Elektronik-Herstellern droht Kampf um Ressourcen

(Bild: Amnesty International)

Für die Produktion von Smartphones, Tablets und anderen elektronischen Geräten werden dutzende Rohstoffe benötigt. Einige davon sind seltene Metalle oder Erden, deren Vorkommen begrenzt sind. In weniger als 20 Jahren könnte es bereits zu Engpässen kommen.

Die Nachfrage nach elektronischen Produkten ist riesig und nimmt durch neue Formate wie Fitness-Tracker, Smartwatches, vernetzte Autos und Smart Homes schnell zu. Ein Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) offenbart nun, das bei sechs Metallen die Nachfrage das Angebot im Jahr 2035 wohl übersteigen wird.

Dann wird beispielsweise der Lithium-Bedarf die aktuellen globalen Fördermengen um fast das Vierfache übersteigen. Solchen Problemen stehe man auch bei Rhenium, Germanium, Tantal und einigen Seltenerd-Metallen gegenüber.

Die Forschenden der BGR haben konkret 42 Zukunftstechnologien untersucht und deren voraussichtlichen Rohstoffverbrauch im Jahr 2035 skizziert. Diese künftig benötigten Mengen wurden anschließend in ein Verhältnis mit der aktuellen Förderung dieser Rohstoffe gesetzt. 16 Rohstoffe wurden dabei als besonders relevant erachtet.

(Grafik: BGR)

(Grafik: BGR)

Die Forschenden schätzen den Bedarf an Germanium, Kobalt, Scandium, Tantal, Neodym und Praseodym ebenso wie bei Rhenium und den Seltenerd-Metallen Dysprosium und Terbium künftiger höher ein, als das aktuelle Angebot.

Bei einigen anderen Metallen wird das Angebot nach wie vor die Nachfrage decken, was natürlich nicht bedeutet, dass die stete Förderung ökologisch verträglich wäre. Zumindest können die Forschenden aber verzeichnen, dass manche Technologien wie Brennstoffzellen oder LEDs mittlerweile weniger Rohstoffe in der Produktion benötigen als einst. In einigen Fällen werden auch mehr Ersatzstoffe eingesetzt.

Was nun?

Selbstverständlich kann man die Förderung dieser seltenen Ressourcen nicht unbegrenzt ausbauen. Mögliche Lösungen sind deshalb eine verstärkte Kreislaufwirtschaft, besseres Recycling, neue Technologien, der Ersatz von Rohstoffen durch andere Materialien oder erhöhte Effizienz in der Nutzung von Ressourcen.

Hilfreich wären in diesem Sinne auch Produkte, die deutlich länger halten und einfacher zu reparieren sind, als aktuelle Gadgets und Elektronikartikel. Dazu zählen beispielsweise modulare Geräte wie das Fairphone 2, das von iFixit eine Bestbewertung für die Reparierbarkeit erhielt. Der nachhaltigste Ressourcenverbrauch ist aber natürlich der, der gar nicht stattfindet.

Tags :Quellen:(Bild: Amnesty International)Scinexx
  1. Interessanter Diagramm, den man für Warentermingeschäfte oder für Auswahl der Geldanlage in Rohstoffe nutzen könnte…
    Und Position 1, Lithium (u.a. für Auto- Akkus) ist genug vorhanden, nur noch nicht erschlossen. Bolivien hat hier große Vorkommen und Chancen. (Wenn es nicht durch USA abgezockt wird)

    Ansonsten könnte Recycling helfen…

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