Touch ID: Apple macht FBI das Leben schwerer

APPLE iPhone 6S (Bild: Übergizmo)

Apple hat sein System offenbar um eine Funktion erweitert, die das Leben von US-Ermittlungsbehörden erschweren soll. Wann die Änderung eingeführt wurde ist allerdings nicht ganz klar. Laut Apple sei diese schon seit September 2015 fester Bestandteil von iOS 9. Medienberichte sehen die Änderung als Folge auf die Vorkommnisse der letzten Monate rund um Apple und das FBI. 

Laut einem Bericht von Macworld hat Apple sein OS um eine Funktion erweitert, die eine Eingabe des Passworts erzwingt, wenn ein iPhone acht Stunden lang nicht per Fingerabdruck entsperrt wurde. US-Behörden ließe dies nur noch ein kleines Zeitfenster, um Verdächtige dazu zu bringen, ihre Apple-Smartphones mit ihrem Fingerabdruck zu entsperren.

Der letzten Ausgabe des iOS Security Guides zufolge sei das Feature erst seit Mai verfügbar, so Macworld. Apple beteuert hingegen, die Passwortabfrage schon von Anfang an in iOS 9 integriert zu haben. Möglicherweise hat es aber erst kürzlich die Zeit auf 8 Stunden reduziert.

Ihr Passwort müssen Nutzer trotz Touch ID aber auch nach einem Neustart des Geräts eingeben. Der Fingerabdruck wird zudem nicht akzeptiert, wenn ein iPhone oder iPad über die Funktion „Mein iPhone finden“ gesperrt wurde oder in den vergangenen 48 Stunden nicht aktiviert wurde.

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Macworld zufolge können Strafverfolger allerdings noch eine „Hintertür“ nutzen. Beschlagnahmen sie ein Gerät, das entsperrt ist, können sie den Zeitraum, nachdem eine automatische Sperre erfolgt, ohne Eingabe eines Passworts oder Abfrage des Fingerabdrucks auf „niemals“ ändern. Ein solches Gerät würde, solange es mit Strom versorgt wird, also nie nach einem Passwort oder Fingerabdruck fragen.

Ist ein iOS-Gerät jedoch gesperrt, bleiben Ermittler höchsten acht Stunden, um einen Verdächtigen zu zwingen, sein iPhone oder iPad mit seinem Fingerabdruck freizuschalten. Ein US-Gericht hatte kürzlich entschieden, dass Verdächtige per Durchsuchungsbefehl gezwungen werden können, beschlagnahmte iPhones mit ihrem Fingerabdruck zu entsperren. Die erzwungene Preisgabe eines Passworts sehen US-Richter jedoch als unrechtmäßig an.

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In dem konkreten Fall benötigte das FBI nur eine Stunde, um den Fingerabdruck per Gerichtsbeschluss zu erhalten. Anschließend konnten die Ermittler auf alle Daten auf dem Apple-Smartphone einer 29-Jährigen zugreifen.

US-Gerichte unterscheiden zwischen Fingerabdrücken und Passwörtern, weil der fünfte Zusatz zur US-Verfassung nur untersagt, Personen zu zwingen, ihr Wissen über Straftaten preiszugeben – was auf ein Passwort, nicht aber auf einen Fingerabdruck übertragen werden kann. Möglicherweise reagierte Apple mit der Einführung der neuen Sicherheitsfunktion sogar konkret auf die jüngsten Bemühungen von US-Behörden, auf Daten gesperrter iOS-Geräte zuzugreifen.

Tags :Quellen:MacworldVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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