Shimano Steps im Test: Jetzt gibt es das E-Bike-System auch mit Automatikschaltung

(Foto: Übergizmo.de)

Vor rund einem Jahr haben wir euch Shimano Steps vorgestellt, ein Antriebssystem für E-Bikes. Jetzt hat das System ein Upgrade erhalten – und wechselt auf Wunsch automatisch die Gänge. Wie das in der Praxis funktioniert, haben wir für euch getestet.

Shimano Steps ist ein Antriebssystem, das in den E-Bikes der verschiedensten Hersteller verbaut ist. Herzstück ist natürlich der Motor, der das Fahrrad antreibt. Er unterstützt es mit einer Maximalleistung von 250 Watt in drei verschiedenen Stufen: eco, normal und hoch. So können Maximalgeschwindigkeiten von 25 km/h erreicht werden, bis der Motor abschaltet. Der Akku des Steps-Systems hat eine Reichweite von 60 bis 125 Kilometern, je nach gewählter Unterstützungsleistung.

Die Gangschaltung

Die Gänge werden elektrisch gesteuert gewechselt. Die Nabenschaltung bietet, je nach Modell, acht oder elf Gänge. Das Wechseln der Gänge erfolgt entweder manuell über einen Schalter am Lenkrad – oder, in der neuen Steps-Version, vollautomatisch. Um in den Genuss der Automatik zu kommen, können ältere Steps-Modelle einfach per Software-Update, das ein Fachhändler aufspielt, aktualisiert werden. So war das auch bei unserem Test-Fahrrad der Fall. Neuere Modelle sind bereits mit der Automatik ausgerüstet.

Die Funktionsweise

Woher weiß die Software des Fahrrads, wann sie den Gang wechseln soll? Grundlage hierfür sind die gefahrene Geschwindigkeit und die Kadenz, also die Trittfrequenz. Während man also in die Pedale tritt, ermittelt die Antriebseinheit die Situation und entscheidet, die Kettenspannung vorübergehend zu reduzieren, sodass die Nabe in den richtigen Gang schalten kann. Natürlich hat jeder Fahrradfahrer ein anderes Schaltverhalten. Deswegen ist die Automatikschaltung lernfähig. Denn es ist im Automatik-Modus jederzeit möglich, die Gänge manuell zu wechseln. Die Schaltung, so verspricht Shimano, merkt sich, wann der Fahrer geschaltet hat und passt ihr Verhalten daran an. So schaltet sie künftig früher oder später in einen anderen Gang.

Wenn man mit dem Fahrrad etwa an einer Ampel wartet und anschließend aus dem Stand weiterfährt, erkennt die Schaltung auch das und wechselt gegebenenfalls in einen niedrigeren Gang, um das Anfahren zu erleichtern. Übrigens: Durch einen schnellen Knopfdruck lässt sich die Automatik jederzeit ab- oder zuschalten. Es ist also möglich, auch mit den neuen System weiterhin im manuellen Modus zu fahren.

Der Praxistest

Für mich gehört – ob auf dem Fahrrad oder im Auto – das Schalten zum Fahrspaß. Aber, zugegeben: Praktisch ist so eine Automatik beim E-Bike schon. Zumal, wenn sie so gut funktioniert wie beim Steps-System. Das System erkennt tatsächlich, wann es schalten sollte und wechselt dann relativ reibungslos die Gänge. Vor allem im Stadtverkehr, wenn man immer wieder die Geschwindigkeit verändern, abbremsen und neu anfahren muss, ist das äußerst praktisch. Ob sich der von Shimano versprochene Lerneffekt tatsächlich einstellt, kann ich allerdings nicht beurteilen. Mir ist nichts aufgefallen, vielleicht aber sind die Veränderungen auch so subtil, dass sie kaum bemerkt werden.

Was mir jedoch – negativ – auffiel, war das Schaltverhalten am Berg: Wenn ich mit dem E-Bike einen steilen, längeren Hügel hinauffahre, wechselt das System ziemlich häufig die Gänge, teilweise alle zehn Sekunden. Gerade am Berg erfolgt das Schalten alles andere als ruckelfrei, sodass man hier leicht das Gefühl bekommt, die Schaltung verliere ein wenig die Kontrolle und wisse nicht recht, was sie denn nun zu tun habe. Im manuellen Modus stellt sich dieses Problem, das, wohlgemerkt, nur bei starken Belastungen auftritt, jedoch nicht ein.

(Bild: Übergizmo)

Mein Testfazit

Für alle, die schaltfaul sind oder sich während des Fahrens nicht vom Wechseln der Gänge ablenken lassen wollen, ist die Automatik des Shimano Steps-Systems eine tolle Neuerung. Im Alltagsbetrieb, vor allem im Stadtverkehr auf dem täglichen Weg zur Arbeit, hat sich die Automatikschaltung als praktisch und äußerst zuverlässig erwiesen Lediglich in Extrem-Situationen konnte sie nicht ganz überzeugen.

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