Mit diesem Trick erhält ChromeOS Tausende neue Apps

(Bild: Google)

Auf der Google I/O wurde bekanntgegeben, dass ChromeOS kündigt native Android-Apps unterstützt. Damit steigt die Attraktivität des Betriebssystems, das hierzulande ein Mauerblümchen-Dasein fristet, mit einem Schlag enorm an.

Google verpasst seiner Linux-Variante ChomeOS ein Android-Framework samt Play Store, damit künftig Android-Apps darin laufen. Das Unterfangen hat auch noch einen weiteren, positiven Nebeneffekt. Bisher war ChromeOS eigentlich ein Online-Betriebssystem, das nur gut funktionierte, wenn der Nutzer eine Internetverbindung hat. Durch die Unterstützung von Android-Apps steigern sich die Offline-Fähigkeiten des Betriebssystems. Die meisten Apps funktionieren schließlich auch ohne Netz.

Als erste werden Entwickler Zugriff auf den Play Store unter Chrome OS erhalten. Er soll Mitte Juni mit Version M53 eingeführt werden und zunächst drei Chromebooks unterstützen: das Asus Chromebook Flip, das Acer Chromebook R11 und natürlich Googles Chromebook Pixel (2015). Mehr Geräte werden in den kommenden Monaten folgen. Eine ständig aktualisierte Liste findet sich auf der Chromebook-Hilfe-Website.

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Bei der Ausführung der Android-Apps unter Chrome OS setzt Google nicht auf eine Emulation. Stattdessen läuft Android in einem separaten Linux-Container. Das Framework soll alle sechs Wochen aktualisiert werden. Es unterstützt alle Schnittstellen und Sensoren, die auch auf reinen Android-Geräten zur Verfügung stehen.

Chrome OS erlaubt die Darstellung von Android-Apps in drei verschiedenen Fenstergrößen sowie Multitasking. Nutzer können auch Daten zwischen Android-Anwendungen untereinander sowie zwischen Android- und Chrome-OS-Programmen austauschen. Android-Benachrichtigungen werden wie Chrome-OS-Benachrichtigungen angezeigt.

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Google verspricht zudem eine nahtlose Zusammenarbeit von Tastatur-, Maus- und Toucheingabe. Darüber hinaus dürften die Android-Apps die Offline-Nutzung von Chrome-OS-Geräten verbessern, da die meisten von ihnen auch ohne aktive Internetverbindung auskommen.

Das Ziel, Android-Apps unter Chromebooks lauffähig zu machen, verfolgt Google schon länger. Bereits zur I/O 2014 kündigte es die Native-Client-Erweiterung „App Runtime for Chrome“ (ARC) an, die eine Virtuelle Maschine unter Chrome OS einrichtet. Mit dem Tool ARC Welder konnten App-Entwickler ihre Android-Anwendungen auf Chrome OS portieren und testen. Allerdings blieben dabei nicht alle Funktionen vollständig erhalten. Mit der neuen Möglichkeit, Android-Apps nativ unter Chrome OS auszuführen, fallen diese Beschränkungen weg. So dürften beispielsweise auch In-App-Käufe kein Problem mehr darstellen.

Damit sollten auch immer wieder auftauchende Gerüchte verstummen, dass Google Chrome OS mit Android verschmelzen will. Zuletzt hatte Hiroshi Lockheimer, Senior Vice President für Android, Chrome OS und Chromecast, im November 2015 einen entsprechenden Bericht des Wall Street Journal dementiert und klargestellt, dass Google weiter an Chrome OS und Chromebooks festhalten werde.

Letztere erfreuen sich vor allem in den USA großer Beliebtheit. Nach aktuellen Zahlen von IDC haben sie sich dort im ersten Quartal 2016 sogar erstmals besser verkauft als Macs. Chrome OS sei inzwischen das am zweithäufigsten eingesetzte PC-Betriebssystem in den Vereinigten Staaten, wie Google im Chrome Blog mitteilt.

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Tags :Quellen:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de

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