Facebook vs. Google+: Die dunkle Seite des Zuckerberg

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Als Google 20011 seinen Facebook-Konkurrenten Google+ ankündigte verfiel Mark Zuckerberg laut einem Ex-Mitarbeiter in eine Art Kriegsmodus, der an das „Psychopatische grenzt“. Sogar Parallelen zu Hitler sollen sichtbar gewesen sein.

Der frühere Facebook-Mitarbeiter Antonio García Martínez geht nicht gerade zaghaft mit seinem Ex-Chef um. Besonders kurz nach Googles Ankündigung von Google+ soll er einen „Lockdown“ über Facebook, also eine Abriegelung einer militärischen Einrichtung, angeordnet haben. Mit anderen Worten, er wechselte in einen Kriegsmodus.

Dies drückte Zuckerberg auch in einer Rede aus, in der er sich an eine Vorlesung über den römischen Politiker Cato den Älteren in Harvard erinnerte. Zuckerberg sagte: „Wisst Ihr, einer meiner liebsten römischen Rhetoriker beendete jede Rede mit dem Satz Carthago delenda est. ‚Karthago muss zerstört werden.‘ Aus irgendeinem Grund muss ich jetzt daran denken.“

Dieses Motto hing anschließend bei Facebook auch an den Wänden – allerdings mit einer Typografie, die eher der des 2. Weltkriegs entsprochen haben soll. Martínez vergleicht Zuckerbergs Rede sogar indirekt mit der Adolf Hitlers vom 1. September 1939, wenn er über die Reaktion sagt: „Jeder verließ den Raum mit der Bereitschaft, in Polen einzumarschieren, wenn es sein müsste.“ Und etwas weiter unten im Text formuliert er auch: „Das war der totale Krieg.“

Sachlich scheint Zuckerberg zum Kampf um die Nutzer mit Google+ aufgerufen zu haben. Martínez berichtet, auch an Sonntagen sei es bei Facebook in der Folge schwer gewesen, einen Parkplatz fürs Auto zu finden, während auf dem Google-Campus Leere herrschte. „Es war klar, welche Firma bis zum letzten Atemzug kämpfen wollte.“ Vor allem die Programmierer seien stark beschäftigt gewesen. Aus Solidarität seien aber auch Anzeigenverkäufer am Wochenende ins Büro gekommen.

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Der Auszug bei Vanity Fair enthält auch eine Schilderung des Facebook-Kults, den die Mitarbeiter des Social Network aufbauten: Alle Angestellten wurden an ihrem Faceversary gefeiert, dem Jahrestag ihres Eintritts in die Firma. Einen Austritt hingegen nahm man wie ein Begräbnis hin. Schied jemand aus, war es demnach üblich, eine Grabinschrift oder eine falschen Abschiedsbrief zu verfassen, als handle es sich um einen Selbstmord.

Solche Beiträge erscheinen im internen Bereich von Facebook.com, der Mitarbeitern vorbehalten ist. Dort erhielten sie oft innerhalb von Minuten hunderte Likes und Kommentare, berichtet Martínez.

Über Gründer und CEO Zuckerberg schreibt der frühere Angestellte, er sei „ein Genie der alten Schule“ mit messianischem Sendungsbewusstsein: In ihm stecke „die feurige Kraft der Natur, besessen von einem scheinbar übernatürlichen Schutzgeist, der ihn antreibt und führt, seine Kreise in einen Rausch versetzt und sein Gefolge ebenfalls zu Größe antreibt.“ Zuckerberg habe eine neue Religion gegründet – bei Produkten liege er anders als etwa Steve Jobs aber zunächst oft daneben.

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Am 04. Februar 2004 gründete Mark Zuckerberg, zusammen mit Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin das soziale Netzwerk, das anfangs auf diverse Universitäten in den USA beschränkt war. Was in Harvard klein begann erreichte nach nur einem Jahr bereits eine Million Mitglieder aus 800 Universitäten. Bild: Shutterstock

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Tags :Via:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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