Hat Apple Music einem Musiker 122 GByte Musik gelöscht?

(Bild: Apple)

Angeblich hat Apple Music einem Musiker 122 GByte seiner eigenen Musikaufnahmen von der Festplatte gelöscht, heißt es im Blog Vellum Atlanta. Als James Pinkstone das Abo abschloss, wurde seine Musikbibliothek gescannt und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Was war passiert? Apples Streamingdienst Apple Music analysiert die Festplatte des Anwenders und überprüft, ob die gleiche Musik schon im Streamingportfolio vorhanden ist. Wenn dem nicht so ist, wird die Musik des Anwenders in die Cloud übertragen.

„Wenn Apple Music eine Datei bemerkte, die es nicht kannte – was oft passierte, da ich freiberuflicher Komponist bin und viele selbst erstellte Musikdateien habe – lud es sie in Apples Datenbank, löschte sie von meiner Festplatte, und wenn ich sie erneut hören wollte, erhielt ich sie vom Server, wie bei allen anderen gelöschten Musikdateien“, heißt es bei Pinkstone. Betroffen seien sowohl MP3- wie auch WAV-Dateien gewesen.

Das bedeute, dass er seine eigenen Kompositionen nicht mehr hören könne, wenn er gerade keine Internetverbindung habe, berichtet der Komponist. Auch seien die von Apple ermittelten Entsprechungen nicht immer zutreffend. Beispielsweise habe Apple Music eine seltene, vor zehn Jahren von der offiziellen Website heruntergeladene Klavierversion des Songs „Sister Jack“ von Spoon durch eine verbreitetere ersetzt.

Darum führe auch ein Download nicht dazu, dass er alle Songs im Original zurückerhalte, sagt Pinkstone. Bei Eigenkompositionen habe Apple zudem die von ihm nicht unterstützten WAV-Dateien durch MP3 und AAC ersetzt. Und da Apples Server nicht gerade schnell seien, würde es ihn etwa 30 Stunden kosten, auf diese Weise sämtliche Musik zurückzuholen. Von Apples Support sei nur zu erfahren gewesen, dass das Programm wie beabsichtigt arbeite.

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Schon zum Start von Apple Music im Juli 2015 hatten sich Anwender über vergleichbare Probleme beschwert. Einigen Nutzern zufolge führt die mit iOS 8.4 und iTunes 12.2 eingeführte iCloud Music Library zu Problemen mit einer lokalen iTunes-Bibliothek. Andere kritisierten, dass Apple die Home-Sharing-Funktion für Musik eingestellt hat, die es ihnen bisher erlaubte, in iTunes gespeicherte Musik per WLAN auf iPhone, iPad und iPod Touch wiederzugeben.

In einigen Fällen soll die iCloud Music Library Alben die falschen Cover-Fotos zugeordnet haben. Andere Nutzer berichteten von gelöschten Wiedergabelisten oder verschobenen und sogar gelöschten Songs. „Ich habe eine Bibliothek mit 13.000 Songs auf meinem Mac“, beschwerte sich ein Nutzer der Apple Support Community. Nach der Installation von iTunes 12.2 und der Aktivierung von iCloud Music Library seien praktisch alle Metadaten mit falschen Inhalten überschrieben worden. „Was noch schlimmer ist, wenn ich auf bestimmte Songs klicke, wird der falsche Song oder Künstler abgespielt. Ich habe fast zehn Jahre für die perfekte Organisation dieser Bibliothek gebraucht, und Apple ruiniert sie in wenigen Minuten.“ Apple konnte diese Ärgernisse mit iTunes 12.2.1 einige Wochen später überwiegend abstellen.

Hinter dem Dateiabgleich für Songs dürfte die Technik des 2011 auch in Deutschland eingeführten iTunes Match stecken. Mit dem rund 25 Euro im Jahr teuren Cloud-Speicherdienst lassen sich auch nicht im iTunes Store gekaufte Musiktitel (bis zu 25.000), die aber im Katalog von iTunes zu finden sind, mit iCloud synchronisieren. Der Service tauscht diese Dateien gegen DRM-freie AAC-Versionen der Titel mit einer Bitrate von 256 KBit/s aus. Online gespeicherte Songs können anschließend mit iPhone, iPad und iPod Touch abgerufen werden.

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Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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