Chemical Love: Riesiger deutscher Drogen-Webshop aufgeflogen

(Bild: Shutterstock/David Orcea)

Drogen aus dem Darkknet? Anscheinend gibt es solche Angebote auch in Deutschland. Nun wurde ein riesiger Onlineshop namens Chemical Love hops genommen. Die Ermittler staunten nicht schlecht, als sie 54 kg Amphetamine, 4 kg Heroin, rund 1,3 kg Kokain und etwa 25.000 Ecstasy-Tabletten fanden.

Die Zentralstelle für Internetkriminalität bei der Staatsanwaltschaft Verden teilte mit, dass der Drogen-Webshop Chemical Love aufgeflogen ist und fünf Verdächtige im Alter zwischen 21 und 60 Jahren verhaftet wurden.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, neben einem vorwiegend deutschsprachiges Darket-Forum einen eigenen Webshop betrieben zu haben. Dieser war teilweise direkt über das Internet erreichbar, teilweise nur über das Anonymisierungsnetzwerk Tor. Ab Mai 2015 sollen darüber Betäubungsmittel im Wert von mindestens 1,3 Millionen Euro verkauft worden sein. Die Website ist derzeit noch immer zugänglich.

Die fünf Tatverdächtigen wurden schon am 14. April 2016 im rheinland-pfälzischen Rülzheim, in Stuttgart und in Weissach festgenommen. Außerdem wurden 54 Kilogramm Amphetamin, rund 4 Kilogramm Heroin, rund 1,3 Kilogramm Kokain und etwa 25.000 Ecstasy-Tabletten sichergestellt. Die Polizei meldete das Ereignis wohl aus ermittlungstaktischen Gründen später.

Die Drogen konnten im Darknet-Forum über einen internen Messenger-Dienst geordert werden, im Webshop mit einem üblichen Warenkorbsystem. Aus dem bebilderten Angebot konnten einzelne Betäubungsmittel ausgewählt werden. Die Bezahlung musste über die Kryptowährung Bitcoin erfolgen, bevor die bestellte Ware auf den Postweg gebracht wurde. Der Staatsanwaltschaft zufolge kamen täglich bis zu 50 Sendungen zum Versand.

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Eine internationale Initiative zur Bekämpfung illegaler Handelsplätze im Internet führte auf die Spur von „Chemical Love“. In diesem Rahmen ging eine Ermittlungsgruppe der Polizeidirektion Hannover den Aktivitäten in Darknet-Foren und illegalen Webshops nach. Während noch unklar war, von welchem Ort aus der fragliche Webshop betrieben wurde, führte zunächst die Zentralstelle für Internetkriminalität der Staatsanwaltschaft Verden die Ermittlungen. Inzwischen übernahm die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz.

Nach monatelangen Ermittlungen gelang es, die Verdächtigen zu identifizieren und sie festzunehmen. Parallel dazu wurden Server in den Niederlanden und Bulgarien beschlagnahmt, über die das Webshop-Hosting erfolgte.

(Bild: Shutterstock/David Orcea)

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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