Höchster Solarturm der Welt entsteht in Israel

(Bild: Andreas Eichenseher)

Der Solarturm wird derzeit inmitten der israelischen Wüste Negev gebaut. Mit 240 Metern Höhe wäre er der höchste seiner Art.

Benannt ist der Solarturm nach der nächsten Ortschaft, Aschalim. Nicht nur von dort wird man das riesige Bauwerk zur Energiegewinnung wohl sehen können. Selbst im 30 Kilometer entfernten Ägypten soll der viereckige Aschalim-Turm sichtbar sein. Mit 240 Metern wird der Solarturm den bisherigen Spitzenreiter aus der kalifornischen Mojave-Wüste (137 Metern) deutlich überflügeln.

Groß und breit

Der Solarturm wird nicht nur außergewöhnlich hoch. Um ihn herum werden 55.000, per WLAN verstellbare Spiegel auf 300 Hektar verteilt. Sie sollen die Sonnenstrahlen so reflektieren, dass sie das Wasser im Turm erhitzen – auf 600 Grad! Der Wasserdampf wird anschließend eine Großturbine antreiben, die sich am Fuße des Aschalim-Turms befindet.

121 Megawatt Strom können auf diese Weise erzeugt werden. So werden jährlich 110.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen eingespart und 120.00 Haushalte mit Strom versorgt. Als solarthermisches Kraftwerk mit Bündelung der Direktstrahlung erreicht der Aschalim-Turm schließlich einen höheren Wirkungsgrad als Photovoltaikanlagen. Allerdings nur unter optimalen Bedingungen wie in der israelischen Wüste – wobei auch dort nachts die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und Ingenieure Wärmespeicher entwickeln mussten, um die Betriebsaufnahme bei Tagesanbruch zu beschleunigen.

Teurer Anfang

500 Millionen Euro soll das Kraftwerk kosten. Für das Geld sorgt in erster Linie das US-Unternehmen General Electric. Außerdem sind Alstom aus Frankreich und Noy aus Israel beteiligt. Die Erzeugung des Stroms sei auf diese Weise zwar zwei bis dreimal teurer als durch Kohle oder Öl, allerdings subventioniert der israelische Staat das Projekt über 25 Jahre, indem man den Strom zu entsprechenden Preisen abnimmt.

Auf Dauer soll der Kostennachteil durch den Bau weiterer Türme abgebaut werden. Bis 2020 will Israel seinen Anteil erneuerbarer Energien ohnehin auf zehn Prozent des Bedarfs erhöhen. Um die Rentabilität des Solarturms zu verbessern hat man dem Projektleiter zufolge bereits einiges getan und Turm sowie Boiler „kostenoptimiert“.

Die neue Kraftwerkstechnik für den Aschalim-Turm wird seit sieben Jahren im Rheinland erprobt – ein häufig kritisierter Standort, schließlich brennt es dort bei weitem nicht derart vom Himmel, wie in der israelischen Wüste. Der Turm im dortigen Jülich ist übrigens nur etwa 60 Meter hoch. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks in Israel ist für Ende 2017 geplant.

Tags :Via:feelgreen.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising