Kaum einer will Elektroautos – trotz Kaufprämie

(Bild: Renault)

Es ist noch gar nicht lange her als die Bundesregierung ihr ehrgeiziges Ziel ausrief, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. Nun gibt es die Elektroprämie und auch das hat nichts geholfen: Kaum jemanden interessieren die Fördermittel.

Die satte Kaufprämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge scheint ein Schlag in den Ofen zu werden. In den ersten sechs Tagen wurden nur rund 600 Kaufprämien für Elektroautos und Hybridfahrzeuge beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt. Eigentlich ist zu erwarten gewesen, dass gerade zu Beginn ein großer Ansturm herrscht. Pustekuchen.

Die beliebtesten Modelle waren nach Angaben des Bafa-Präsidenten Arnold Wallraff gegenüber dem Spiegel der kleine Renault ZOE mit insgesamt 142 Anträgen, der BMW i3 mit 88 Anträgen und der BMW 225xe mit 63 Anträgen.

Seit dem 2. Juli 2016 gibt es in Deutschland beim Kauf eines Elektro- oder Hybridautos einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro. Das ist zwar verdammt viel Geld, doch die Autos sind eben auch sehr teuer.

2009 gab es bekanntlich die Abwrackprämie und damals war alles ganz anders. Die staatliche Prämie hatten Autokäufer erhalten, die ihr Altfahrzeug verschrotteten und einen Neu- oder Jahreswagen kauften. Das sorgte für einen riesigen Run auf die Fördermittel. Innerhalb weniger Tage gingen rund rund 150.000 Onlineanträge ein. Das Angebot galt auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Offenbar haben die Deutschen kein Interesse an Elektroautos. Da hilft keine Bundesregierung, die nur Geld zustopft sondern eigentlich nur eine einzige Maßnahme: Nach und nach müssen Benzin- und Dieselfahrzeuge unattraktiver werden – und wir fürchten, das geht nur mit höheren Steuern und in ferner Zukunft auch mit Zulassungsverboten.

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  1. Der letzte Abschnitt ist niccht korrekt. Die Deutschen haben sehr wohl Interesse an Elektroautos! Das Problem ist a) immer der Preis und b) die fehlende Infrastruktur. Jeder der z.B. in einer Mietwohnung wohnt, hat per se erstmal keine Chance sein Auto aufzuladen! Wie soll das gehen? Aus meiner Wohnung im 2. Stock ein Kabel auf die Straße legen?

    Dann die fehlenden Ladestationen. An jeder normalen Benzin-Tanke muss es auch Ladestationen für E-Autos geben! Es macht keinen Sinn, dass ich (in meinem Fall) jedes mal zum laden gute 25 KM fahren muss, zum nächsten Supercharger (wenn ich denn einen Tesla hätte)!

    E-Autos sind super. Ich bin großer Fan davon. Aber: zu teuer und die fehlende Infrastruktur machen die Dinger im normalen Alltag viel umständlicher als ein normales Auto mit Verbrennungsmotor.

    1. E-Auto/s bei der Post / DHL (wie abgebildet) fahren nach Auslieferungen jeden Tag zurück ins DHL- Depot, wo auf eigenen Gelände viel Platz für die Lade- Infrastruktur vorhanden ist. Und als Großabnehmer kann Post / DHL auch viel günstigere Preise für Autos und Ersatzakkus aushandeln.
      Nur wer sonst hat solche Voraussetzungen? Viele sind es nicht.

  2. Kann mich Horst nur anschliessen. Interesse ist da. Aber fehlende Lademöglichkeiten. Selbst bei einer Tanke in der Nähe. Ich warte da doch nicht bis die Ladung fertig ist. Es müsste in jeder Straße Ladestationen mit reservierten Parkplätzen geben. Sonst sehe ich keine Chance.

  3. Die Kaufprämie ist eine Mogelpackung des Staates, ähnlich wie die Abwrackprämie 2009!
    Den der Staat kassiert bereits mehr an Mehrwertsteuer als er an Prämie zahlt!
    Dient überwiegend der Ankurbelung der Steuereinnahmen, und ist ggf. für Profit der Hersteller gut…

    Dazu kommen noch Kosten für den Akkuverschleiß!
    Übliche Lithium- Akkus leben bei den hohen Strömen kaum mehr als 600 Ladezyklen, und müssen danach seht teuer erneuert werden.
    (600 Ladezyklen sind bei täglichen gewerblichen Nutzung keine 2 Jahre!)
    Neue Akkus kosten ca. 30 bis 45 % des Auto- Neuwertes. Und da kassiert der wieder 19 % Mehrwertsteuer.
    Dazu kommen bei neuen Autos die oft geleast werden, Kosten für Zwang zu Vollkasko und Originalinspektionen die der Lessinggeber vorschreibt.
    Bei Berücksichtigung von Kosten für Akkuverschleiß sind E-Autos teurer als Autos mit Verbrennungsmotor, trotz ca. 70 % Sprit- Steuer!
    Damit es sich rechnet, müssten die Akkus weniger als ca. 30 % kosten, oder die Zahl der Ladezyklen müsste auf einige Tausend steigen!

    Ähnliche Abzocke des Staates ist die Umweltpakete, die Bürger indirekt zu Kauf von neuen Auto nötigt, auch dann das alte Auto noch viele Jahre fahren könnte. Natürlich auch mit 19 % Mehrwertsteuer.

  4. Ich sehe das wie die meisten anderen. Es bringt überhaupt nichts den Leuten Prämien zu bieten, nur damit man wenigstens noch ansatzweise irgendwelche überzogenen Klimaziele erreicht, wenn schon die fundamentalen Voraussetzungen fehlen.

    Soll sich Deutschland ein Beispiel an Norwegen nehmen und entsprechend bundesweit eine Infrastruktur schaffen, dann kommt der Rest auch von allein.

    Wie so oft: Nicht zu Ende gedacht.

  5. E-Autos sind aktuell eher nur etwas für wohlhabendere Schichten und hat aktuell mehr Nach- als Vorteile. Der Preis ist an sich zu teuer. Die Autos sind aktuell eher ein großer Beta-Test. Der Akku-Pack kostet viel und mindert den Gebrauchtwagenwert überproportional.

    Kaum jemand hat zu Hause die Infrastruktur zum Laden der Autos. Es gibt einfach viel mehr Straßenparker, als Leute mit Garage oder Carport mit Steckdose. Reichweite ist zu gering. Ladezeit zu lange. Im Winter reduziert jedes Grad mehr Innenraumtemperatur die Reichweite spürbar. Zumal der Akuu bei tiefen Temperaturen auch nicht optimal arbeitet.

    E-Autos sind ein Anfang, aber die Akkutechnik ist noch ungeeignet, ebenso die Ladeinfrastruktur. Da ist Brennstoffzelle oder Wasserstofftechnik deutlich vielversprechender. Doch auch hier fehlt die Infrastruktur bzw. die Technik ist noch nicht so weit.

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