Facebook Messenger zeigt bald Instant Articles

(Bild: Facebook)

Webseiten sind tot, es lebe Facebook? Den Eindruck könnte man bekommen, wenn man sich das Konzept der Instant Articles ansieht. Die bei Facebook gesicherten Artikel können viel schneller aufgerufen werden als über normale Websites. Nun soll auch der Facebook-Messenger sie anzeigen.

Medienhäuser sind teilweise entsetzt, was Facebook anbietet. Der Internetriese zeigt nun auch in der Messenger-App Instant Articles an. Das Feature soll erst bei Android und später auch in der iOS-Version zu finden sein.

Ist ein in Facebook Messenger geteilter Link als Instant Article abrufbar, wird es durch ein rechts oben eingeblendetes Blitzsymbol zu erkennen sein. „Wenn Sie auf einen Instant-Article-Link in Facebook klicken, dann lädt er bis zu zehnmal schneller als üblicherweise ein Artikel im mobilen Web“, schreibt dazu in einem Blogeintrag Josh Roberts, Produktmanager für Instant Articles. „Daher war es uns wichtig sicherzustellen, dass alle auf Facebook Messenger die gleiche großartige Leseerfahrung haben können.“

Instant Articles erlaubt es Verlagen, komplette Artikel, Fotogalerien und Videos direkt in dem Social Network zu veröffentlichen, statt nur Links und Teaser zu ihren Inhalten. Es sind besonders schnell ladende, für Mobilgeräte entwickelte und von Facebook gehostete journalistische Inhalte. Verlage profitieren nicht nur von der Auslieferung ihrer Inhalte durch Facebook, sie können auch ihre Anzeigen selbst vermarkten und sämtliche Einnahmen behalten. Auf Wunsch übernimmt Facebook die Vermarktung der eingestellten Inhalte und beteiligt die Medienunternehmen an den Werbeeinnahmen. In dem Fall kassiert es 30 Prozent der Erlöse als Provision, 70 Prozent gehen an die Verlage.

Die Inhalte stammten zunächst ausschließlich von ausgewählten Partnerverlagen.
Seit dem Frühjahr steht das Instant-Articles-Format jedoch allen Verlagen offen. Um kleineren Anbietern die Integration zu erleichtern, wurde dafür außerdem ein WordPress-Plug-in geschaffen. Die Öffnung erfolgte, nachdem Google mit Accelerated Mobile Pages (AMP) eine quelloffene Alternative eingeführt hatte. Ein ähnliches Angebot gibt es mit dem inzwischen ebenfalls für alle Verlage geöffneten Apple News.

Facebooks Ziel mit Instant Articles ist es zunächst einmal offenbar, die Aufenthaltsdauer der User in seinen eigenen Angeboten zu verlängern. Teilnehmende Verlage gehen das Risiko einer Bindung an Facebook ein, das sie als Veröffentlichungsplattform für journalistische Texte aufzubauen beitragen. Dies schwächt die eigene Marke, die Publikationen werden in ein Standardformat gepresst. Vor allem aber werden sie zunehmend von einem Algorithmus abhängig, mit dem Facebook die Inhalte ordnet, sortiert und auch vorenthält. Während die meisten deutschen Medien ihre Bedenken zurückstellten, entschied sich die Süddeutsche Zeitung bewusst gegen eine Teilnahme und bietet keine Instant Articles an.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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