Von Schulterschluß und schmutzigen Bomben

Google-Auto-boese

Microsoft und Google schließen einen Pakt. Google erschuf den Daten-Kapitalismus, Microsoft steigt erst jetzt mit ein. Dafür will Google nicht mehr durch Patent-Klagen von Microsoft gestört werden.

Silicon-Valley verbündet euch?! – Fragt sich gegen wen. Wenn früher noch haufenweise Patentklagen -schreiben und -abwehren zu einem Hauptbestandteil des Tagesgeschäfts gehörten, so dürfte dies nach diesem Schulterschluß ein Ende haben.

„Überwachungs-Kapitalismus“ nennt Harvard Business School Professor Shoshana Zuboff dieses Verhalten kritisch gegenüber dem Guardian. Durch systematisches Umgehen von Gerichten via Gentleman-Agreements zweier Erz-Rivalen wie Microsoft und Google wird eine neue Macht entfesselt, die uns zu denken geben sollte.

Dies schaft eine neue Monopol-Macht, die über Unternehmensgrenzen hinaus wächst und damit womöglich nicht mehr eindeutig und rechtlich erfassbar ist. Dieser Mangel an Marktkontrolle führt zu einem völlig neuen Ausmaß des „Überwachungs-Kapitalismus“. Sprich, des systematischen Ausnutzens von Big-Data, gewonnen durch unser freies Verhalten.

Die schmutzige Bombe für eine vernetzte Gesellschaft

Daten dieses freien Verhaltens ermöglichen Prognosen bezüglich unseres zukünftigen Verhaltens. Wie? – Mustererkennung macht es möglich. Wer das zu Geld macht, indem er diese Informationen an die passenden Interessensgruppen verkauft, der hat alles, aber nicht unser Bestes im Sinn.

Schon jetzt belegt eine Studie die Selbstzensur von Internetnutzern nach den Snowden-Enthüllungen. Diese Abschreckende Wirkung von Überwachung generell, beschränkt sich keines falls auf Kriminelle. Als Chilling-Effekt wird dieses Phänomen bezeichnet, welches das deutsche Volkslied über die Gedankenfreiheit „Die Gedanken sind frei“ ad absurdum zu führen vermag.

Man könnte gegenwärtige Entwicklungen, welche sich im Überwachungs-Kontext tummeln, als die schmutzige Bombe für eine vernetzte Gesellschaft bezeichnen. Wenn künftig eben auch unsere Gedanken durch unser gläsernes, „freies“ Verhalten sichtbar und vermarktbar werden.

Tags :Quellen:theguardian

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