iPhone: Apple-Patent soll illegale Aufnahme von Videos unterbinden

APPLE iPhone 6S und 6S Plus-23

Apple arbeitet offenbar an einer Technologie, die es unter anderem dazu verwenden könnte, Videoaufnahmen mit dem iPhone in bestimmten Situationen zu unterbinden. Der iPhone-Macher hat am Dienstag ein entsprechendes Patent zugesprochen bekommen.

Apples neues Patent mit der Nummer 9.380.225 beschreibt unter der Bezeichnung „Systeme und Methoden für den Empfang von Infrarotdaten mit einer Kamera, um Bilder mithilfe des sichtbaren Lichts zu erkennen“ eine Technik, die Apple dazu einsetzen könnte, die Videoaufnahmefunktion der iPhone-Kamera unter bestimmten Bedingungen zu blockieren.

Mit der Technik könnte Apple beispielsweise erkennen, ob ihr mit dem iPhone ein Konzert filmen wollt, indem Künstler, die Aufzeichnungen ihrer Auftritte nicht wünschen, Infrarotdaten aussenden, die illegale Fotos oder Videos verhindern. In dem Patent werden als weiteres Beispiel klassifizierte Veranstaltungen oder Einrichtungen erwähnt, die nicht gefilmt werden dürfen.

„Wenn die Daten einen Abschaltbefehl enthalten, kann das Gerät vorübergehend für eine bestimmte Zeit nach Erhalt des Befehls (30 Sekunden oder 30 Minuten) die Aufnahmefunktion abschalten“, heißt es in dem Patent. „Nach der Deaktivierung der Aufnahmefunktion wäre das Gerät nicht in der Lage, Bilder zu speichern. Je nach Ausführung wäre das Gerät nicht einmal in der Lage, Bilder auf dem Display anzuzeigen.“ Außerdem sei es möglich, mit der Technik die zuletzt gespeicherten Aufnahmen zu löschen.

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Auch Künstler selbst gehen schon gegen die Aufzeichnung ihrer Auftritte vor. Alicia Keys gab kürzlich bekannt, dass Smartphones bei Konzerten in eine spezielle Hülle gesteckt werden müssen. So sollen sie während des Live-Acts nicht benutzt werden können.

In erster Linie will Apple die Infrarotdaten aber nutzen, um Objekte oder Orte zu erkennen und dazu passende Aktionen auszulösen. Ein iPhone könnte dann beispielsweise in einer Ausstellung automatisch eine geführte Tour anbieten oder in einem Einzelhandelsgeschäft auf aktuelle Angebote aufmerksam machen.

Das Patent ist nicht Apples erster Versuch, eine illegale Nutzung seiner Geräte einzuschränken. Ein Mitte 2012 gewährtes Patent mit der Nummer 8.254.902 enthält Details zu einer Technik für die „Durchsetzung von Richtlinien auf einem drahtlosen Gerät“. Solche Richtlinien könnten beispielsweise erzwingen, dass ein iPhone in einem Kino automatisch auf „lautlos“ gestellt wird oder in einem Flugzeug in den Flugzeugmodus wechselt und alle drahtlosen Verbindungen deaktiviert.

Das Schutzrecht 8.254.902 erwähnt aber auch eine Funktion, die zu Kontroversen führen könnte, sollte Apple sie tatsächlich in seine Produkte integrieren. Sie würde es Behörden erlauben, iPhones vorübergehend vollständig abzuschalten. In einem Katastrophenfall könnte dies sinnvoll sein, um eine Überlastung von Mobilfunknetzen zu verhindern, die auch für die Koordination von Rettungskräften benötigt werden. In repressiven Staaten wäre es dann aber auch möglich, die Kommunikation von Nutzern einzuschränken.

Ein Patent an sich ist natürlich noch kein Beleg dafür, dass Apple eine Technik in absehbarer Zeit verwenden wird. Das Unternehmen besitzt Hunderte Schutzrechte, die nie verwirklicht wurden.

Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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