Cern: Marder verursacht Kurzschluss am Teilchenbeschleuniger LHC

Der LHC am Forschungszentrum Cern (Bild: Wikipedia/Julian Herzog)

Wenn der Marder beißt, ist die Elektrik hin. Was für das Auto auf der Straße gilt, gilt auch für den weltgrößten Teilchenbeschleuniger LHC am Forschungszentrum Cern. Dort hat ein Steinmarder am vergangenen Freitag einen Kurzschluss ausgelöst, der dazu führte, dass der Beschleuniger vorübergehend abgeschaltet werden musste.

Dem Tagesbericht des Forschungszentrums zu Folge kam es um 5:30 Uhr in der Früh zu einer „schweren elektrischen Störung“. Die Ursachenforschung ergab: Ein Steinmarder hatte sich an einem der 66-Kilovolt-Transformatoren des Teilchenbeschleunigers zu schaffen gemacht. Er beschädigte einen Anschluss, was zu einem Stromausfall führte, von dem alle Beschleuniger des LHC betroffen waren. Die meisten Magneten haben sich laut Cern-Bericht kurzfristig ausgeschaltet.

Gegenüber dem Rundfunksender BBC teilte Cern-Sprecher Arnaud Marsollier mit, dass es einige Tage dauern wird, bis der Schaden repariert sei. Möglicherweise sei die Maschine erst wieder Mitte Mai voll einsatzbereit. Der Steinmarder habe die Auseinandersetzung mit dem Transformator leider nicht überlebt.

Steinmarder sind dafür bekannt, Autokabel zu zerbeißen, an denen sie die Reviermarkierung von Kontrahenten riechen. Der Geruch macht sie aggressiv, die Aggressivität lässt sie Kabel zerbeißen. Warum sich das Tier an den Transformator zu schaffen machte und wie es in die Anlage eindringen konnte, bleibt unklar.

Ebenfalls interessant: Episch: Eine Oper, gefilmt im Teilchenbeschleuniger des CERN

Bild: Tunnel des LHC von Julian Herzog/Wikipedia, Bildausschnitt gemäß CC BY-SA 3.0

Tags :Quellen:CernVia:Spiegel Online

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising