Parrot Bebop 2 & Skycontroller – Kompakte Kamera-Drohne im Test

Parrot Bebop 2 Test Ubergizmo Ranked

Was gute Drohnen bisher gemeinsam haben? Sie sind einfach zu bedienen, machen unglaublich viel Spaß und liefern tolle Luftaufnahmen. Der einzige Nachteil? Sie sind oft zu groß und schwer, um sie bequem überallhin mitnehmen zu können. Die Parrot Bebop 2 will diese Regel brechen - ob das gelingt?

Parrot Bebop 2 Test

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Parrot Bebop 2 Test Ubergizmo 8

Parrot Bebop 2 im Übergizmo Video-Test

Zugegeben, die erste Parrot Bebop Drone war sogar noch leichter und kompakter, sie blieb aber aufgrund des kleineren Akkus auch nur halb so lange in der Luft. Das neue Modell fliegt mit 25 Minuten Flugzeit aber nicht nur länger und schneller, sondern auch die Kamera wurde überarbeitet.

Bebop 2 ausgepackt  – mit Skycontroller und Rucksack

Wer sich unser Review-Video oben angeschaut hat, wird schon festgestellt haben, dass wir ein richtiges Premium-Paket von Parrot zum Testen bekommen haben. Dieses besteht aus der Parrot Bebop 2, dem Skycontroller, einem Rucksack und einer ganzen Menge Zubehör.

Fangen wir mit dem Rucksack an, der von der Foto-Zubehör-Marke Manfrotto gefertigt wird und einzeln etwa 90 Euro kostet. Manfrotto-üblich ist die Verarbeitungsqualität hoch und der Rucksack ist trotz der wirklich riesigen Maße (47*38*24 Zentimeter) bequem zu tragen. Sowohl innen als auch außen gibt es dabei diverse Fächer und Taschen, wo man sein Smartphone, ein Notebook mit bis zu 17 Zoll und die Drohne samt Skycontroller und Zubehör verstauen kann. Der Innenraum ist zwar variabel gestaltet, die Bebop 2 passt dort dennoch passgenau rein.

Die Parrot Bebeop 2 gibt es in weiß oder rot (Bild: Übergizmo)

Die Parrot Bebeop 2 gibt es in weiß oder rot (Bild: Übergizmo)

Das mitgelieferte Zubehör fällt üppig aus, so gibt es beispielsweise einen aufwendigen Sonnenschutz sowie Adapter für 7 Zoll Tablets und das iPad mini. Für Vielreisende praktisch: Das Ladegerät kommt mit diversen Adaptern für die ganze Welt, eine Sache weniger, an die man bei seiner Reise denken muss. Auch ein zweiter Satz Propeller ist mit dabei, bei den ersten Flugversuchen landet man schließlich auch schon mal im Baum und so muss man nicht gleich neue Propeller kaufen.

Bebop 2 Design & Verarbeitung

Gegen den Baum fliegen – das ist auch mir ein Mal mit der Bebop 2 passiert (falls ihr den Crash sehen wollt, schaut das Video). Die Drohne hat es trotz höherer Geschwindigkeit überlebt, ohne größere Blessuren davon zu tragen. Ein Propeller war verbogen, mehr nicht. Selbst wenn etwas kaputt gehen sollte, so lassen sich diverse Ersatzteile direkt bei Parrot bestellen, um sie selbst zu ersetzen.

Die Bebop 2 von vorne (Bild: Übergizmo)

Die Bebop 2 von vorne (Bild: Übergizmo)

Obwohl die Drohne im Vergleich zu den Modellen von DJI recht klein und flach geraten ist, ist sie also nicht weniger stabil gebaut. Das liegt an dem Gehäuse, das mit Fiberglas verstärkt ist und für die nötige Steifigkeit beim Crash sorgt.

Um nochmal auf das Design zu sprechen zu kommen, möchte ich nochmal den größten Vorteil zu einer DJI Phantom-Drohne betonen – die Größe. Mit 38*33*9 Zentimetern ist die Parrot Bebop 2 fast winzig im Vergleich zur Konkurrenz und wiegt gerade einmal 500 Gramm. Ihr könnt sie somit viel einfacher in einem normalen Rucksack oder sogar einer Messenger-Bag mitnehmen. Kennt ihr den Spruch? „Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat.“ Genauso ist es mit der Bebop 2. Durch ihre Größe nehmt ihr sie viel eher mit als eine größere, schwerere Drohne.

Die unteren Sensoren der Bebop 2 sorgen für Flugstabilität (Bild: Übergizmo)

Die unteren Sensoren der Bebop 2 sorgen für Flugstabilität (Bild: Übergizmo)

Intuitive Bedienung per App

Drohne ausgepackt, die mitgelieferten Propeller draufgeschraubt und los geht’s, binnen weniger Sekunden ist die Bebop 2 startklar. Etwas schade ist, dass für die Montage der Propeller ein kleines Kunststoffwerkzeug benötigt wird, das schnell mal verloren gehen kann. Aufpassen muss man auch, dass man die Propeller nicht an die falschen Motoren schraubt, dafür sind Aussparungen in der Mitte zweier Propeller vorhanden, bei den anderen fehlen sie. Die Montage wird dadurch etwas fummelig, eine farbige Kennzeichnung hätte hier gut getan.

Sind die Propeller fest, startet man die Drohne am einzigen Knopf auf der Rückseite und kann dann mit der Koppelung zum Smartphone fortfahren. In den WLAN-Einstellungen sucht man sich die Bebop heraus und kann danach die kostenlose FreeFlight 3 App starten. Die App ist die zentrale Bedienungseinheit. Von hier aus wird der Flug sowie die Kamera gesteuert und man kann diverse Einstellungen zu Geschwindigkeit, maximaler Höhe, Drehgeschwindigkeit, GPS, WLAN und mehr treffen.

Die Bebop 2 steht extrem stabil in der Luft (Bild: Übergizmo)

Die Bebop 2 steht extrem stabil in der Luft (Bild: Übergizmo)

Stabiles Flugverhalten

Die Bedienung mit dem Smartphone ist insgesamt sehr simpel und intuitiv, sodass man innerhalb weniger Minuten den Dreh raus hat. Mit einem einzigen Tastendruck hebt die Bebop 2 ab und bleibt wie von Geisterhand gehalten in der Luft stehen. Dafür sorgen neben GPS noch zwei weitere Sensoren auf der Unterseite: Eine kleine Kamera und ein Ultraschallsensor nehmen den Boden auf und lassen die Drohne ruhig schweben, selbst wenn man keinen GPS-Empfang hat.

Trotz ihrer kompakten Größe fliegt die Bebop 2 wie eine große Drohne und bleibt selbst bei stärkerem Gegenwind stabil in der Luft. Im Vergleich zum Vorgänger fliegt sie mit 16 Metern in der Sekunde, das sind fast 60 Kilometer pro Stunde (!), etwas schneller. Den vertikalen Aufstieg schafft sie mit maximal sechs Metern pro Sekunde, wobei bei 150 Metern Höhe Schluss ist. Die horizontale Reichweite beträgt 300 Meter, mit dem optionalen Skycontroller sind bis zu zwei Kilometer möglich. In Deutschland darf man eh nur auf Sicht fliegen, die 300 Meter sind also ein gutes, sinnvolles Maß.

Der Skycontroller bietet viel Platz für ein Smartphone oder Tablet (Bild: Übergizmo)

Der Skycontroller bietet viel Platz für ein Smartphone oder Tablet (Bild: Übergizmo)

Skycontroller als Fernbedienung

Der optionale Skycontroller ist eine spezielle Fernbedienung und funktioniert mit allen Bebop Dronen. Er kostet einzeln um die 300 Euro, daher lohnt es sich gleich das Bundle mit der Bebop 2 zu wählen (ca. 750 Euro), wenn man an der Kombination interessiert ist.

Im Vergleich zu anderen Controllern wie zum Beispiel von DJI wirkt der Skycontroller wirklich riesig. Außen finden sich große, bequeme Griffe mit präzisen Steuerkreuzen für die Flugsteuerung, dazu gibt es diverse Tasten, um die Drohne abheben zu lassen und wieder zu landen sowie einen Joystick, um die Kamera zu steuern. Zwischen den Griffen ist genug Platz für ein 10 Zoll Tablet, wobei Adapter für kleinere Tablets mitgeliefert werden und auch Smartphones in einer Klemme ihren Platz finden. Die mobilen Geräte werden übrigens nicht per USB, sondern per WLAN mit dem Skycontroller verbunden, das USB Kabel ist nur dafür da, damit das Handy währenddessen geladen werden kann. Für eine stabile WLAN-Verbindung zur Drohne sorgt eine gigantische, flache Antenne, die mit einem Kugelgelenk ausgerichtet werden kann.

Insgesamt ist der Skycontroller eine gute Empfehlung, weil es sich damit noch präziser fliegen lässt und die Verbindung zumindest für mich rein psychologisch als stabiler empfunden wird. Es macht damit einfach noch mehr Spaß zu fliegen. Wer es noch weiter ausreizen möchte, kann via HDMI auch noch ein Head Mounted Display anschließen und sich das Bild in eine Brille projizieren.

Etwas schade ist, dass sich die Verarbeitungsqualität etwas billig anfühlt. Griffigere Materialien und eine durchdachtere Halterung für mobile Geräte wären für diesen hohen Preis angebracht. An der Größe kann man sicherlich auch arbeiten.

Anschlüsse für USB, microUSB und HDMI für eine Datenbrille Der Skycontroller bietet viel Platz für ein Smartphone oder Tablet (Bild: Übergizmo)

Anschlüsse für USB, microUSB und HDMI für eine Datenbrille Der Skycontroller bietet viel Platz für ein Smartphone oder Tablet (Bild: Übergizmo)

Die Kamera enttäuscht

Natürlich will man mit der Parrot Bebop 2 nicht nur fliegen, sondern auch Fotos und Videos aus der Luft schießen. Hierfür hat Parrot die Position der 14 Megapixel Kamera der ersten Bebop Drone überarbeitet, sodass die Linse nun weiter nach unten zeigt und die Normalausrichtung nun weniger Himmel enthält.

Während andere Drohnen in der Regel bewegliche Kameras besitzen, setzt Parrot auf eine feste Fischaugen-Kamera, die ihren Ausschnitt digital bewegt und auch gleichzeitig stabilisiert. Das hat einige unschöne Nebeneffekte. Zum einen kann die Kamera nicht so natürlich schwenken, zum anderen bilden sich ab und zu schwarze Streifen am Rand, die von der Stabilisierung rühren (siehe Review Video). Hinzu kommt, dass die Kamera nie das komplette Bild für die Aufnahmen nutzt, sondern nur Ausschnitte, damit das Bild während der Aufnahme weiterhin „schwenkbar“ bleibt. Das spiegelt sich stark in der Bildqualität wieder.

Bei gutem Licht von hinten sehen Fotos gut aus (Bild: Übergizmo)

Bei gutem Licht von hinten sehen Fotos gut aus (Bild: Übergizmo)

Sowohl bei Fotos als auch bei Videos fehlt es an Schärfe und Details. Die Fotos trifft es am schlimmsten, diese wirken wie mit einem fast schon künstlerischen Filter nachbearbeitet. Die Bilder sind zu weich, leiden an Rauschen. Bei starken Kontrasten und HDR-Situationen wie bei einem hellen Himmel wird das Ergebnis schnell dunkel oder der Himmel wird überstrahlt. Dank RAW-Modus kann man zwar die Belichtung im Nachhinein verstellen, wer aber nur einfache JPGs aufnimmt, kann nicht alles retten. Dazu kommt, dass die Einstellungen für die Foto-Qualität im Einstellungsmenü zu finden ist und nicht auf den Hauptbildschirm geholt werden können (was vor allem in Verbindung mit dem Skycontroller sinnvoll wäre).

Sieht man genauer hin, fehlen Details (Bild: Übergizmo)

Sieht man genauer hin, fehlen Details (Bild: Übergizmo)

Videos werden mit bis zu Full High Definition aufgenommen, währenddessen können auch Fotos gemacht werden, die aber, Achtung, nur Screenshots des Videos sind. Zwischen dem Foto- und Video Modus kann man in den Einstellungen wechseln. Die Videoqualität ist im Vergleich zu den Fotos besser, weil das Rauschen und die fehlende Schärfe weniger auffallen. Die Stabilisierung arbeitet in der Regel gut, bis auf die oben beschriebenen Artefakte.

Akkulaufzeit: Langes Flugvergnügen

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich die Kapazität des Akkus fast verdoppelt und beträgt jetzt 2700mAh bei 11,1 Volt. 25 Minuten Flugzeit gibt Parrot für die Bebop 2 an, etwa 20 bis 25 Minuten konnten wir in der Regel erreichen. Für eine Drohne dieser Größe ist dies ein sehr guter Wert. Wer mit einem Skycontroller unterwegs ist, kann die beiden baugleichen Akkus zwischendurch auch tauschen, weil der Controller deutlich weniger Strom verbraucht. Ein Ersatz-Akku kostet im Handel circa 55 Euro.

Parrot Bebop 2 Test Ubergizmo 2

Parrot Bebop 2: Fazit

Durch ihre kompakte Größe und das geringe Gewicht ist die Parrot Bebop 2 einfach zu verstauen, dennoch ist sie stabil und hochwertig verarbeitet und überlebt somit den einen oder anderen Sturz. Mit einem Preis von etwa 500 Euro ist sie gut für Einsteiger geeignet, die einfach und intuitiv losfliegen wollen. Wer etwas fortgeschritten ist, sollte sich das Bundle mit dem Skycontroller anschauen. Während die Flugeigenschaften und die lange Akkulaufzeit überzeugen, enttäuscht die Bildqualität. Wer primär eine Drohne für Luftaufnahmen sucht, sollte sich bei der Konkurrenz umschauen, für gelegentliche Bilder und Videos im Hobby-Bereich reicht die Kamera der Bebop 2 aber aus.

Kurz: Die Parrot Bebop 2 ist eine gute Drohne für alle, die ihre Drohne überallhin mitnehmen möchten.

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Stabile Verarbeitung, sehr kompakt und leicht

(Bild: Übergizmo)Gute Flugeigenschaften

(Bild: Übergizmo)

Einfache Bedienung durch Smartphone oder Skycontroller

(Bild: Übergizmo)Enttäuschende Bildqualität

(Bild: Übergizmo)Skycontroller groß und teuer

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  1. Die monströse Fernsteuerung ist auf jeden Fall ein hingucker und bietet wohl ein gutes Feeling. Ich bin gespannt, was für Drohnen uns in Zukunft noch so erwarten.

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