Microsoft kauft sich DNS als Speichermedium

(Bild: Shutterstock)

Die DNS speichert bekanntlich Informationen - und in diesem Bereich will auch Microsoft forschen. Dabei soll ein Speichermedium herauskommen und nicht etwa eine Frankenstein-Vision.

Microsoft hat sich 10 Millionen Oligonukleotidsequenzen besorgt. Diese im Labor produzierten DNA-Moleküle stammen vom Start-up Twist Bioscience. Microsoft will mit Forschern zusammen deren Nutzung für die Datenspeicherung erproben.

Desoxyribonukleinsäure (DNS oder im englischen Sprachraum DNA) bleibt Microsoft zufolge weit länger lesbar als alle aktuellen Datenträger, nämlich bis zu 2000 Jahre. Zudem würde sie eine extrem hohe Datendichte ermöglichen: Ein Kubikmillimeter DNA könnte ein Exabyte an Daten aufnehmen, also rund eine Milliarde Gigabyte.

„Da die Menge unserer digitalen Daten weiter wächst, brauchen wir neue Methoden für sichere Langzeitspeicherung von Daten“, wird Microsoft-Reseach-Mitarbeiter Doug Carmean in der Pressemeldung zitiert. Microsoft habe im Herbst zumindest einen Vorab-Test erfolgreich abgeschlossen: 100 Prozent der Daten konnten in DNA-Material von Twist Bioscience gespeichert und später wieder ausgelesen werden.

Twist Bioscience ist auf die Herstellung synthetischer DNA spezialisiert. Die Preise sinken nach seiner Darstellung kontinuierlich. Der von Microsoft für die Biodatenträger gezahlte Preis wurde dennoch nicht kommuniziert.

Das Start-up hat bisher 131 Millionen Dollar Anschubfinanzierung erhalten. Unter den Investoren war nach Informationen von Business Insider Boris Nikolic, der unter anderem als Chief Science Advisor für die Bill and Melinda Gates Foundation tätig ist.

2013 war es schon Wissenschaftlern des European Bioinformatics Institute (EBI) gelungen, ein Petabyte (eine Million Gigabyte) an Daten auf gefriergetrockneter DNA zu speichern. Dazu verwendeten sie Shakespeares 154 Sonette, ein Foto ihres Instituts, einen Essay über die Struktur der DNA, ein MP3-Auszug aus Martin Luther Kings Rede „I have a dream“ und eine Datei mit Kodierungsvorschriften – zusammen 739 KByte – in millionenfacher Ausfertigung. An einem DNS-Computer arbeitet beispielsweise auch IBM.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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