Kommt die Entschlüsselungs-Behörde Zitis?

Verschlüsselung

Wie aus einem Bericht der Recherchegemeinschaft von Süddeutscher Zeitung, MDR und WDR hervorgeht, plant die Bundesregierung eine eigene Behörde für das Knacken verschlüsselter Nachrichten. Sie soll den harmlosen Namen „Zitis“ tragen, kurz für: Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich. Zitis soll dabei nicht selbst Kommunikation überwachen, sondern Sicherheitsbehörden wie der Bundespolizei, dem Bundeskriminalamt oder dem Verfassungsschutz zuarbeiten.

Mit der Einführung der vollständigen Verschlüsselung beim beliebtesten Messenger WhatsApp wurden auf einen Schlag fast eine Milliarde Nutzer zu Krypto-Chattern. Und überhaupt geht der Trend Richtung Verschlüsselung. Dies macht es den Sicherheitsbehörden immer schwerer mitzulesen. Laut dem Bericht ergab eine Stichprobe beim Bundeskriminalamt bereits, dass bei einem Großteil der Fälle Verschlüsselung eine Rolle spiele. Aus diesen Gründen will die Bundesregierung demnach Zitis erschaffen.

Schon 2017 soll die Behörde ihre Arbeit aufnehmen und bis zum Jahr 2022 400 Mitarbeiter beschäftigen. Diese Pläne sollen Vertreter des Bundesinnenministeriums und des Kanzleramts den Abgeordneten der Koalitionsfraktion vorgestellt haben. Benötigt werden vor allem IT-Spezialisten. Die sollen dann Techniken für das Knacken von Kurznachrichten entweder selbst entwickeln oder diese einkaufen bzw. von befreundeten Staaten beschaffen.

Dabei soll extra betont worden sein, dass die Regierung grundsätzlich zur Verschlüsselung stehe und auch keine gesetzliche Pflicht für Unternehmen plane, Inhalte an Strafverfolger zu übergeben. Auch gegen Hintertüren oder hinterlegte Schlüssel spreche man sich aus. Auf der anderen Seite soll nun wohl diese Behörde entstehen. Verschlüsselung ist also okay – aber das staatliche Knacken eben auch.

WhatsApp

WhatsApp wurde mit der Einführung der Verschlüsselung auf einen Schlag zum größten Krypto-Messenger. Bild: dennizn / Shutterstock.com

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  1. Wenn die weltweite NSA- Schnüfflerpraxis sich nicht mit TTIP zementieren lässt,
    dann bekommt NSA eben eine Tochterfirma in DE.
    Und der deutsche Steuerzahler zahlt auch noch dafür.

    Wie TTIP zum Schlachtfeld im Krypto-Krieg wurde?
    http://www.sueddeutsche.de/digital/verschluesselung-wie-ttip-zum-schlachtfeld-im-krypto-krieg-wurde-1.2979139

    Zitate:
    …Es geht darum, ob der Staat über sogenannte Hintertüren – bewusst eingebaute Schwachstellen im Programmcode von Informationstechnik – auf verschlüsselte Daten zugreifen kann, etwa auf einem iPhone von Apple. Solche Hintertüren und vergleichbare Vorschriften können Staaten zur Voraussetzung für den Verkauf von Produkten machen…

    …Für die USA ist regulierte (NSA Backdoors geschwächte) Verschlüsselung ein „Handelshemmnis“… (das viele Milliarden $ Strafe kosten kann)

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