Test Honor 5C: Wie gut ist das 200-Euro-Smartphone wirklich?

(Bild: Übergizmo)

Gute Smartphones müssen nicht teuer sein. Das beweisen inzwischen viele Hersteller. Honor ist einer von diesen. Sie bringen stets Geräte mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis auf den Markt. Dazu zählt auch das neue Honor 5C, das für 200 Euro jede Menge zu bieten hat. Mehr erfahrt ihr im Test.

Honor 5C im Hands-On

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Honor 5C im Test

Das Honor 5C könnt ihr ab sofort über vMall, den offiziellen Online-Store von Honor, aber auch Amazon, Conrad, Cyberport, Euronics, MediaMarkt sowie Saturn kaufen. Es kostet 199 Euro. Das Gerät gibt es in Weiß, Silber und Gold.

Hier unser ausführliches Test-Video zum Honor 5C:

Design

Für diesen Preis ist das Design toll. Das Honor 5C misst 147,1 mal 73,8 mal 8,3 Millimeter, wiegt 156 Gramm und kommt mit einer Rückseite aus einer gebürsteten Aluminium-Legierung, wodurch es einen guten Halt bietet und sich für seinen günstigen Preis sehr hochwertig anfasst. Fingerabdrücke bleiben auf der Oberfläche nicht zurück. Eine spezielle Beschichtung schützt das Metall laut Hersteller außerdem vor Kratzen und Korrosion.

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Der Rahmen ist leicht geriffelt und aus Kunststoff – vermutlich für den reibungslosen Empfang der Antennen. Dennoch ist das Gehäuse sehr solide und lässt sich nicht verwinden. Der Kunststoff fühlt sich auch nicht billig an und das Gerät liegt insgesamt sehr gut in der Hand.

Die Vorderseite ist bis auf das silberne Logo unter dem Display komplett in Schwarz gehalten und ab Werk mit einer Schutzfolie versehen. Zur Navigation dienen On-Screen-Buttons. Die Tasten für Power und Lautstärke sitzen beim Honor 5C auf der rechten Seite, sind aus Metall gefertigt, bieten gute Druckpunkte und sind gut zu erreichen.

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Natürlich ist das Design nicht ganz so schön wie bei teureren Geräten wie einem Mate S oder Huawei P9, für rund 200 Euro bekommt man mit dem Honor 5C aber insgesamt ein höherwertig verarbeitetes Android-Smartphones zu einem günstigen Preis.

Display

Das LC-Display des Honor 5C ist 5,2 Zoll groß und verfügt über eine Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel. Das entspricht einer Pixeldichte von rund 424 ppi. Die Darstellung ist im Alltag absolut scharf.

Dank IPS-Technologie bietet das Honor 5C auch sehr gute Blickwinkel, sodass sich Schrift ohne Probleme ablesen lässt, wenn es beispielsweise neben einem liegt und man von der Seite auf das Display schaut.

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Das hellste Display hat das 5C allerdings nicht. Die maximale Leuchtkraft reicht aber aus, sodass man die Anzeige auch bei Sonnenschein draußen noch ablesen kann. Strahlt die Sonne direkt auf das Display ist nicht mehr viel zu erkennen.

Praktisch ist, dass sich die Farbtemperatur in den Einstellungen über einen Farbkreis individuell einstellen lässt. So kann man den Standardwert kälter oder wärmer einstellen, je nachdem welchen Bereich man eher bevorzugt.

Hardware

Angetrieben wird das Honor 5C von dem neuen HiSilicon-Prozessor Kirin 650, der im moderneren und effizienteren 16-nm-FinFET-Plus-Fertigungsverfahren von TSMC hergestellt wird. Dasselbe Verfahren wird beispielsweise auch für den MediaTek Helio X10 oder Qualcomm Snapdragon 616 genutzt.

Der Chip arbeitet nach dem big.LITTLE-Prinzip und bringt vier 2.0 GHz schnelle Cortex-A53-Kerne für leistungsintensive Aufgaben sowie vier 1,7 GHz schnelle Cortex-A53-Kerne für weniger anspruchsvolle Anwendungen mit. Die Grafik übernimmt eine Mali-T830-GPU. Im Vergleich zur Vorgänger-CPU Kirin 620 soll die Kombination eine um 100 Prozent gesteigerte Gaming-Performance bieten.

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Der Arbeitsspeicher des Honor 5C ist 2 GByte groß. Durchschnittlich sind nur 1,2 GByte davon ausgelastet und auch das Öffnen mehrerer Tabs im Chrome kein Problem.

Für System und Daten hat Huawei einen 16 GByte großen internen Speicher integriert. Ab Werk stehen 10,52 GByte zur freien Verfügung. Nach der Installation einiger Apps und Spiele sowie dem Anfertigen von Videos und Fotos ist der Speicher zwar schnell halbiert, das Smartphone bringt aber einen Speicherkartenslot mit, der eine Erweiterung der Kapazität um bis zu 128 GByte erlaubt, falls es einmal knapp wird.

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Das System macht insgesamt einen flotten Eindruck. Apps wie die Kamera starten in der Regel angenehm schnell. Allerdings sind ab und zu Ruckler zu spüren – zum Beispiel beim Wegwischen des Lockscreens oder auch in Spielen. Dennoch lassen sich auch grafisch aufwendige Games wie Real Racing 3 zocken, ohne das einem der Spielspaß von einer langsamen Performance verdorben wird.

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Im AnTuTu-Benchmark schaffte das Gerät respektable 52712 Punkte. Das teurere Honor 5X kommt zum Vergleich nur auf 36893 Punkte. Mit Flaggschiffen, die gut 130.000 Punkte erreichen, kann das Gerät natürlich nicht mithalten.

Akku

Der fest verbaute Akku des Honor 5C fällt mit 3000 mAh erfreulicherweise groß aus. In Kombination mit dem energieeffizienteren Prozessor und Huaweis Smart-Power-3.0-Software sollen Besitzer auch bei intensiver Nutzung auf eine Laufzeit von 1,34 Tagen kommen. Geladen wird via microUSB 2.0.

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Im Test kamen wir mit dem Honor 5C auf eine gute On-Screen-Zeit von rund 5,5 Stunden mit aktivierter automatischen Helligkeit, womit das Gerät länger hält als viele seiner gleich teuren Konkurrenten. Die Standby-Zeit dürfte hochgerechnet auf gut zwei Wochen kommen, wenn alle Synchronisations-Funktionen ausgestellt sind.

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Damit dürften durchschnittliche Nutzer locker über den Tag kommen. Wer ständig am Smartphone hängt, wird das Gerät aber auch schon in einem halben Tag leer bekommen.

Ans Netz sollte man es über Nacht so oder so hängen. Das Laden geht nämlich relativ langsam und dauert gut 2,5 bis 3 Stunden. Honor legt auch nur ein Netzteil mit 5V und 1A bei.

Kamera

Für Fotos und Videos bringt das neue Honor-Smartphone eine rückseitige 13-Megapixel-Kamera mit BSI-Sensor, einem 78-Grad-Weitwinkel-Objektiv und einer f2.0-Blende mit. Eine spezielle Beschichtung hilft gegen Reflexionen und verhindert, dass die Linse von Fingerabdrücken verschmiert wird. Das deutlich teurere HTC 10 ist hierfür beispielsweise ziemlich anfällig. Ein Autofokus, HDR-Modus und Blitzlicht sind ebenfalls mit an Bord.

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Die Kamera schießt bei guten Lichtverhältnissen ansehnliche und schöne Fotos. Bei weniger Licht sind Aufnahmen dagegen merklich verrauscht. Und trotz 13-Megapixel machen sich beim Heranzoomen schnell Artefakte bemerkbar.

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Bei wenig Licht kann man erfreulicherweise auf einen professionellen Modus zurückgreifen, der ein manuelles Anpassen von ISO, Weißabgleich oder Belichtung (bis zu 8 Sekunden) erlaubt. Damit gelingen deutlich bessere Fotos bei Dämmerung oder Nacht. Allerdings benötigt man dafür eine Auflage oder ein Stativ.

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Für Selfies und Videochats ist eine für dieses Preissegment überdurchschnittlich hochauflösende 8 Megapixel-Kamera mit f2.0-Blende und 77-Grad-Weitwinkelobjektiv an Bord, die ebenfalls bei genügend Licht gute Aufnahmen liefert. Wie bei der Hauptkamera nimmt die Qualität bei wenig Licht schnell ab.

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Videoaufnahmen sind in Full-HD möglich. Die Clips sind dank eines schnellen Autofokus und einer Objektverfolgung auch bei Schwenks der Kamera meist scharf, die Belichtung hat nicht immer überzeugt. Auch für Videos gibt es einen manuellen Modus.

Das Honor 5C bringt viele Einstellungen und Aufnahmemodi wie Lichtmalerei, Zeitraffer oder Zeitlupe sowie neun Filter mit Echtzeit-Vorschau mit. Auch die Front-Cam kann Zeitrafferaufnahmen anfertigen und bietet eine Funktion zur Verschönerung von Selbstportraits, die Gesichter weicher zeichnet. Das Auslösen klappt auch per Lächeln oder Sprache.

Sound

Für die Soundausgabe ist ein Lautsprecher in der unteren Kante verbaut. Dank eines smarten Verstärkers ist die Lautstärke beim Anschauen eines Videos mehr als ausreichend. Die Soundqualität ist zwar nicht beeindruckend, geht aber für diese Preisklasse völlig in Ordnung. Einen satten und immersiven Sound, wie Huawei es dank seiner Super-Wide-Sound-Technologie verspricht, sollte man aber definitiv nicht erwarten.

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Die mit dem Honor 5C mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer konnten dagegen nicht überzeugen. Sie sitzen ziemlich locker im Ohr, wodurch sie nicht nur leicht herausfallen, sondern auch viele Geräusche von außen zu hören sind.

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Kommunikation

Das Android-Smartphone kommt mit zwei Antennen. Für einen optimales Signal wechselt es automatisch zu der Antenne mit dem besseren Empfang. Zur Kommunikation steht bereits LTE Cat. 6 mit maximal 300 MBit/s im Download zur Verfügung, das bei 200 Euro teuren Smartphones nicht gang und gäbe ist. Alternativ kann UMTS samt HSPA mit bis zu 42,5 MBit/s zur mobilen Internetverbindung genutzt werden.

Zur Verbindung mit dem Heimnetzwerk steht WLAN nach 802.11 b/g/n zur Verfügung. Außerdem sind Bluetooth 4.1 LE, NFC und A-GPS sowie Glonass an Bord. Der WLAN-Empfang ist trotz Metall-Rückseite gut.

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Das Honor 5C bietet auch Dual-SIM-Support. Der Speicherkartenslot teilt sich allerdings ein Fach mit der zweiten SIM-Karte. Das bedeutet, Nutzer können eine zweite microSIM nur anstelle einer Speicherkarte betreiben. Beim Telefonieren gab es keine Probleme mit dem Empfang oder der Gesprächsqualität.

Betriebssystem

Das Betriebssystem des Honor 5C basiert bereits auf Android 6.0 Marshmallow, womit das Gerät einen Vorteil gegenüber vielen ähnlich teuren Konkurrenten wie zum Beispiel dem Coolpad Torino S hat, die noch mit Lollipop kommen.

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Wie bei Geräten von Huawei üblich kommt die hauseigene Benutzeroberfläche Emotion UI (Version 4.1) zum Einsatz, die merklich gegenüber Stock-Android verändert wurde – und wie ich finde, nicht unbedingt zum Vorteil.

Es gibt beispielsweise keinen App-Drawer, womit alle Anwendungen auf dem Homescreen abgelegt werden. Um an die Quick Settings heranzukommen, muss man nach dem Herunterziehen der Benachrichtigungsleiste noch einmal nach links wischen, was ich auch nicht so praktisch finde.

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Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Beim Anpassen der Helligkeit über den Schieberegler der Schnelleinstellungen wechselt man häufig aus Versehen wieder zu den Benachrichtigungen zurück, anstatt tatsächlich den Helligkeitswert zu ändern – zumindest, wenn man daran gewöhnt ist, den Regler durch eine Wischbewegung zu bedienen.

(Bild: Übergizmo.de)

Wer die Oberfläche von Huawei nicht mag, kann aber natürlich einen Launcher installieren, der immerhin in einigen Punkten Abhilfe schafft. Die Quick Settings lassen sich mit einer derartigen App aber beispielsweise nicht verändern. Da das Honor 5C auch mit einem HiSilicon-Prozessor kommt, gibt es keinen Support für CyanogenMod. Hier hat das Honor 5X mit seinem Snapdragon 616 von Qualcomm einen Vorteil. Dafür lässt sich zumindest ein inoffizielles ROM finden.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Wer nicht allzu viel Geld für ein vernünftiges Smartphones ausgeben möchte, der ist beim Honor 5C an der richtigen Adresse. Es bietet für seinen Preis eine gute Ausstattung, die viele gleich teure Konkurrenten übertrifft. Das Design ist toll, das Display scharf und das System meist flott. Eine ordentliche Akkulaufzeit und eine Kamera, die viele Features und Einstellungen bietet, runden das Paket ab.

Leider lässt es in der europäischen Version ein Highlight der chinesischen Variante vermissen, mit dem es sich noch mehr von den Geräten von Sony, Archos, LG & Co. hätte absetzen können. Den Fingerabdruckscanner hat Huawei bei der in Deutschland verkauften Edition weggelassen. Zudem könnte die Oberfläche noch verbessert werden. Dennoch bestätigt sich der gute Eindruck aus unserem Hands-On. Das Honor 5C leistet sich – abgesehen von den Kopfhörern – keine großen Schwächen und ist für seinen Preis zu empfehlen.

Pro / Con


(Bild: Übergizmo)sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

(Bild: Übergizmo)wertiges Metall-Design

(Bild: Übergizmo)scharfes Full-HD-Display

(Bild: Übergizmo)

ordentliche Akkulaufzeit

(Bild: Übergizmo)

Kamera mit vielen Features und manuellem Modus

(Bild: Übergizmo)LTE Cat 6

(Bild: Übergizmo)

Android 6.0 Marshmallow

(Bild: Übergizmo)kein Fingerabdruckscanner

(Bild: Übergizmo)Emotion UI teilweise unpraktisch

(Bild: Übergizmo)mitgelieferten Kopfhörer

Hier unser ausführliches Test-Video zum Honor 5C:

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