Spamkönig Sanford Wallace kommt in den Knast

(Bild: Shutterstock)

Endlich könnte man sagen - endlich kommt der Spamkönig Sanford Wallace ins Gefängnis. Er muss nach einem Fernsehbericht zweieinhalb Jahren in Haft. Fünf weitere Jahre sind auf Bewährung ausgesetzt.

Nach einem Bericht von NBC News hat ein Bundesbezirksgericht in San Jose den selbsternannten Spamkönig Sanford Wallace 30 Monate in den Knast gesteckt. Zudem muss er sich in psychiatrischen Behandlung begeben. In der 5jährigen Bewährungsphase nach der Haft darf Wallace keinen Computer besitzen.

Der 47-Jährige, der sich am liebsten als „Spamford“ anreden ließ, hatte sich den Gerichtsunterlagen zufolge im August 2015 in Fällen des Betrugs mit elektronischer Post und Missachtung des Gerichts schuldig bekannt. Unter anderem war ihm in Zivilverfahren die Auflage erteilt worden, nie wieder auf Facebook zuzugreifen, die er nicht einhielt.

Sanford Wallace hat seinen Spitznamen „Spamkönig“ in den Neunzigerjahren für seine Rolle als Chef von CyberPromotions erhalten. Das Unternehmen verschickte damals rund 30 Millionen Junk-E-Mails täglich. 2006 waren Wallace und seine damalige Firma Smartbot.net in einem Zivilverfahren zur Zahlung von 4 Millionen Dollar verurteilt worden. Neben der Federal Trade Commission waren auch AOL, Concentric Network und zuletzt MySpace rechtlich gegen Wallace vorgegangen. Wallace musste MySpace laut einem Urteil vom Mai 2008 234 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen.

Im Oktober 2009 folgte ein weiteres Urteil gegen Wallace: Facebook wurden 711 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen, weil Wallace das als Can-Spam Act bezeichnete Gesetz missachtet hatte, das E-Mails mit „falscher und irreführender“ Werbung verbietet. Da der Beklagte auch vorsätzlich gegen gerichtliche Unterlassungsverfügungen verstoßen habe, regte der Richter darüber hinaus eine Anklage durch die Staatsanwaltschaft an.

Der Prozess in San Jose wurde dann 2011 eröffnet. Die mehrjährigen Verzögerungen erklären sich dadurch, dass im Lauf der Jahre zwei Verteidiger von Wallace ihr Mandat niederlegten: einer aus Gründen, die der Vertraulichkeit unterliegen, und der zweite, weil sein Mandant sich weigerte, mit ihm zu kommunizieren.

Die Anklage von 2011 warf Wallace vor, illegal Kontodaten von Facebook-Usern erworben zu haben. Sie wurde durch Links zu anderen Websites umgeleitet und ihre Freundeslisten abgegriffen. Wallace nutzte die Namen „David Frederix“ und „Laura Frederix“ sowie mindestens 1500 falsche Internetadressen, darunter GayestProfile.com. Allein mit vier Sessions, die zwischen November 2008 und Februar 2009 lagen, überflutete er mehr als 550.000 Facebook-Nutzer mit 27 Millionen Spam-Nachrichten.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de
  1. Und bevor dieses asoziales Individuum im Knast sein tägliches Fressen bekommt,
    müsste der aus 10 000 Spam- Mails, 5 ordentliche Mails (mit Passwort für Fressen) aussortieren,
    und das jeden Tag!

    1. Und wenn der kein Passwort für Fressen aussortiert, alle 3 Stunden Elektroschocks…
      Nach dieser Aversions- Therapie, bekommt der Mail- Phobie, und will nie wieder eine Mail sehen…

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