Kein Nexus: Google soll 2016 auch eigenes Smartphone herausbringen

Im Google Store gibt's alle Google Nexus 6P Modelle 150 Euro günstiger (Bild: Google)

Alle bisher erschienenen Nexus-Smartphones wurden nicht von Google selbst gefertigt. Der Internetkonzern kooperiert dafür stets mit anderen Smartphone-Herstellern wie LG, Huawei oder aktuell HTC. In diesem Jahr soll Google ein komplett in Eigenregie entwickeltes Mobiltelefon herausbringen.

Google soll sein Hardware-Geschäft ausweiten. Laut einem Bericht der Webseite The Telegraph plant der Suchmaschinenbetreiber, 2016 ein eigenes Smartphone auf den Markt zubringen, das nicht der Nexus-Serie angehört, sondern von dem Unternehmen selbst entworfen, entwickelt und gefertigt wird. Es soll demnach auch unter der Marke Google vermarktet werden und gegen Ende des Jahres in den Handel kommen.

Bislang überlässt Google größtenteils anderen OEMs die Herstellung der Endgeräte für sein Betriebssystem Android und konzentriert sich hauptsächlich auf die Software-Entwicklung. Mit der Produktion eines eigenen Smartphones würde sich das Unternehmen mit Apple gleichstellen, das für die Hard- und Software seiner Geräte selbst verantwortlich ist.

Dies ermöglicht dem iPhone-Macher eine größere Kontrolle, besonders hinsichtlich des Update-Prozesses. iOS läuft bereits auf rund 80 Prozent aller Apple-Geräte, während Googles aktuelle Version, Android 6.0 Marshmallow, lediglich auf 7,5 Prozent aller Smartphones und Tablets installiert ist.

Über die Entwicklung der Nexus-Geräte hat Google keine vollkommene Kontrolle, gibt jedoch seinen Partner vor, welche Features die Geräte enthalten sollen, und liefert Updates selbst aus. Dadurch kann es diese zügig mit neuen Versionen und Sicherheitspatches versorgen.

Die anderen Smartphone-Hersteller schaffen es aber größtenteils nicht, die Updates des Suchmaschinenbetreibers zeitnah für ihre Geräte umzusetzen. Lediglich Samsung ist in der Lage, hierzulande monatliche Sicherheitsaktualisierungen auszuliefern, wie unsere Schwesterseite ZDNet.de analysiert.

Lies auch: Android und das Update-Problem – ZDNet.de

Laut dem CCS-Analysten Ben Wood sei Google über diese Fragmentierung seines Betriebssystems besorgt und der Meinung, dass es eine kontrolliertere Plattform werden müsse. „Ich denke, sie werden versuchen, es mehr zu kontrollieren, mehr wie Apple“, so Wood.

Für die Zukunft könnte der Internetkonzern demnach planen, die Produktion von Endgeräten für Android mehr und mehr selbst in die Hand zunehmen. Im April stellte Google bereits Rick Osterloh, den früheren Presidenten von Motorola ein, um eine neue Hardware-Sparte aufzubauen.

Google hat sich mit Hardware in den letzten Jahren auch bereits ein zweites Standbein aufgebaut. Mit dem Pixel C hatte Google im Dezember 2015 sein erstes selbst hergestelltes Android-Tablet auf den Markt gebracht. Im Jahr 2015 hatte es auch einen separaten Onlineshop für Hardware gestartet.

Kürzlich kamen – passend dazu – Berichte auf, dass Android-OEMs ihre eigenen Betriebssysteme vorantreiben wollen. Demnach will Samsung sein bisher nur für wenige Smartphones und Smartwatches eingesetztes Mobilbetriebssystem Tizen künftig für alle seine Produkte verwenden. Huawei soll ebenfalls an einem proprietären Mobilbetriebssystem arbeiten, für den Fall, dass Google die Fesseln von Android weiter anzieht und Hersteller noch mehr einschränkt.

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Der Internetkonzern hat die Gerüchte nicht kommentiert. Bislang sind nur Hardware-Informationen zu kommenden Nexus-Smartphones durchgesickert. Demnach soll HTC unter dem Codenamen Sailfish mindestens eines von zwei erwarteten Nexus-Modellen im Jahr 2016 fertigen. Das in Eigenregie entwickelte Google-Phone soll die geplanten Nexus-Geräte wohl nicht ersetzen.

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Tags :Quellen:The TelegraphVia:Ubergizmo

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