Ihr wollt künstliche Intelligenz? Microsoft verschenkt Plattform Project Malmo

(BIld: Microsoft)

Wer Programmierer ist, sollte sich einmal die KI-Plattform Project Malmo von Microsoft ansehen. Sie ist jetzt auf GitHub veröffentlicht worden. Sie entstand in Microsofts Labor im britischen Cambridge.

Project Malmo soll die KI-Forschung voranbringen und Start-ups einen Weg bieten, ihre KI-Programmierung zu testen, ohne dass dafür massiv in Hardware investiert werden muss. Die Plattform besteht aus einer Mod für die Java-Version und einem Code, der es Agenten für Künstliche Intelligenz ermöglicht, mit der offenen virtuellen Welt von Minecraft zu interagieren. Beide Komponenten laufen unter Linux oder OS X ebenso wie Windows. Der eigentliche KI-Code kann in einer beliebigen Sprache geschrieben sein.

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Durch die Interaktion mit der Minecraft-Welt sollen die Agenten mit der Zeit lernen, wie sie Konversationen führen, Entscheidungen treffen und komplexe Aufgaben erledigen können. Project Malmo kann laut Forschungsleiterin Katja Hofmann auch für „bestärkendes Lernen“ eingesetzt werden, bei dem der KI-Agent nach der Trial-and-Error-Methode vorgeht und für richtige Entscheidungen belohnt wird.

Hofmann zufolge eignen sich bisher verfügbare Umgebungen nur für sehr schlichte Tests von KI-Agenten. Minecraft sei eine vergleichsweise komplexe virtuelle Umgebung, die auch tiefgreifendere Tests ermögliche – und natürlich deutlich günstiger als der Bau oder Erwerb von Robotern sei, mit denen Algorithmen in der realen Welt getestet werden können.

Dabei ersetzen die Informationen aus Minecraft die Sensordaten, die bei einem Roboter dem Algorithmus zur Verfügung stehen würden. Dazu sei „allgemeine Künstliche Intelligenz“ nötig, die imitiere, wie Menschen Informationen sammeln und Entscheidungen treffen, so Hofmann. Das sei weit schwerer, als etwa Wörter und Befehle zu erkennen und Daten zu speichern. „Wir versuchen, die Werkzeuge dafür bereitzustellen, dass die Menschen Fortschritte in diesen wirklich sehr komplexen Forschungsfragen erzielen.“

Microsoft hat die Plattform um einige neue Funktionen erweitert, die es Entwicklern erlauben, Bots zu erstellen, die sich untereinander, aber auch mit Menschen unterhalten können. Forscher haben außerdem die Möglichkeit, die Spielgeschwindigkeit von Minecraft und damit ihre Experimente zu beschleunigen.

Das Minecraft-Entwicklungsstudio Mojang samt dem Simulationsspiel selbst hatte Microsoft 2014 für 2,5 Milliarden Dollar gekauft. Kritikern erklärte Microsofts Chefstratege Jeff Teper zwei Monate später, Minecraft sei ein Entwicklungswerkzeug. Schon Achtjährige könnten damit Welten aufbauen. Sie seien die künftigen Nutzer von PowerPoint und Visual Studio. So war es nur konsequent, im Januar 2016 auch MinecraftEdu zu übernehmen – eine für den Schulunterricht ausgelegte Version.

Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de

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