Tesla-Fahrer beim Unfall mit aktiven Autopilot getötet

Tesla Model S (Bild: Tesla Motors)

Zum ersten Mal ist ein Mensch bei einem Unfall mit eingeschaltetem Tesla-Autopilot zum assistierten Fahren ums Leben gekommen. Der 45jährige Tesla-Fahrer fuhr unter einen LKW-Anhänger. Die Verkehrssicherheitsbehörde prüft den Vorgang. Die Folgen für Tesla könnten gravierend sein.

In Florida ereignete sich am 7. Mai 2016 ein schwerer Verkehrsunfall auf einer Kreuzung, bei dem ein Tesla-Fahrer bei der Kollision mit einem kreuzenden LKW starb. Die Autopilot-Funktion des Tesla Model S war aktiviert. Weder der Fahrer noch das Fahrzeug bremsten laut Unfallrekonstruktion.

Wie Tesla selbst in einem Blogposting berichtet, wurde die US-Verkehrsbehörde NHTSA informiert, dass ein Model S in einen tödlichen Unfall auf dem Highway verwickelt wurde. Im schlimmsten Fall droht ein Verbot des Autopiloten.

Tesla vermutet, dass das Gegenlicht zur Zeit des Unfalls sowohl den Fahrer als auch die Fahrzeugsensoren so stark blendete, dass der weiße Anhänger nicht erkannt wurde. Das Fahrzeug fuhr unter den Anhänger, wodurch das Fahrzeug auf Höhe die Windschutzscheibe getroffen und das Dach abgetrennt wurde. Zur den gefahrenen Geschwindigkeiten wurden keine Angaben gemacht. Auf Google Streetview sieht die Unfallstelle aufgrund der geradlinigen Straßenverläufe harmlos aus, doch wie sie im gleißenden Sonnenlicht aussieht, lässt sich damit nicht ergründen.

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) prüft nun, ob der eingeschaltete Autopilot überhaupt am Unfall schuld war. Tesla wies darauf hin, dass die Model S mit Autopilotfunktion schon rund 210 Millionen Kilometer zurück gelegt haben und dies der erste tödliche Unfall sei. Weltweit würden im Schnitt alle 96 Millionen Kilometer ein Mensch im Auto sterben. In den USA liegt der Wert bei 151 Millionen Kilometer.

Zudem wies Tesla noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass der Autopilot-Modus im Normalfall ausgeschaltet und manuell aktiviert werden muss. Die Software befände sich noch im Beta-sStadium und der Fahrer sei verpflichtet, stets die Hand am Steuer zu lassen, um eingreifen zu können. Dieser Warnhinweis wird auch im Display angezeigt. Außerdem überprüfe das Fahrzeug regelmäßig, ob der Fahrer die Hand am Steuer hält. Wenn er loslässt, wird er nach kurzer Zeit optisch und akustisch gewarnt und im Zweifelsfall das Fahrzeug abgebremst.

Verantwortliche von Tesla sprachen der Familie ihr Beileid aus. Es handelt sich tragischerweise um einen Fahrer, der noch vor kurzem ein Video veröffentlichte, das zeigt, wie er durch den Autopilot im Tesla Model S in einem früheren Fall vor einem einscherendem LKW gewarnt wurde und das Auto sogar eine Ausweichbewegung vollzog.

Vor kurzem gelang ein Video in die Öffentlichkeit, das einen anderen Unfall mit einem Tesla Model S zeigt. Dabei fährt das Fahrzeug, das sich im Autopilot-Modus befinden haben soll, auf einen Lieferwagen auf. Verletzt wurde damals niemand.

Diese Autopilotfunktion von Tesla darf nicht mit einer autonomen Fahrfunktion verwechselt werden. Der Wagen hält mit der Technik lediglich die Spur, bremst entsprechend zum Verkehr und kann beschleunigen, um den Abstand zum Vordermann zu halten. Dabei werden Verkehrsschilder erkannt und Geschwindigkeitseinschränkungen berücksichtigt. Wenn der Fahrer die Spur wechseln will, muss er den Blinker manuell betätigen und das Auto sucht sich eine Lücke, um selbstständig auszuscheren.

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  1. Sehr schlecht für die ganze Innovation bei autonom fahrenden Autos.
    Es wird verunsichern, und die gesetzliche Regelungen verzögern.
    Den nach solchen Berichten verfallen viele in Panik und Hysterie, ähnlich wie früher die Maschinen- oder Auto- Stürmer.
    Man muss auch deutlich unterscheiden (können) dass hier nur Auto mit Assistenzsystem verwendet wurde, nicht aber vollautomatisch autonom fahrendes Auto.
    (Teslas Bezeichnung: „Autopilot“ ist irreführend!)
    Herr Musk (Tesla) hat mit der voreiligen Freigabe des Assistenzsystemems einen Bärendienst für die ganze Branche und Innovation verursacht.
    Nicht ohne gute Gründe datieren die meisten anderen Entwickler die Reife und Freigabe von selbstfahrenden Autos erst ab ca. 2021.
    Herr Musk hat wohl durch seine bisherige Erfolge in anderen Branchen, sein gesundes Verhältnis zu Einschätzung von Risiken verloren.

    Es ist nicht der erster Unfall mit Tesla: http://de.ubergizmo.com/2016/05/30/teslas-autopilot-baut-auffahrunfall.html

    Bei Nutzung von Lidar Sensoren dürfte solche Blendung der Sensoren durch helle Farben und Sonnenlicht eigentlich nicht passieren. Bei nur Cam- Sensoren aber schon.

  2. Nach Unfalldarstellung in Medien,
    ist der Tesla geradeaus gefahren, und der LKW war als Gegenverkehr links abgebogen.
    Demnach hätte Tesla hier Vorfahrt gehabt, und hat den Unfall nicht verschuldet.
    Der LKW als Linksabbieger hätte warten, und Vorfahrt gewähren müssen…

    Der Tesla- Fahrer hat sich vermutlich auf den Autopiloten zu sehr verlassen, und hat auch den linksabbiegenden LKW übersehen.
    Normale Fahrer sind auch nicht geschult in Standby, ununterbrochen aufmerksam auf mögliche Gefahren zu achten und einzugreifen.
    Vielleicht wäre es Sinnvoll, für Beta-Testphase nur Fahrer zuzulassen, die vorher eine abgemagerte Fahrlehrer Prüfung abgelegt haben.

    Und ein 360 Grad Lidar- Sensor hätte den weißen LKW sicher erkannt. Tesla nutzt aber nur Cams, Radar und Ultraschall- Sensoren. (Lidar- Sensor ist teurer)
    Sehr guter Link über Fahrzeugumfeldsensorik: http://www.cbcity.de/fahrzeugumfeldsensorik-ueberblick-und-vergleich-zwischen-lidar-radar-video

    1. Jupp, genau so war es, leider wird in den Medien diese Tatsache nicht mit in die Überschrift gebracht. Und die Leute wettern gleich drauf los ohne sich richtig zu informieren, danke für deinen Beitrag.

      1. Der Unfallverursacher war eindeutig der LKW- Fahrer, nicht der Tesla- Fahrer, bzw. der Tesla- Autopilot!
        Der Link enthält eine Unfall- Skizze der Polizei (Florida Highway Patrol) die beweist, der linksabbiegender LKW, hat dem geradeaus fahrenden Tesla die Vorfahrt genommen hat.
        http://www.heise.de/newsticker/meldung/Toedlicher-Crash-mit-Autopilot-Unfallopfer-war-Tesla-Fan-3252927.html
        Weder der Tesla- Fahrer, und auch der Tesla- Autopilot, musste / (konnte) unerlabten Linksabbieger erwarten, weil der geradeaus fahrende Tesla eindeutig Vorfahrt hatte.

        Ob der Tesla- Fahrer ohne Autopilot, und mit vollen Konzentration des Fahrers auf das Verkehrsgeschehen, dem LKW ausweichen oder bremsen könnte um Unfall zu vermeiden, müsste noch untersucht werden. Ggf. wäre der Unfall auch ohne Autopiloten passiert.

  3. Der Typ hat nen Film geschaut und den Autopiloten, entgegen Teslas eideutigen Anweisungen, abseits der Autobahn benutzt. Fazit: selbst schuld…

    1. Falls es so war, dann höchstens nur Mitschuld.
      Hauptschuld hatte der LKW Fahrer, der Vorfahrt missachtet hat.
      Und wäre eine rechtzeitige Erkennung der Gefahr und manuelle Bremsung in dieser unerwarteten Situation überhaupt möglich?
      Das müsste vorab geklärt werden um eventuelle Mitschuld zu behaupten.
      (In Kalifornien gilt Tempolimit bei 65 Meilen = ca. 104 Km/h)

      Und die Behauptung des LKW Fahrers, er hätte angeblich bei der Geschwindigkeit den Ton von abgespielten Hörbuch oder Video gehört, klingt unglaubwürdig und gelogen.

    2. Dagegen könnte Tesla via GPS befahren einer Autobahnstrecke erkennen, und Autopilot bereitstellen…
      Und außerhalb von Autobahnen das Einschalten von Autopilot via GPS verhindern…

  4. Wenn ich autonom fahren möchte, nehm ich den Zug. Selbstfahrende Autos gehören auf den Rummelplatz und nicht auf die Straße.

    1. Ja, die Züge werden in einigen Jahren auch autonom fahren, ohne Zugführer…
      http://www.trendsderzukunft.de/ohne-lokfuehrer-deutsche-bahn-plant-den-einsatz-selbstfahrender-zuege-bis-2023/2016/06/13/comment-page-1/#comment-197912

      Und Flugzeuge werden ohne Piloten fliegen…
      Und autonom fahrende Motorräder werden bereits getestet.
      Danach kannst Du nur NICHT autonom „gehen“.
      Es sei den man schnallt dir ein Exoskelett um…

      Der Transport von Waren und Menschen wird preiswerter, und sicherer.
      Und die Gesellschaft wird dann nicht mehr durch streikende spezialisierte Fahrzeugführer erpressbar, wie z.B. Piloten oder Zugführer.

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