Manipuliert Facebook Nachrichtentrends?

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Wie entstehen die Facebook Nachrichten-Trends? Zuckerberg sagt über aufwändige Alghorithmen. Ein nun aufgetauchtes Dokument behauptet dagegen, dass auf fast allen Ebenen Menschen und eben nicht Maschinen die Entscheidungen treffen. Der Vorwurf: Facebook manipuliert so Nachrichtentrends.
Angeblich liegen der britischen Zeitung The Guardian Kopien der Richtlinien vor, nach denen Mitarbeiter von Facebook Nachrichtentrends zusammenstellen sollen. Sie sollen belegen, dass auf nahezu alle Ebenen Menschen und nicht Algorithmen entscheiden, welche Trendthemen in Facebooks Nachrichtenangebot erscheinen. Facebook-CEO Mark Zuckerberg dementierte daraufhin erneut Vorwürfe, sein Unternehmen manipuliere Nachrichtentrends und benachteilige Artikel konservativer Medien.

Die Richtlinien enthalten demnach Anweisungen, wie Nachrichten in die einzelnen Trend-Module einzufügen sind. Außerdem wird beschrieben, wie Themen bis zu 24 Stunden lang auf eine „schwarze Liste“ gesetzt werden können, weil sie beispielsweise nicht für ein reales Ereignis stehen. Die Entscheidung darüber sollen aber alleine die bei Facebook intern als Nachrichtenkuratoren bezeichneten Mitarbeiter treffen.

Außerdem heißt es darin, das Redaktionsteam könne „berichtenswerte Themen“ einfügen. Dazu gehörten auch Themen, die viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Als Beispiel nennt The Guardian konkret den Hashtag „#BlackLivesMatter“. Tom Stocky, Leiter des Teams für Trending Topics, hatte jedoch Anfang der Woche in einem Eintrag auf Facebook behauptet, gerade bei diesem Hashtag hätten Facebooks Untersuchungen gezeigt, dass sein Team nicht eingegriffen habe. „Wir haben uns diesen Vorwurf angeschaut und festgestellt, dass er falsch ist.“

(Bild: shutterstock / Gizmodo)

Ihm zufolge sind ausschließlich Algorithmen für die Ermittlung von Trendthemen verantwortlich. Sein Team prüfe lediglich, ob ein Thema tatsächlich populär sei. Die durchgesickerte Richtlinie beschreibt jedoch umfangreichere Aufgaben seines Teams. Demnach legt es die Trendthemen nach einer Prüfung der Schlagzeilen von nur zehn verschiedenen Herausgebern selbst fest. Dazu gehören BBC News, CNN, Fox News, The Guardian, NBC News, The New York Times, USA Today, Wall Street Journal Washington Post, Yahoo News und Yahoo. Als Trend gilt eine Nachricht, wenn sie auf mindestens fünf der zehn Websites auftaucht.

Nach Einschätzung des Guardian stützt die Richtlinie den Vorwurf, Facebook diskriminiere konservative Medien. Die Mehrheit der von Facebook genutzten Quellen sei als liberal einzustufen. Auch Stockys Aussage, „Wir fügen keine Geschichten in die Trendthemen ein und weisen unsere Mitarbeiter auch nicht dazu an“, werde durch die Dokumente widerlegt.

Drei ehemalige Mitarbeiter des Trending Topics Team hätten zudem bestätigt, dass sie Themen als Trend ausweisen, um den Feed aktueller zu gestalten. Den Vorwurf der Voreingenommenheit hätten sie jedoch zurückgewiesen. Damit widersprachen sie den Quellen des Blogs Gizmodo, der Anfang der Woche als erster über angebliche Manipulationen bei der Themenauswahl berichtet hatte. Die Quellen des Guardian betonten jedoch, dass der menschliche Faktor bei der Themenauswahl entscheidend sei.

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Wie auch bei Google erhalten die Facebook-Mitarbeiter drei kostenlose Mahlzeiten sowie drei Getränke und drei Snacks. Die Lunchtime-Facebook-App zeigt den Mitarbeitern das wöchentliche Menü innerhalb ihres Accounts an. Bild: Shutterstock

Facebook-CEO Mark Zuckerberg erklärte nun, eine interne Untersuchung habe keine Anhaltspunkte für die von Gizmodo erhobenen Vorwürfe gefunden. „Sollten wir irgendwelche Verstöße gegen unsere Prinzipien feststellen, haben Sie meine Zusage, dass wir zusätzliche Maßnahmen dagegen ergreifen werden.“ Wie zuvor schon Stocky verwies Zuckerberg auch auf die strengen Regeln für Trendthemen, die keine Priorisierung nach Ansichten oder politischen Einstellungen erlaubten.

Darüber hinaus kündigte er treffen mit Vertretern des gesamten politischen Spektrums an, „um mit ihnen darüber zu reden und ihre Ansichten zu erfahren“. „Ich möchte ein direktes Gespräch darüber führen, wofür Facebook steht und wie wir sicherstellen können, dass unsere Plattform so offen wie möglich bleibt.“

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Tags :Via:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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