Twitter kauft sich ein magisches Pony

Twitter (Bild: Twitter)

Bilderkennung steht offenbar ganz weit oben auf der Agenda von Twitter. Immerhin hat das Unternehmen jetzt das britische Start-up Magic Pony übernommen, das sich mit der Technik beschäftigt. Was hat Twitter damit vor?

Die Technik von Magic Pony versucht mit neuronalen Netzen die Inhalte der Bilder zu erkennen. Was Twitter für das Unternehmen ausgegeben hat, wurde offiziell nicht bekannt, doch Techcrunch geht von einem Preis von 150 Millionen US-Dollar aus. Magic Pony hat nur 11 Angestellte.

Laut einer Ankündigung von Twitter-CEO Jack Dorsey sollen die Forscher ihre Arbeit in Twitters Cortex-Team fortsetzen. Das Social Network erhält auch rund 20 Patente, die sich Magic Pony bisher sichern konnte.

Genaue Angaben zu ihren Aufgaben macht Dorsey nicht, betont aber, sie seien in selbstlernenden Algorithmen ebenso kundig wie im Bereich Computervision und bei High-Performance Computing. Algorithmen, die Bildmerkmale identifizieren könnten, seien angesichts von Twitters Fokus auf Live und Video äußerst nützlich und eröffneten neue Möglichkeiten.

Twitter: Weg mit dem 140-Zeichen-Limit

TechCrunch zufolge liegen Magic Ponys bisherige Entwicklungen im Bereich Bildverbesserungen. Indem es abgebildete Gegenstände und Szenerien anreichere, könnten mit dem Smartphone aufgenommene Fotos und Videos als Basis für Virtual Reality und Augmented Reality verwendet werden. Dazu verwende Magic Pony nicht nur in einem Bild enthaltene Daten, sondern korreliere sie auch mit Aspekten ähnlicher Bilder, wie dies das menschliche Auge tue.

Für Magic Pony kommentierte Gründer und CEO Rob Bishop: „Unser Team hat Techniken für Maschinelles Lernen nach dem Stand der Technik entwickelt, die Merkmale von Bildern identifizieren und diese Informationen für neuartige Verarbeitungsmöglichkeiten nutzen können. Wenn wir uns mit Twitter zusammentun, gibt uns das die Gelegenheit, unsere Forschungsresultate hunderten Millionen Menschen weltweit zur Verfügung zu stellen und zu besseren Videoerfahrungen auf Twitter beizutragen.“

In der Abteilung Cortex, in der Twitter sich mit Klassifizierung von Inhalten und Künstlicher Intelligenz beschäftigt, ist bereits ein britisches Start-up aufgegangen, das 2015 gekaufte Whetlab.

Im Juli 2014 hatte Twitter zudem mit Madbits schon einmal ein auf Künstliche Intelligenz und dynamische Suche in Fotos und Videos spezialisiertes Unternehmen aufgekauft. Seine Technik „basiert auf Deep Learning, einem Ansatz für statistisches Maschinelles Lernen, der eine Anhäufung einfacher Projektionen vorsieht, um tragfähige hierarchische Modelle eines Signals zu erstellen.“

Twitter gilt durch seine Haiku-artige Beschränkung auf 140 Zeichen lange Posts traditionell als textfokussiertes Social Network. Es hat mit Vine und Periscope inzwischen aber zwei Video-Apps im Programm und stellt sich gerade bei Live-Video-Übertragungen als Vorreiter dar, der Facebooks Anstrengungen in dieser Richtung nur belächeln und als „schmeichelhaft“ ansehen kann. In der Praxis dürfte es den großen Konkurrenten aber weit ernster nehmen, versucht es doch selbst gerade, aus seiner Nische auszubrechen und wieder signifikante Zuwachsraten bei der Nutzung zu erzielen.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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