA SHIELD Android TV
(Bild: Übergizmo)

NVIDIAs Konsole hört auf den vollmundigen Namen NVIDIA SHIELD Android TV und hat alle Bestandteile seines Titels an Bord: Gaming, Android als Betriebssystem und TV-Funktionen in Form von Streaming-Apps, YouTube, Onlinevideorekordern und Plex sowie Kodi. Vorrangig ist die SHIELD Android TV eine Spielekonsole. Für die eher inaktive Zeit zwischen Abendessen und Schlaf oder Serienmarathons am Wochenende aber eben auch ein Mediacenter, das keine Wünsche offen lässt.

Die Specs der NVIDIA SHIELD Android TV

Unter der schwarzen Haube des futuristisch designten und sehr schlanken Gehäuses werkelt ein Tegra X1 Prozessor. Der ist laut NVIDIA der schnellste mobile Prozessor, auch wenn die Konsole selbst nicht direkt ein Mobilgerät ist. Drei Gigabyte Arbeitsspeicher und die 256 Kerne des Grafikprozessors schaufeln die Daten auf den Bildschirm und beim Speicher habt ihr die Wahl zwischen 16 oder 500 Gigabyte.

(Bild: Übergizmo)

Die Anschlüsse der NVIDIA SHIELD Android TV (Bild: Übergizmo)

Wem das nicht ausreicht, der kann einfach eine USB-Platte anschließen, die von der Konsole als erweiterter Platz erkannt und ohne umständliche Einrichtung genutzt wird, um Games und Daten auszulagern. Der Anschluss erfolgt über einen der beiden USB 3.0-Ports auf der Rückseite, die durch eine Gigabit-Netzwerkbuchse und einen HDMI 2.0-Anschluss mit HDCP 2.2 ergänzt werden.

Ein Micro-USB 2.0-Port sowie ein microSD-Slot für Karten mit bis zu zwei Terabyte dürfen neben dem obligatorischen Stromanschluss natürlich auch nicht fehlen. Für das kabellose Vergnügen sorgt ein WLAN-Chip nach 802.11 ac-Standard, Bluetooth 4.1 für Kopfhörer und Eingabegeräte und ein Infrarot-Interface, mit dem ihr die SHIELD Android TV mit der normalen Fernbedienung nutzen könnt. An Ausstattung hat NVIDIA also nicht gespart, wie ihr seht. Es fehlt lediglich ein direkter digitaler Audioausgang, den die meisten von uns aber eh über HDMI nutzen.

TV- Streaming und Video-Apps

 (Foto: Übergizmo)

Das NVIDIA SHIELD Android TV ist sehr schick designt (Foto: Übergizmo)

Die verbaute Hardware wäre aber natürlich Nichts ohne die entsprechenden Inhalte. Die zaubert der Grafikchip mit einer Auflösung von 4K auf euren Fernseher, sofern ihr denn schon einen habt. Als Unterbau dient dazu ein Android Marshmallow, das auf die Konsole angepasst ist.

Nachdem ihr die Konsole über einen Touch-Button am Gehäuse eingeschaltet habt, leuchtet ein stylischer grüner LED-Streifen auf dem Gehäuse  auf und wenige Sekunden später fährt Android Marshmallow hoch. Die Menüs sind sehr einfach gehalten und erinnern an das Design von Netflix oder die des Apple TV.

Mit einem Google-Account eingeloggt zeigt das SHIELD Android TV-Vorschläge aus YouTube oder anderen installierten Video-Apps an. Dazu gehören beispielsweise der VLC-Player, Zattoo, Netflix, Google Play und viele mehr. Die einzige App, die zumindest momentan noch fehlt ist Amazon Instant Video. Auf die einzelnen Videoservices gehen wir aber in einem separaten Beitrag noch einmal genauer ein.

Games zocken mit der SHIELD Android TV

(Bild: 2K Games)

Für NVIDIA SHIELD Android TV verfügbar: Borderlands: The Pre-Sequel (Bild: 2K Games)

Das Herzstück einer jeden Konsole ist aber natürlich Gaming. Die SHIELD Android TV bietet dazu gleich drei Anlaufstellen. Zum einen den Google Play Store, der eine Auswahl an Games anbietet, die auf Android TV-Geräte zugeschnitten sind. Darunter Half-Life 2, Badland, GTA: Liberty City Stories, Telltale-Adventures wie The Walking Dead, Game of Thrones oder Minecraft: Story Mode sowie Plattformer wie DuckTales oder Leo’s Fortune und einige mehr.

Die grafisch und spielerisch noch imposanteren Games bietet NVIDIA in der App SHIELD GAMES an, die im Grunde so aussieht wie die Google Games-App. Hier sind Knüller wie Borderlands: The Pre-Sequel, This War of Mine, diverse remasterte GTA– und Final Fantasy-Titel sowie Hotline Miami, Portal und andere Titel zu finden.

Die dritte Gaming-App und gleichzeitig das absolute Highlight der Konsole ist GeForce NOW. Der Service funktioniert genauso wie Netflix, nur eben für Games. Für 9,99 Euro im Monat bekommt ihr Zugriff auf eine Bibliothek an relativ frischen Games, die ständig erweitert werden. Das geilste Feature: Die Spiele werden nicht installiert, sondern streamen von Servern auf die SHIELD Android TV. Die Technik ist als Cloud Gaming bekannt und funktioniert einwandfrei und ohne merkliche Verzögerungen. Beziehungsweise keine, die man bemerken würde, wenn man nicht gerade „The Flash“ heißt.

GeForce NOW: Das Netflix des Gaming

Nach Starten eines GeForce NOW-Titels braucht es etwa 30 Sekunden und ihr seid im Game. Das Unternehmen OnLive hatte das vor Jahren schon mal probiert, war aber etwas vor seiner Zeit von schnellen Breitbandanschlüssen, die zum flüssigen Spielen notwendig sind. Auch Gaikai wollte es vormachen und ist dann von Sony geschluckt worden (die Technologie wird vermutlich in Zukunft zum Streamen von Pre-PS4-Games genutzt werden).

(Bild: Übergizmo)

Der Controller des NVIDIA SHIELD Android TV (Bild: Übergizmo)

In GeForce NOW finden sich die wahren Perlen wie The Witcher 3: Wild Hunt, Dirt 3, F1 2015, Metro 2033 Redux sowie jede Menge Lego-, Sonic-Games und Beat ’em Ups wie Street Fighter x Tekken, Tomb Raider (das ältere) und fast alle Batman-Titel. Etwas neuere Spiele wie Mad Max oder Day of the Tentacle Remastered kosten dann doch Geld, dafür ist dann zusätzlich noch ein Key für die PC-Version enthalten. Eine Auflistung aller Titel findet ihr auf der Webseite von NVIDIA.

Laut den Kaliforniern können von der Community sehr selten gespielte Games aus dem Inklusivpaket der kostenlosen Games herausgenommen und als kostenpflichtige Varianten angeboten werden. Bei der sehr guten Auswahl der Games dürfte das aber kaum passieren, denn es sind für alle Gaming-Freunde mehr als genug gute Titel vorhanden. Zudem kommen eher neue Games dazu, als dass welche wegfallen. Von daher braucht ihr euch um eure Spielefortschritte keine Sorgen zu machen.

Was jedoch ganz gut wäre: Eine App, die alle Games aus dem Google Play Store, SHIELD GAMES und GeForce NOW in einer vereint. Und auch, dass ich in GeForce NOW angefangene Games auch auf dem Home-Bildschirm als App-Icon wieder finde. Momentan sehe ich nämlich nur die Games aus den anderen beiden Stores, nicht jedoch aus dem Streamingdienst.

Grafisch ist die Konsole laut NVIDIA in etwa mit einer Xbox 360 gleichzusetzen. Meiner Ansicht nach ist die SHIELD Android TV aber sogar etwas besser, denn viele Titel streamen mit 60 FPS. Die Minix Neo X8-H Plus schafft beispielsweise nur 30 FPS, ist aber auch schon ein wenig älter. Der Controller erinnert übrigens auch etwas an den der beiden Xboxen, hat den Akku aber im Gegensatz zu Microsofts Variante verbaut. Das gute Stück liegt komfortabel in der Hand und wird auch bei längerem Spielen nicht unangenehm, zudem bringt der Controller neben den üblich verdächtigen Buttons, D-Pad und Analogsticks noch ein weiteres Feature mit: die Sprachsteuerung.

Weitere Features der NVIDIA SHIELD Android TV

(Bild: NVIDIA)

Android Marshmallow auf dem NVIDIA SHIELD Android TV (Bild: NVIDIA)

Mit einem Druck auf das grüne NVIDIA Logo öffnet sich die Google Sprachsteuerung und startet Apps oder sucht im Play Store. Meist funktioniert das gut, manchmal zeigt mir die Suche aber YouTube-Videos, statt eine App zu starten. Die Sprachfunktion funktioniert übrigens auch mit der Fernbedienung, die ich im kommenden Artikel vorstellen werde.

Google Cast ist ebenfalls mit an Bord der SHIELD Android TV und lässt euch Inhalte von eurem Android-Smartphone auf euren Fernseher ballern. Eure Google Play Music sowie Fotos und Videos könnt ihr euch ebenfalls reinziehen oder euch bei Twitch berieseln lassen oder andere berieseln. Zudem kann ein Browser installiert und dann komfortabel mit einer Bluetooth-Tastatur und -Maus bedient werden.

Fazit

(Bild: Übergizmo)
NVIDIAs SHIELD Android TV ist eine schicke, kleine Konsole und das beste Android TV-Gerät, dass ihr derzeit bekommen könnt. Die Bündelung von so vielen Video- und Straming-Apps und Diensten wie Plex oder Kodi unter eine Haube macht schon Spaß und Netflix in 4K schafft eben nicht jede Box. Die Konsole aber nur zum Glotzen zu verwenden wäre bei rund 200 Euro Verkaufspreis wohl etwas zu viel des Guten. In dem Fall seid ihr mit dem Bau eures eigenen Mediacenters vermutlich besser beraten.

In erster Linie ist die SHIELD Android TV aber eben eine Spielekonsole mit der ausgezeichneten Technik der Gaming-Hardware-Veteranen von NVIDIA. Allein GeForce NOW ist das Killer-Feature, weswegen sich der Kauf lohnt (auch, wenn dann nochmal ein monatlich kündbares Abo fällig wird). Dafür bekommt ihr dann aber die Möglichkeit, mal in einen Titel reinzuzocken und laufend neue Games. Von mir gibt es für jeden einen klaren Kaufbefehl, der sowohl unkompliziert zocken als auch seine Bewegtbild-Quellen unter eine Haube bringen möchte.

Pro

(Bild: Übergizmo)Schickes Design

(Bild: Übergizmo)Flottes Betriebssystem mit angepassten Apps

(Bild: Übergizmo)Cloud Gaming mit GeForce NOW (als monatliches Abo)

(Bild: Übergizmo)Viele Video-Apps und -Services

(Bild: Übergizmo)Angenehmer Controller

(Bild: Übergizmo)Integration des Google-Accounts und eurer Inhalte

Contra

(Bild: Übergizmo)Games etwas fraktioniert verteilt auf drei Apps

(Bild: Übergizmo)Sprachsuche manchmal etwas ungenau

(Bild: Übergizmo)Controller wird gelegentlich beim Booten nicht direkt erkannt

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