„Niere on a Chip“ macht Medikamentierung sicherer

(Screenshot: NetMediaEurope)

Nieren sind sehr wichtige Organe. Trotzdem werden sie von gewissen Medikamentendosen gegen andere gesundheitlichen Probleme geschädigt. US-Forscher zeigen: Es geht auch anders.

Der Begriff SoC, also System on a Chip ist ja durchaus geläufig und von Smartphone-Prozessoren bekannt. Er bedeutet dass alle oder die meisten Funktionen eines Systems in einen Chip integriert werden. Doch was ist eine Niere on a Chip?

Die Lösung des Rätsels ist nicht so spektakulär, wie es zunächst geklungen haben mag. Es wird also keine Niere auf einen Computerchip gesetzt. Vielmehr simuliert ein speziell dafür entworfener Mikrochip die Umwelt unserer Nieren.

Entwickelt wurde er von Forschern der University of Michigan, die dem Ergebnis auch den Namen „Kidney on a Chip“ gaben. Die Nierensimulation soll den Ärzten und Forschern künftig helfen, auszutesten, wie viel Medikamente man einer Person verabreichen kann, ohne deren Nieren dadurch zu schädigen.

Während der Tests konnte zum Beispiel schon herausgefunden werden, dass das Antibiotikum Gentamicin als kontinuierliche Infusion schädlicher auf die Nieren wirkt als in einer einzigen großen Dosis.

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Shuichi Takayama, Professor für Biomedizinisches Ingenieurswesen an der University of Michigan, sagte: „Wird ein Medikament verabreicht, so steigt dessen Konzentration schnell an und wird es nur allmählich ausgefiltert, während es die Nieren passiert. Eine Niere on a Chip erlaubt es uns, diesen Filterungsprozess zu simulieren und eine viel genauere Analyse bezüglich des Verhaltens von Medikamenten in unserem Körper zu bekommen.“

Der ehemalige University of Michigan-Wissenschaftler Sejoong Kim, der nun außerordentlicher Professor im koreanischen Seoul National University Bundang Krankenhaus ist, fügte hinzu: „Die gleiche Dosis des gleichen Medikaments kann völlig verschiedene Effekte auf die Niere und andere Organe haben, abhängig davon, wie es verabreicht wird. Dieses Gerät stellt nun eine günstige, einheitliche Möglichkeit dar, genauere Daten, die tatsächliche menschliche Patienten wiedergeben, zu erhalten.“

Tags :Via:Tyler Lee, Übergizmo.com

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